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«Wir sind definitiv im Zeitplan»

Di, 11. Aug. 2020

Bauverwalter Emanuele Soldati und Polier Guido Brunner sind zufrieden mit der Entwicklung des neuen Primarschulhaus-Baus. Das Sockelgeschoss ist weitgehend fertiggestellt. Im Oktober können plangemäss die Holzarbeiten beginnen. Im Sommer 2021 soll das 16,6 Millionen Franken teure Gebäude bezugsbereit sein.

Dabei ist es nicht so, als ob die Verantwortlichen keine Steine aus dem Weg räumen mussten, um das Projekt in Fahrt zu bringen: Während der öffentlichen Auflage im vergangenen Jahr ging eine Einsprache ein und die Massnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie sorgten für über das Übliche hinausgehenden Aufwand auf der Baustelle. «Umso bemerkenswerter, wie gut es läuft», freut sich Bauverwalter Emanuele Soldati und geizt nicht mit Superlativen. «Ausserordentlich» und «hervorragend» seien nicht nur die Fortschritte am Bau, sondern auch Ordnung, Sicherheit und Qualitätskontrolle. Wobei er klarstellt: «Die wesentlichen Inhalte der Einsprache wären sowieso berücksichtigt worden. Sie hat uns also nicht nach hinten geworfen, obwohl das Medienberichte ärgerlicherweise unterstellt haben. Wir liegen sehr gut im Zeitplan.»
Das bestätigt auch Baustellenleiter Guido Brunner. Für ihn haben die Corona-Massnahmen eine zusätzliche Herausforderung bedeutet. «Wir konnten nicht wie gewohnt mit einer ganzen Mannschaft anfahren», sagt er. «In Fahrzeugen wie in den Baracken durften sich maximal drei Arbeiter gleichzeitig aufhalten. Und wir mussten die WCs mit Warmwasser, Seife und Desinfektionsmittel ausrüsten.» Keine Probleme bereitete hingegen die Einhaltung des Mindestabstands, so Brunner. «Auf der Baustelle ist genug Platz, auch wenn zu Spitzenzeiten bis zu 30 Leute gleichzeitig beschäftig waren.»

Kies per Fernbedienung
Auf dem Hof lädt ein Arbeiter gerade Kies von einem Laster in den stählernen Betonkübel. Er benutzt dazu eine Fernbedienung. Per Kran wird das Füllmaterial dann zum Einsatzort transportiert, einem Punkt in der Drainage-Grube. Der Sickerungskies in ihr verhindert, dass sich Wasser rund um das Gebäude aufstaut. Auf dem Dach des Untergeschosses nageln Elektroinstallateure Boxen für Licht und Bewegungsmelder fest, während Armierer Stahl und Sanitärinstallateure Rohre heranschleppen. Laute Rockmusik ertönt. Das neue Primarschulhaus soll eine Gesamtgeschossfläche von 5350 Quadratmetern erhalten. Das Volumen kann zum jetzigen Zeitpunkt bestenfalls erahnt werden. Beim Gang über die Baustelle werden dafür bereits die Dimensionen der neuen Aula mit ihren bis zur Decke reichenden Portalen deutlich. Die Aula wurde gegenüber der ursprünglichen Planung nochmals vergrössert. Sie soll dereinst nicht nur für schulische, sondern auch für Vereinsanlässe und sonstige Veranstaltungen zur Verfügung stehen.

Drei Geschosse aus Holz
Am Aufgang zum nächsten Stock sind gerade Gerüstbauer beschäftigt. Treppentürme führen durch alle Stockwerke und sind neben der Erschliessung für die Statik wichtig. Denn nur das Untergeschoss wird betoniert. Die weiteren Geschosse werden aus Holz gebaut. «Im Oktober beginnen die Holzarbeiten», kündigt Bauleiter Brunner an.

Moderne Technologie
Eines seiner liebsten Spielzeuge ist indes das digitale Vermessungssystem, gesteht Bauleiter Brunner. Dieses benutzt GPS, um geodifferenzierte Daten zu liefern, etwa für die Pläne der Kanalisation, der Böden oder der Wände. Mit seinem Tachymeter, das aussieht wie ein robustes Tablet, steuert er zufrieden Punkte auf der Baustelle an und zeigt deren Koordinaten. «Ich benutze dieses System seit einigen Jahren fast täglich. Damit können wir genauer und schneller arbeiten als früher.»

Stefan Böker


Vorgeschichte

2017 gab es den ersten Anlauf, die Stimmbürgerinnen und -bürger wiesen den Projektierungskredit aber zurück an den Mellinger Gemeinderat. Zusammen mit der Arbeitsgruppe Schulhausplanung ging dieser über die Bücher. Die überarbeitete Planung bekam im Juni 2018 die Genehmigung der Gemeindeversammlung. Ein Jahr später gab die Gemeindeversammlung grünes Licht für den Kredit von 16,6 Millionen Franken. In den Sportferien dieses Jahr konnten dann die Bagger auffahren. Der Spatenstich in der zweiten Woche nach den Ferien bot eindrucksvolle Bilder: Die Schulkinder durften, ausgerüstet mit Helm, Schaufel und Sicherheitsweste, selbst Hand anlegen. Die Schülerinnen und Schüler der Einführungsklassen standen an vorderster Front. Sie werden das Schulhaus schliesslich am Längsten benutzen. (sb)

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