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Gemeinsam und positiv in die Zukunft, statt …

Di, 13. Apr. 2021

Zum Leserbrief von Mirjam Egloff im «Reussbote» vom 7. April 2021

Beim Lesen der Überschrift lachte mein Herz, ich finde den Satz völlig stimmig. Nach dem Verkosten des ganzen Artikels hatte ich ein ähnliches Gefühl wie nach dem Genuss eines schlechten Weins: Etikette schön – Inhalt nicht überzeugend. Warum? Ich kann nicht nachvollziehen, warum die FDP-Ortspartei die kritischen Berichterstattungen und Leserbriefe nicht nachvollziehen kann. Frau Egloff schreibt in ihrem Leserbrief von einem «einzelnen Gerichtsverfahren», bei dem bisher noch kein Urteil ergangen ist (genauer wäre, dass ein Zwischenurteil vorliegt). Dieses könnte möglicherweise für die Gemeinde wenig ermutigend sein. Vielleicht ist Frau Egloff diese Angelegenheit auch etwas unangenehm, war sie doch damals als Gemeinderätin und Vorsteherin des Hochbauressorts federführend an der BNO beteiligt und somit mitverantwortlich für eine Entscheidung, die beinahe schon einer schwerwiegenden Enteignung nahekam, welche die Steuerzahler möglicherweise teuer zu stehen kommen könnte und den unerwartet positiven Rechnungsabschluss wieder relativieren würde. Auch wenn dieser Gerichtsfall ein Einzelfall wäre, hat er eine andere Dimension als das berühmte Haar in der Suppe. In dieser Suppe schwimmen jedoch ganze Haarbüschel.
Meines Wissens ist dieses Verfahren nicht das einzige in der laufenden Amtsperiode. Da war doch eine Meinungsverschiedenheit bezüglich Abrechnungsmodus des Altersheims. Diese wurde vielleicht zu Beginn gemeinsam und positiv angegangen, endete jedoch mit einem Gerichtsverfahren, dessen Ausgang und Kosten den Stimmbürgern bis heute noch nicht ganz transparent kommuniziert worden sind.
Und dann gab es da noch eine Geschichte bezüglich einer vermeintlichen Amtsgeheimnisverletzung und eines Ressortentzugs, welche auch nicht gemeinsam und positiv mit dem betreffenden Gemeinderat bereinigt wurde, sondern zu einer Anklage, einem Gerichtsverfahren und unnötigerweise zu Kosten von mehreren Tausend Franken für die Gemeinde führte. Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Wo diese selbstreflexiv angeschaut und eingestanden werden, sich der Fehlbare gar entschuldigen kann, werden diese Fehler auch von anderen eher entschuldigt. Ein Grund für die vielen kritischen Berichte und Leserbriefe (wie auch dieser) könnte sein, dass sich noch nicht ganz überall eine solche Fehlerkultur etabliert hat. Ob das bei mir auch der Fall ist, weiss ich natürlich nicht, da ich ja noch nie einen Fehler gemacht habe.

Urs Weber, Scheunengasse, Mellingen

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