Warum keine Wohnung mieten?

Fr, 26. Nov. 2021

Der Ersatz der Asylunterkunft führte an der Gmeind in Remetschwil zu Diskussionen. Schlussendlich genehmigte die Versammlung den Kredit von 162 000 Franken. Ammann Rolf Leimgruber und Gemeinderätin Olivia Schmidt Baumann wurden verabschiedet.

Die alte Asylunterkunft «Im Goger» ist in die Jahre gekommen und muss dringend ersetzt werden, sagte Gemeinderat Markus Zyka an der Gemeindeversammlung von Montagabend in Remetschwil. Er zeigte dazu einige Bilder, welche den dringenden Handlungsbedarf aufzeigten. Überall hat es Schimmel. Geplant ist ein Ersatz der Wohncontainer für 162 000 Franken. Wiederum ist eine Wohncontainerlösung vorgesehen. Das gefiel nicht allen. Peter Landis mahnte: «Ich habe ein ungutes Gefühl. Es sieht so aus, als ob die Asylanten abgeschoben werden. Und weshalb sind diese Leute in Containern untergebracht und nicht in Wohnungen?», fragte sich Landis. Gemeindeammann Rolf Leimgruber erwähnte, dass sich der Gemeinderat bemüht hatte, Wohnungen zu mieten. Doch es sei schwierig. Zwei ältere Liegenschaften stehen derzeit leer. Leimgruber hat sich persönlich darum bemüht, dass die Gemeinde die Wohnungen für Asylanten mieten kann. Vergebens. Auch Benedikt Brem störte sich an der Containerlösung. Es sei schlecht investiertes Geld. «Wir verdienen mit diesen Personen noch Geld und das ist moralisch höchst verwerflich», so Brem weiter. Er stellte einen Rückweisungsantrag und verlangte die Prüfung eines Kaufs einer Liegenschaft. Brems Antrag fand kein Gehör und wurde mit 13 Ja zu 40 Nein verworfen. Der Antrag des Gemeinderates daraufhin mit 30 Ja zu 8 Nein gutgeheissen.

Ja zum Schulhaus Jim Knopf
Nachdem die Gemeinde Bellikon letzte Woche ihren Kreditanteil für die Projektierung des Schulhauses Jim Knopf genehmigt hatte, sprach die Gemeindeversammlung Remetschwil auch ihren Anteil gut. Ohne Diskussionen genehmigte der Souverän 98 000 Franken für die Vorprojektierungsphase und 257 800 Franken für die Projektierungsphase. Gemeinderätin Vreni Sekinger stellte das Projekt vor und erwähnte, dass Jim Knopf vor allem in der Standortgemeinde Niederrohrdorf umstritten sei. Niederrohrdorf stimmt heute Freitag, darüber ab. Was denn passiere, wenn eine Gemeinde «Nein» sagt, wollte ein Stimmbürger wissen. «Wir haben keinen Plan B und alle Gemeinden müssen zustimmen. Falls eine Gemeinde ablehnt, ist rund eine Million Franken Planungskredit weg», so Sekinger weiter. Die übrigen Traktanden wurden alle mit grossem Mehr angenommen. Das sind vier Kreditabrechnungen sowie das Budget 2022 mit einem unveränderten Steuerfuss von 95 Prozent. Das Budget rechnet mit einem Ertragsüberschuss von 38 000 Franken.

Wie weiter mit Chlorothalonil?
Unter «Verschiedenes» orientierte Gemeinderat Maurizio Giani über die Wasserversorgung. Der Chlorothalonilwert im Trinkwasser lag im Februar 2020 weit über dem Toleranzwert, weshalb mehr Fremdwasser zugekauft wurde. Im März 2021 entschied das Bundesgericht, dass beim Chlorothalonil kein Höchstwert mehr gelten soll. Deshalb darf das Wasser aus eigenen Quellen wieder verwendet werden. Der Bundesgerichtsentscheid ist noch nicht definitiv. «Wir wissen nicht, was uns in Zukunft noch erwartet», so Giani weiter.
Zum Schluss der Versammlung wurden Gemeindeammann Rolf Leimgruber und Gemeinderätin Olivia Schmidt Baumann verabschiedet. Leimgruber war seit 2006 im Gemeinderat und die letzten acht Jahre Gemeindeammann. Schmidt Baumann ist seit 2014 in der Behörde. Beiden wurde ihr Einsatz mit anerkennenden Worten verdankt und sie wurden beschenkt. Der Gemeindeammann erhielt u. a. eine Fahne mit Remetschwiler Gemeindewappen, weil seine alte Schweizerfahne zerrissen ist.

Benedikt Nüssli

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