«Güsel» muss in den Kübel

Fr, 25. Sep. 2020

Zum vierten Mal sammelten Schülerinnen und Schüler Abfall

Am vergangenen Dienstag fand die Abfallsammlung der Landwirtschaftskommission Niederrohrdorf statt.

Wir haben eine Bierflasche gefunden.», ruft ein Mädchen stolz. «Und wir einen Ballon», erzählt ihr Mitschüler aufgeregt. Erleichtert lassen sie ihre Müllsäcke fallen. Darin: PET-Flaschen, Dosen, Plastikreste, Zigarettenstummel und andere Hinterlassenschaften unachtsamer Menschen. Die Kinder haben diese im Dorf oder an Feld- und Waldrändern aufgesammelt. Nach dem konzentrierten Marsch sind sie froh, nun mit den Tieren herumtoben oder ein Znüni-Brot und etwas Süsses geniessen zu können. Svenja, Veronique, Diana und Alina haben sich den Hofhund geschnappt. Sie flitzen mit ihm über das Gelände. Zwei Geissen werden alsbald von einer ganzen Kinderschar verfolgt und mit Löwenzahn gefüttert.

Zwei Klassen, vier Gruppen
«Wir ziehen jedes Jahr im Frühling mit den zweiten Klassen der Primarschule los», erklärt Michael Notter die Idee hinter dem Projekt. Die Landwirtschaftskommission hat dieses lanciert. Leider konnte der Anlass aus bekannten Gründen nicht stattfinden. «Wir wollten die Abfallsammlung aber auch nicht ausfallen lassen», sagt Notter. «Erstens haben die Kinder Freude daran und zweitens lernen sie auch etwas dabei.»
Der Präsident der Landwirtschaftskommission, der ebenfalls einen Hof bewirtschaftet, kennt den ernsten Hintergrund des Projekts aus eigener Erfahrung. «Gerade in Strassennähe landet immer wieder Müll auf den Feldern. Aludosen sind besonders gefährlich. Tiere können sich lebensgefährlich durch scharfkantige Splitter verletzten, wenn das Mähwerk die Dosen zerschneidet oder die Messer des Futtermischwagens sie schreddern.»
Für Wildtiere ist weggeworfener Abfall ebenfalls gesundheitsschädlich. Sie können sich in Drähten oder Schnüren verheddern oder sich an spitzen Gegenständen oder Scherben verletzen. Wenn sie Essensreste finden, fressen sie manchmal Teile der Verpackung mit. «Oft finde ich auf meinen Feldern dieselbe Verpackung, was auf einen Wiederholungstäter schliessen lässt», sagt Notter. Für Littering gebe es zwar Bussen. Dafür müsse man die Person aber in flagranti erwischen – was selten gelingt. Anlässe wie die Müllsammlung sind für Notter deswegen ein geeignetes Instrument, um die Kinder zu sensibilisieren. «Und wenn möglich, die Eltern gleich mit», sagt er.
Svenja, acht Jahre alt, hat auf jeden Fall etwas gelernt. «Wenn ich irgendwo Abfall liegen sehe, lese ich ihn ab jetzt immer auf und schmeisse ihn in den Kübel», versichert die Schülerin.

Stefan Böker

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