GASTKOLUMNE

Di, 04. Aug. 2020

Die Musikkauffrau und Musikjournalistin Maja Banovic lebt in Niederrohrdorf. Sie beschäftigt sich in der Freizeit mit Musik, Literatur, Geschichtswissenschaft und bildender Kunst. Mit Fitnesstraining hält sie sich fit.

Denker und Querdenker

Bereits in der Antike haben grosse Denker ihre Mitmenschen dazu angeregt, die Dinge ein wenig anders zu betrachten. Es ist normal, dass ein Kind zuerst die Ansichten der Eltern übernimmt, doch irgendwann in einem jungen Leben kommt der grosse Umbruch, auch Pubertät genannt. Bei den meisten Leuten ist diese bloss eine Phase, welche sich zur grossen Erleichterung der Eltern irgendwann wieder legt.
Bei manchen Menschen aber geht es ein ganzes Leben lang so weiter: Alles Gehörte und Gesehene wird kritisch betrachtet und schliesslich über Bord geworfen. Gleichzeitig wird in den Gang des selbstständigen Denkens geschaltet, in welchem sich viele berühmte Denker, Vordenker und vor allem Querdenker ihr Leben lang befinden.
Sie sind der Kieselstein im Schuh des Konformisten, dem alles von der Norm abweichende zu anstrengend ist. Individualismus? Wo kämen wir denn da hin?
Der Homo sapiens schreit gerne nach Biodiversität – überall, nur nicht bei sich selbst.
Kaum weicht ein Zeitgenosse mal von der Norm ab, wird gleich der Schierlingsbecher gefüllt.
Der Trinkspruch lautet dann jeweils «Das haben wir schon immer so gemacht!», womit das Ende allen Fortschritts eingeläutet wird.
In jedem Zeitalter hat es enorm viel Mut gebraucht, gegen den Strom zu schwimmen. Denken wir mal an die Zeit der Geschwister Scholl zurück, als es hiess «Wer gar kein Hemd mehr besitzt, der kann sich immer noch das braune anziehen.»
Als Regimegegner wurden die kritisch denkenden Studenten durch die Guillotine beseitigt, während sie heute als Ikonen mit Kultstatus gelten.
Leonardo da Vinci, seines Zeichens Universalgenie, riskierte für seine anatomischen Studien Kopf und Kragen. In seinen 67 Erdenjahren schaffte er es, jede seiner Ideen umzusetzen, ausser der Sache mit dem Fliegen. Diesen Traum verwirklichten schliesslich die Brüder Wright rund 400 Jahre später mit dem ersten Motorflug, an den damals niemand so richtig glaubte. Spott und Hohn begleiteten die beiden «Träumer» ohne Schulabschluss, nur damit das Fliegen kurze Zeit später für Millionen Menschen normal wurde, derweil bei Erich von Däniken noch ganz andere Sachen durch die Lüfte fliegen.
Man hat all diese Menschen Spinner oder Phantasten genannt, doch von ihrem Mut konnte die gesamte Menschheit profitieren. Wir brauchen wieder mal ein paar Verrückte – Seht nur, wohin die Normalen uns gebracht haben!

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