Kinder sprühten vor Begeisterung

Di, 11. Aug. 2020

Das Sommerferienprogramm der Mojuro – Offene Jugendarbeit Region Rohrdorferberg – kamen bei den jungen Teilnehmenden sehr gut an. Für einzelne Tage mussten die Jugendarbeiter Andreas Koller und Christoph Lokhorst sogar Anmeldungen ablehnen.

Zum Tanzworkshop der Mojuro kamen zehn Mädchen und zwei Jungen im Alter zwischen neun und zwölf Jahren. Die Coaches Jenny und Michelle Stäubli brachten ihnen am Montagmorgen vergangener Woche Tanzschritte des K-Pop bei. «Das Besondere an dieser koreanischen Popmusik sind die schönen Melodien und die ausgefeilten Choreografien», erklärt die 18-jährige Jenny ihre Faszination für das Genre. Mitglieder von K-Pop-Bands werden oft schon in jungen Jahren rekrutiert und durchlaufen eine harte Ausbildung. Auch die beiden Schwestern sind ambitioniert und treffen sich mit ihrer Tanzgruppe, der «KSJ Crew», zweimal wöchentlich in den Mojuro-Räumen, wo es Tanzspiegel gibt. Dadurch kam der Kontakt zu den Jugendarbeitern Andreas Koller und Christoph Lokhorst zustande. Jenny hofft, die Teilnehmenden konnten etwas aus dem Workshop mitnehmen, auch wenn es nicht gelang, eine vollständige Choreografie einzustudieren. «Dafür muss man üben, üben, üben. Beim Tanzen ist es ausserdem wichtig, aus sich herauszugehen», sagt sie.

Ohne Fleiss kein Preis
Übung macht den Meister, das kennt auch Avin Lin aus Zürich. Am Nachmittag gab er sein Wissen im Graffiti-Workshop weiter. «Es gibt viele Arten, Graffiti zu machen», sagt er, «mit Papier und Bleistift, auf Klebern oder mit Sprühdosen an der Wand.» Die Kinder sollten zunächst Skizzen zeichnen und diese dann auf Holzplatten übertragen. Alle seien sofort mit Begeisterung bei der Sache gewesen, sagt der angehende Grafikerlehrling. «Es ist aber gar nicht so leicht, mit den verschiedenen Aufsätzen der Sprühdosen zu hantieren, den richtigen Druck auszuüben oder mit dem Abstand zu spielen.» Der 17-Jährige sprüht seit drei Jahren, sieht sich selbst aber noch als Anfänger – auch wenn er schon sehr grosse, gemeinschaftliche Bilder an legalen Orten wie der Zürcher Stadionbrache realisieren konnte. Sein Workshop erfreute sich jedenfalls grosser Beliebtheit und verlangt nach einer Fortsetzung.
Anmeldungen gab es genug. «Wir haben im Vorfeld eine Umfrage bei Eltern wie Kindern und Jugendlichen gemacht, um zu erfahren, welche Bedürfnisse herrschen», erzählt Jugendarbeiter Koller. «Danach haben wir uns gerichtet und Veranstaltungen auf die Beine gestellt, die diesen entsprechen.» Weil viele Familien dieses Jahr nicht in den Urlaub fahren konnten, habe sich eine Durchführung quasi aufgedrängt. In der Vergangenheit seien entsprechende Angebote eher schlecht besucht gewesen.
Dieses Mal waren alle Veranstaltungen ausgebucht. Der Ausflug in den Seilpark nach Kloten am Dienstag mit 18 Teilnehmenden ging trotz leichtem Regen fröhlich über die Bühne und die Wanderung zum Egelsee mit zehn Personen am Mittwoch bei strahlendem Sonnenschein brachte alle ganz schön ins Schwitzen. Am Sporttag, der keine Begrenzung hatte, tobten sich 17 Kinder und Jugendliche auf der Sportanlage der Niederrohrdorfer Schule aus mit Tischtennis, Fussball, Unihockey, Basketball und Spielen ihrer Wahl. Am Freitag wurde im Jugendbüro gemeinsam gekocht und gespielt; dazu gab es 21 Anmeldungen.
Erst im März haben Koller und Lokhorst das Mojuro-Büro übernommen. Davor erzwang Personalmangel eine mehrmonatige Pause. Gleich nach dem Start machte Corona den beiden Jugendarbeitern einen Strich durch die Rechnung. Um trotzdem eine Beziehung zu ihren Schützlingen aufbauen zu können, mussten sie neue Wege gehen: Über Computer-Games und Soziale Medien holten sie die Kinder und Jugendlichen ab. Auch am Lieferservice für Angehörige der Risikogruppen beteiligte sich die Mojuro. «Das hat alles gut funktioniert und wurde sehr geschätzt», sagt Koller. «Aber jetzt sind wir froh, endlich wieder mit der Jugendarbeit loslegen zu dürfen.»

Stefan Böker

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