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Sie kürt den Ehrenschränzer

Di, 23. Feb. 2021

Unser Fragebogen: Elf Antworten von Claudia Gratwohl (53) aus Niederwil

Sie war schon Ehrenschränzerin und seit letztem Jahr ist sie die amtierende Zeremonienmeisterin. Ein Leben ohne Fasnacht kann sie sich nicht vorstellen. Im Interview verrät sie zudem, wo das Reusstal am schönsten ist.

Claudia Gratwohl, Sie sind mit der Dorffasnacht verwurzelt. Was bedeutet es für Sie, dass heuer keine Fasnacht stattfand?
Ich erkrankte im Dezember an Corona. Obwohl ich einen milden Verlauf hatte, spüre ich immer noch Spätfolgen. Ich hätte wohl nicht mit der gleichen Energie, die ich ansonsten dafür aufwende, an der Fasnacht mitmachen können. Ich finde es trotzdem schade, dass die Fasnacht 2021 ausfiel. Ich war in Gedanken immer irgendwie an der Fasnacht. Damit das Ganze nicht so trostlos ist, machte ich einen Aufruf im «Reussbote» und im «Wohler Anzeiger» an die Niederwiler, ihre Häuser, Fenster und Gärten fasnächtlich zu dekorieren. Ich möchte dafür danken, dass viele mitmachten.

Was sind Ihre bisherigen Fasnachts-Highlights?
Der Höhepunkt von meinem bisherigen Fasnachtsleben war, als ich 2019 zum Ehrenschränzer gewählt wurde. Es war schön, als höchste Niederwiler Fasnächtlerin mit meinem Gefolge das Dorf an Umzügen, Bällen und anderen Fasnachtsanlässen in der Region repräsentieren zu können. Ein weiterer Höhepunkt ist, dass ich letztes Jahr zur Zeremonienmeisterin gewählt wurde.

Als Zeremonienmeisterin wählen Sie den Ehrenschränzer. War Ihre erste Wahl einfach?
Nein, das war wirklich nicht einfach und ich war überglücklich, als René Huber mir zusagte und das Amt übernahm. Ich wusste, dass er die Aufgabe des Ehrenschränzers sehr ernst nimmt und das ist wichtig. Ich war am Abend der Inthronisation von René nervöser, als an meiner eigenen. Ich habe gutes Feedback bekommen und meine erste Inthronisation als Zeremonienmeisterin lief ohne Zwischenfälle ab. Es war ein gelungener Start in eine schöne Fasnacht mit René.

Sie schreiben auch Schnitzelbänke. Wo und mit wem tragen Sie diese vor?
Die Schnitzelbänke trage ich zusammen mit meiner Kollegin Jolanda Schmid vor. An der «Uuslumpete», welche die Näbelriiter organisieren, treten wir jeweils im «Schwizerhüsli», im «Spycher», im «Kreuz» und in der Bäckerei Wirth auf. Die Restaurants sind pumpenvoll und die Niederwiler schätzen diesen Abend sehr. In den Schnitzelbänken kommt das Dorfgeschehen, Regionales und Nationales vor. Wir sind seit zehn Jahren mit den Schnitzelbänken unterwegs und wir werden, wenn es Corona wieder zulässt, weitermachen.

Wo ist das Reusstal am schönsten?
Natürlich in Niederwil. Spass bei Seite, das Reusstal ist überall wunderschön.

Wie sind Sie im Reusstal am liebsten unterwegs?
Zu Fuss oder, sobald es wieder wärmer wird, mit dem E-Bike.

Was ist für Sie Luxus?
Ferien, Auto, Haus usw. nützen nichts, wenn man nicht gesund ist.

Besitzen Sie alles?
Ich habe eine super Familie, ein schönes Zuhause und viele nette Menschen, die mich umgeben. Das genügt.

Welcher ist Ihr Traumberuf?
Ich bin und stehe auch dazu «nur» Hausfrau und Mutter zu sein. Ich bin gelernte Schriftsetzerin, habe lange als Disponentin und als «Servierdüse» in unserer Dorfbeiz gearbeitet. Das Gastgewerbe hat mir immer gefallen, da würde ich jederzeit wieder arbeiten.

Welcher Film ist Ihr Lieblingsfilm?
Drei Haselnüsse für Aschenbrödel – kitschig, romantisch und einfach jedes Jahr zur Weihnachtszeit schön anzusehen.

Wem – tot oder lebend – würden Sie gerne ein paar Fragen stellen?
Unserem Gesamtbundesrat. Ich finde, er hat im Moment eine schwierige Aufgabe zu bewältigen und kann machen was er will, es ist für viele Menschen immer das Falsche. Alle Bundesräte ernten viel Kritik, werden beschimpft und bedroht – keine schöne Sache. Ich würde sie gerne fragen, wie sie damit umgehen können.

Interview Debora Gattlen

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