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Die Gemeinde Remetschwil plant ihre Zukunft

Fr, 28. Aug. 2020

Remetschwil hat sich vom ländlich geprägten Bauerndorf zum beliebten Wohnort entwickelt. Doch in den letzten Jahren stagnierte das Wachstum. Eine Überalterung ist feststellbar. Jetzt gibt sich die Gemeinde ein Leitbild, wie sie sich entwickeln soll.

Räumliches Entwicklungsleitbild Remetschwil (REL)», heisst das 42 Seiten starke Papier, das im Entwurf vorliegt. Es soll aufzeigen, wie sich die Gemeinde Remetschwil bis ins Jahr 2040 entwickeln soll. Das Dossier ist nach einer Mitwirkung der Bevölkerung und nach der Genehmigung durch den Gemeinderat behördenverbindlich und dient als Grundlage für die Überarbeitung der Nutzungsplanung, die mittlerweile seit 15 Jahren gültig ist. Ein zweiter, 40-seitiger Bericht, befasst sich mit dem Verkehr und den Verkehrswegen. Noch bis zum 23. September kann sich die Bevölkerung dazu äussern. Letzte Woche informierte der Gemeinderat über sein Vorhaben. Gut 60 Personen folgten der Einladung. Gemeindeammann Rolf Leimgruber war hocherfreut, dass sich so viele dafür interessierten, wie er dem «Reussbote» auf Anfrage mitteilte.

Der Überalterung entgegenwirken
Remetschwil hat eine der schönsten Wohnlagen der Region mit prächtiger Aussicht bis in die Alpen. Dieser Vorteil wirkt sich beim Landpreis, der derzeit um die die 1000 Fr. pro Quadratmeter liegt, aber negativ aus. «Wir sind ein Dorf mit vielen Einfamilienhäusern», sagt Leimgruber. Nicht alle können sich ein teures Einfamilienhaus leisten, so der Gemeindeammann weiter. Das wirkt sich auf das Bevölkerungswachstum und auf die Bevölkerungsstruktur aus. In den letzten Jahren wies die Gemeinde praktisch ein Nullwachstum aus. Während zu Beginn der 1970er-Jahre die Altersgruppe bis 40 Jahre dominierte, sind es heute die 40- bis 64-Jährigen. In den letzten Jahren stark zugenommen hat der Anteil der Pensionierten (siehe Grafik).

Bolismatt: Platz für 220 Einwohner
Der Gemeinderat kann nur bedingt Einfluss nehmen. Im Gebiet Bolismatt aber ist eine Fläche von 1,87 Hektaren unbebaut. Das entspricht etwa der Grösse von 2,5 Fussballfeldern. Das Leitbild sieht dort eine gemischte Überbauung mit Mehrfamilienhäusern, Läden und einer gewerblichen Nutzung vor. «Das wäre ideal für jüngere Familien», sagt Rolf Leimgruber. Die Planung geht in der Bolismatt von 220 neuen Einwohnern aus. Der Gemeinderat hat sich im Vorfeld mit allen Eigentümern von Bauland getroffen. «Alle haben uns zugesichert, dass sie in den nächsten zehn Jahren ein Bauprojekt starten werden», so der Gemeindeammann.
Die durchgrünten Wohnquartiere am Hang prägen das Erscheinungsbild Remetschwils stark. Im Gebiet Buchsli ist eine weitere Fläche von 0,78 Hektaren unüberbaut. Die Planer schlagen hier eine Wohnüberbauung für circa 60 Einwohner vor.

Ortskerne geben Identität
Die Ortskerne von Remetschwil, Busslingen und Sennhof sind zentral für die Identität und die Wahrnehmung der Gemeinde und müssen in ihrer Qualität erhalten und weiterentwickelt werden, heisst es im Bericht weiter. Die Planer gehen von einem Potenzial von je zehn zusätzlichen Einwohnern bei den Restaurants Zur Post und Kreuzstrasse aus.
Werden die freien Flächen gemäss dem Entwicklungsleitbild umgesetzt, so steigt die Einwohnerzahl Remetschwils von heute bis ins Jahr 2040 auf 2350 an.
Die Flächen für die öffentlichen Bauten und Anlagen reichen für den künftigen Bedarf aus, kommt die Studie zum Schluss. Im Gebiet Hintere Goger plant der Gemeinderat ein Regenbecken und einen neuen Entsorgungsplatz als Ersatz für den bestehenden beim Schulhaus. Zu prüfen ist, ob die westliche Hälfte der Parzelle den heutigen Bedürfnissen noch entspricht. Diese Zone wurde einst für den Bau eines Altersheims geschaffen, das aber nie realisiert wurde.

Gewerbe in Busslingen
Schliesslich empfiehlt der Bericht im Gebiet Bodenächer in Busslingen eine Überbauung für Gewerbe und Dienstleistungsbetriebe zu realiseren. Ein Teil der Fläche (1 ha) wird schon heute für Lager und Gewerbe genutzt.

Benedikt Nüssli

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