Die App warnt vor der tödlichen Gefahr

Fr, 17. Jul. 2020

Weltweit wird jeder vierte Verkehrsunfall durch Sekundenschlaf verursacht. Das gab Felix Hegg, Bruno Eigenmann und Gian Dogwiler zu denken. Sie beschlossen für ihre Maturaarbeit eine App zu entwickeln, die vor dieser Gefahr warnt. Sie wollen damit in erster Linie Leben retten.

Es war ein langer Weg, bis ihre App für den Sekundenschlaf marktreif war. In voraussichtlich drei Wochen wird «awaker» im App-Store erhältlich sein. Bis es soweit war, verbrachten die drei Kantischüler unzählige Stunden mit Programmieren. Sie mussten auch Rückschläge hinnehmen. Aufgeben kam aber für sie nie in Frage. Ihr Projekt war ihnen zu wichtig. Mit der App wollen sie ein Warnsystem gegen Sekundenschlaf zu erschwinglichem Preis anbieten.
Dazu muss nicht ein spezielles Gerät installiert werden, sondern es wird das eigene Handy benutzt. Mit der mitgelieferten Halterung wird es montiert zum Warnsystem. Zuvor muss die App beim App-Store heruntergeladen und aktiviert werden. Danach ist die Bedienung simpel. App öffnen und auf den Button drücken. Mittels Gesichtsscanning wird erkannt, wann der Lenker die Augen schliesst. Unmittelbar darauf ertönt zweimal, je nach Vorliebe, ein Pfeifton oder ein anderes Weckgeräusch. Der Preis mit Halterung wird 30 Franken betragen.

Fokus liegt auf praktischem Teil
Was sich für den Anwender simpel anhört, war mehr als nur anspruchsvoll bei der Realisierung. Wo der Fokus bei der Arbeit der Kantischüler liegt, wird bei der Gesamtbewertung klar. In der Vornote erhielt das Trio für den praktischen Teil eine Sechs, für die schriftliche Arbeit die Note 3,75. Was bei der App inzwischen perfektioniert wurde, lässt betreffend schriftlicher Note Platz nach oben offen. Die jungen Männer sehen das locker. Alle drei sind sehr gute Schüler. Bisher meisterten sie die Kanti ohne nennenswerte Probleme. Umso mehr war die Programmierung der App eine willkommene Herausforderung.

Programme mit Augenlidsensor
Ein Jahr Arbeit steckt hinter der Sekundenschlaf-App. Nebst der Entwicklung dieser musste sich das Trio aus rechtlichen Gründen selbstständig machen. Sie gründeten dafür ein Start-up-Unternehmen. Ihre Freude ist gross, dass sie nun kurz vor der Zielgeraden sind. Die App funktioniert, die Markteinführung steht an.
Für die Entwicklung mussten sie unzählige Algorithmen, lange Zahlenreihen und sechs verschiedene Programmiersprachen, wie Java oder Swift, anwenden. Zum Einsatz kommt auch ein neuronales Netzwerk, eine Art künstliche Intelligenz. Damit kann die App erkennen, ob nur geblinzelt oder ob wirklich das Augenlid geschlossen ist. Zusätzlich mussten die Kantischüler abklären, ob mit der von ihnen entwickelten App weltweit Patente verletzt werden. Die Schüler durchforsteten dafür circa 400 weltweit angemeldete Patente, die in irgendeiner Form mit Sekundenschlaf in Verbindung stehen. Fünf Patente blieben übrig. Nach Abklärungen durch eine befreundete Patentanwältin kam die Entwarnung. «Wir hatten uns schon Sorgen gemacht, dass der ganze Aufwand umsonst gewesen war», sagt Felix Hegg. Statt des endgültigen Aus, gaben die Schüler während des Lockdowns nochmal richtig Gas. Von frühmorgens bis spätnachts sassen sie an ihren Rechnern. Zwischendurch wurde die App von Probanden, unter anderen ihren Eltern, getestet. Dank deren Rückmeldungen konnten laufend Verbesserungen angebracht werden. Nun ist die Arbeit beendet. Ihre Vision mit der App Leben zu retten, könnte nun Realität werden.

Debora Gattlen

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