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Handgemachtes statt Spielkonsolen

Di, 15. Jun. 2021

In der Ludothek gibt es einige Spiele, die Kinder bereits im Schulunterricht kennengelernt haben

Doris Roth, Leiterin der Ludothek Mellingen, stellt Spiele vor, die Kinder im Unterricht basteln: das Trendspiel Brändi Dog, den Klassiker Kubb oder das Tischspiel Carambole zum Beispiel. Und sie erzählt, was sonst noch so los ist in der Ludothek.

Erst kürzlich war eine Oberstufenklasse aus Mellingen zu Besuch in der Ludothek. «Eigentlich ging es darum, den Schülerinnen und Schülern den Verein und das Angebot vorzustellen», berichtet Leiterin Doris Roth. «Doch dann haben sie immer mehr Spiele ausprobiert. Man musste sie nach einer Stunde fast losreissen.» Besonders das Tisch-Eishockey hatte es den Jungs angetan, während andere Stelzenlauf ausprobierten oder auf einem der zahlreichen Gefährte wie Zirkusvelo oder Waveboard herumkurvten. Ein schöner Anblick, fand Roth. «Es freut mich, wenn mal nicht der Fernseher oder Spielkonsolen im Vordergrund stehen und die Kinder sich anders beschäftigen», sagt sie.

Zum Spielen ermutigen
Unter anderem bei Gesellschaftsspielen sind Computer und Co. heute starke Konkurrenten. Es ist enorm, welche Faszination elektronische Medien auf Kinder ausüben. Dabei spielen diese in der Regel begeistert mit, wenn man ihnen die Welt der Spiele nahebringt und sie dazu ermutigt, Spielfiguren, Würfel oder Karten in die Hand zu nehmen, sagt die Leiterin der Ludothek. Und dabei lernen sie erst noch wichtige Fähigkeiten wie Sozialkompetenz, Feinmotorik, Teamgeist oder das Vermögen, eine Niederlage wegzustecken. Als Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern und Lehrerin spricht Doris Roth aus Erfahrung. In diesem Zusammenhang verweist sie auf Anstrengungen in den Schulen, Schülerinnen und Schüler zum Spielen zu bringen – indem sie im Unterricht Spiele selbst herstellen und danach ausprobieren. «Dazu eignen sich Brettspiele, aber auch Tischspiele wie Carambole oder auch Murmelbahnen», sagt sie.
Die Klassen 5b und 6b von Martin Stettler an der Schule Niederwil haben in den vergangenen Tagen das Trendspiel Brändi Dog hergestellt. Sie haben die einzelnen Teile des Spielbretts auf das Holz aufgezeichnet, ausgesägt, geschliffen und bemalt. Die Spielfiguren haben sie individuell aus Modelliermasse geformt. Im Textilen Werken haben die Älteren zudem ein Säckchen für jedes Spiel genäht. Ihre Werke durften die Schülerinnen und Schüler dann mit nach Hause nehmen. «Ich finde es ganz wichtig, dass Kinder spielen», sagt ihr Lehrer. Immer wieder macht er ähnliche Projekte mit seinen Schützlingen. Im Werkunterricht sind so schon Nünistei- und Vier-gewinnt-Spiele entstanden. Brändi Dog ist in Stettlers Augen ein pädagogisch wertvolles Spiel, weil es das strategische Denken, aber auch den Gemeinschaftssinn schult. «Und es macht riesigen Spass», sagt der Primarlehrer über den Ablauf des an «Eile mit Weile» erinnerenden Brettspiels – nur mit Karten und als Teamspiel. «Ich spiele das auch zu Hause, mit meinen mittlerweile erwachsenen Kindern.»
Das Spiel ist voll angesagt, meint auch Ludothekleiterin Roth. Sie weiss von Orten, wo Spieleabende für Kinder und Erwachsene organisiert werden und fände es schön, wenn der Trend auch nach Mellingen überschwappt.

Fuhrpark ist beliebt
Derzeit sehr beliebt sind indes Spiele für draussen wie das Geschicklichkeitsspiel Kubb. Bei diesem spielen zwei Teams auf dem Rasen gegeneinander und müssen ihre Treffsicherheit beweisen. Und der Fuhrpark der Ludothek wird bei schönem Sommerwetter rege benutzt. Zwei neue Gefährte sind hier dazugekommen: das magische Auto, das nur durch Lenkbewegungen vorwärts rollt und das Käferauto. Beide Fahrzeuge wurden dank einer Spende des Geflügelhofs Gisi gekauft.
Weitere Unterstützung erhält die Ludothek derzeit durch neue Mitarbeiterinnen aus dem MuKi-Deutschkurs. Auch das freut Doris Roth sehr. «Wir können derzeit auf ein Team von 15 Frauen zurückgreifen», sagt sie.

Stefan Böker


Was läuft in der Ludothek?

Die Ludothek Mellingen befindet sich in den Zivilschutzräumen des Oberstufenschulhauses Kleine Kreuzzelg. Der «Reussbote» berichtet in unregelmässigen Abständen über Neuigkeiten aus dem Spieleparadies. Weitere Informationen unter: ludothek-mellingen.ch. (sb)

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