«Pink Ladys» feierten Niederlage wie einen Sieg

Fr, 25. Sep. 2020

Frauenfussball Schweizer Cup 1/32 Final: 0:10-Niederlage – 3.-Ligist FC Fislisbach hatte gegen den NLB-Club aus Thun keine Chance

0:10. Das Resultat ist brutal und lässt keine Fragen offen. Für die «Pink Ladys» vom FC Fislisbach war es dennoch ein unvergessliches Erlebnis. Sie feierten die brutale Niederlage wie einen Sieg.

as will man nach einem solchen Resultat noch sagen? Nimmt man die reinen Zahlen zu Hilfe, gibt es in der Tat nicht mehr viel zu berichten. Das Team von Daniel Erismann, das in der Meisterschaft in den Niederungen der 3. Liga eine ganz gute Figur abgibt, hatte gegen das NLB-Team aus Thun nicht den Hauch einer Chance. Ganz stimmt das allerdings nicht. Was angesichts des drastischen Resultats vermessen klingen mag: Die «Pink Ladys» aus Fislisbach lieferten den um Klassen höher spielenden Gegnerinnen einen Kampf, der selbst für die Frauen aus dem Berner Oberland nicht immer angenehm war. Die Thuner Linksverteidigerin Anne Sophie Blunier sagte nämlich nach dem Spiel. «Das war heute Abend äusserst schwierig für uns. Zum Glück gingen wir schnell in Führung. So konnten wir unser Spiel relativ beruhigt aufziehen.» Dieses Spiel war voll auf die Nummer 8 ausgerichtet. Diese Nummer 8 heisst Stefanie Kipf. Sie war eine von drei Spielerinnen, die zur Stammformation der Berner Oberländerinnen gehört. Sie allein schoss sieben Tore. Die ersten drei hätten die Fislisbacherinnen allesamt verhindern können. Doch es schien, als hätten sie etwas gar viel Respekt vor den übermächtigen Gegnerinnen. So kam es, dass die Frauen aus Thun mit einfachen Spielzügen in die Tiefe zu Toren kamen. Die Hintermannschaft der «Pink Ladys» durchschauten die einfachen Spielzüge in die Schnittstellen ihrer Verteidigung anfänglich nicht. Erst beim 0:2 wagten auch sie sich aus ihrem Schneckenhaus und kamen prompt zu guten Chancen. So traf Teamseniorin Tabea Treichler mit einem harten Schuss aus der Distanz nur den Thuner Torpfosten. Wer sie nicht macht, kriegt sie. Nach diesem Muster, erzielten die Thunerinnen nach 18 Minuten bereits das 3:0. Dank einem Schiedsrichter, der auch die krassesten Offsides nicht sehen wollte, kamen die Thunerinnen auch noch zu einem geschenkten Penalty. So stand es zur Pause bereits 5:0 für die Höherklassigen. Die Fislisbacherinnen zeigten in der zweiten Halbzeit, dass sie durchaus zu mehr fähig sind. Das Publikum klatschte bei mehreren Szenen Beifall. Doch es sollte einfach nicht. sein. Die «Pink Ladys» versiebten die tollsten Chancen. Ganz anders die Thunerinnen: Sie trafen, wann immer sie wollten. So stand es bereits in der 77. Minute 0:10. Das wars dann auch. Die Fislisbacherinnen versuchten zwar alles für ein Ehrentor. Das wollte aber einfach nicht gelingen. Am Ende durften sie dennoch erhobenen Hauptes vom Feld. Sie hatten alles in allem ein gutes Spiel gezeigt. Fislisbach spielte mit Anina Meier, Anika Bättig (22. Muriel Buck), Nadine Mürner, Nicole Storrer (46. Vivianne Isler), Céline Oser, Hannah Bumbacher (46. Nadine Scherrer), Tabea Treichler, Christina Suter, Thora Scheier, Susanna Da Silva Monteiro, Corina Truninger.

Beat Gomes

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