Frauen bleiben im Verein, aber nicht im Namen

Di, 24. Mär. 2020
Das neue Logo präsentiert sich in verschiedenen Blauschattierungen. Yvette Nick freut es

Ein Verein wandelt sich: Auch Männer sollen Mitglieder werden. Wie vorgehen? Der neue Name und das neue Logo sind ein Anfang.

Eine Jahresversammlung ist in vielen Fällen nichts Spektakuläres, schreiben die Gemeinnützigen Frauen in ihrem Bericht. Dieses Mal aber sei es anders: «Manchmal kommt es vor, dass man zusehen kann, wie sich die Schlange häutet.» Der Gemeinnützige Frauenverein habe vor Kurzem an seiner Jahresversammlung, am 25. Februar, nebst den obligatorischen Traktanden ein solches Kunststück vollführt.
Schon seit einigen Jahren war aus der Bevölkerung zu hören, dass der Name verstaubt sei und dem heutigen Geschlechterverständnis nicht genügend Rechnung trage. Bereits an der Jahresversammlung 2019 hatte deshalb der Verein nachträglich die Namensänderung traktandiert. Damals aber sei der Widerstand gross gewesen, erklärt Aktuarin Yvette Nick auf Anfrage. Schliesslich konnte man sich auf die Gründung einer Arbeitsgruppe einigen.
Frauenanliegen nicht fallen lassen
Diese Arbeitsgruppe beschäftigte sich im vergangenen Jahr mit der Namensänderung und einem neuen Logo. Nicht mehrheitsfähig war dabei die Frage, aus dem Aargauer Verband oder aus dem Eidgenössischen Dachverband auszutreten. In der Arbeitsgruppe stellte sich nach einigen Diskussionen ausserdem heraus, dass es kein ganz neuer Name sein soll. Vielmehr sollte der Jahresversammlung vorgeschlagen werden, den Verein neu unter dem Namen «Gemeinnütziger Verein Mellingen» zu führen. Leicht fiel dieser Entscheid weder dem Vorstand noch den Mitgliedern. Alle waren sich nämlich einig, dass es gut ist, eine starke Organisation für Frauen zu haben. Nick erklärt: «Die Besorgnis, dass die Anliegen von Frauen durch die Namensänderung an Bedeutung verlieren, war gross». An der Jahresversammlung wurde denn auch keineswegs einstimmig beschlossen. Eine Zweidrittelmehrheit aber sagte «Ja» zum neuen Namen. «Letztlich hat sich wohl die Erkenntnis durchgesetzt», meint Yvette Nick, «dass das Argument, sich für männliche Mitglieder zu öffnen, die sich gemeinnützig engagieren wollen, der bessere Weg ist für die Zukunft.» Ohne dabei die Frauenthemen ganz fallen zu lassen. «Die Frauen sind nämlich noch nicht dort, wo wir sie haben wollen», sagt Nick.
Ein moderneres Erscheinungsbild erhält auch das Logo. Bisher gab es verschiedene einzelne Logos für unterschiedliche Aktivitäten, das wird so bleiben. Die selbstständigen Aktivitäten wie Ludothek, Kerzenziehen oder Familienanlässe werden aber zusätzlich in ein gemeinsames Logo integriert. Die Statuten des Vereins, der 165 Mitglieder zählt, bleiben gleich. Es soll vorläufig auch kein neues Programm aufgebaut werden.

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