Stetten: Heuschrecken sind laute aber unscheinbare Sänger – Exkursion im Naturschutzgebiet
Am 4. September lud die Stiftung Reusstal zu einer spannenden Exkursion auf den Spuren der Heuschrecken ins Naturschutzgebiet Bösimoos ein. Ein Experte begleitete ...
Stetten: Heuschrecken sind laute aber unscheinbare Sänger – Exkursion im Naturschutzgebiet
Am 4. September lud die Stiftung Reusstal zu einer spannenden Exkursion auf den Spuren der Heuschrecken ins Naturschutzgebiet Bösimoos ein. Ein Experte begleitete sie.
Seit seiner Jugend ist Florin Rutschmann, Umweltingenieur und Heuschrecken-Experte, von den Heuschrecken fasziniert. Sein Ziel ist es, alle in Europa vorkommenden Arten zu dokumentieren. Keine leichte Aufgabe angesichts der Tatsache, dass in Europa etwa 1300 Arten vorkommen. An diesem warmen Abend gab er einem Publikum von neun Erwachsenen und vier Kindern im Naturschutzgebiet Bösimoos in Stetten einen spannenden Einblick in die Welt der Heuschrecken. Organisiert wurde die Exkursion von der Stiftung Reusstal. Die Heuschrecken werden in zwei Grossgruppen aufgeteilt, in die Kurzfühlerschrecken und die Langfühlerschrecken, zu welchen beispielsweise das Grüne Heupferd gehört. Wie der Name erahnen lässt, spielt bei der Einteilung die Fühlerlänge eine entscheidende Rolle. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Art und Weise der Gesangserzeugung. Der Gesang, also das Zirpen und Schnarren der Heuschrecken, ist artspezifisch, erklärte Rutschmann. Entweder werden die Flügel gegeneinander oder die Hinterbeine über eine Flügelader gestrichen.
Auf Heugümper-Fang gegangen
Da die Tonfrequenz einiger Arten an der Grenze zum Ultraschallbereich liegt, ist ein Fledermausdetektor sehr nützlich bei der Bestimmung. Die Färbung hingegen sei kein verlässliches Bestimmungsmerkmal, da diese sehr variabel sei, erläuterte Florin Rutschmann weiter.
Mit Gefässen durften alle ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen und auf Heugümper-Fang gehen. Mit geübtem Auge sortierte Rutschmann die gefangenen Tiere in Kurz- und Langfühlerschrecken, um anschliessend die Arten vorzustellen. Im Bösimoos kommen knapp 20 verschiedene Arten vor, sieben davon wurden aufgespürt, so drei verschiedene Grashüpfer-Arten, die Sumpfschrecke, die Grosse Schiefkopfschrecke, die Langflügelige Schwertschrecke und die Gewöhnliche Sichelschrecke. Zu jeder Art wusste der Experte eine erstaunliche Eigenschaft zu berichten. Zur Freude der Kinder durften sie ihre Fanggefässe am Schluss behalten. Weitere Infos auf orthoptera.ch. (zVg)