«Eigentlich bin ich Mädchen für alles»

Di, 29. Sep. 2020

Fast sein gesamtes Arbeitsleben hat Dieter Rimpf beim Energietechnikunternehmen Läuchli AG verbracht

Dieter Rimpf hat vor 40 Jahren als Heizungsmonteur bei der Läuchli AG angefangen. Den Wandel vom Installationsbetrieb zum Handelsunternehmen hat er hautnah miterlebt. Heute ist er der dienstälteste Mitarbeiter.

Ich brauche keine Zahlen und Beschriftungen, ich habe es im Gefühl, wo die verschiedenen Produkte sind», sagt Dieter Rimpf beim Gang durch das Auslieferungslager der Läuchli AG. Er kennt jede Ecke im Gebäude an der Birrfeldstrasse in Mellingen; das Lager mit 700 Quadratmetern gibt es seit 24 Jahren. Zielsicher steuert er die verschiebbaren, bis zur Decke reichenden Regale an und zeigt Heizkessel in verschiedenen Formen und Grössen. Auch zahlreiche Ersatzteile und Zubehör lagern hier. Beim Rundgang erzählt Rimpf, wie sich das Unternehmen seit seinem Eintritt gewandelt hat. «Als ich 1980 angefangen habe, installierten wir viele Ölheizungen. Heute sind Wärmepumpen das bevorzugte Heizungssystem. Die Installation übernehmen Partner, wir kümmern uns um den Unterhalt und Service.»

Wärmepumpen sind gefragt
Die Läuchli AG handelt in der ganzen Schweiz mit eigenen und dazugekauften Heizkesseln. Partnerfirmen – Heizungsbauer, Sanitärunternehmen oder Spengler – übernehmen die Installation. «Den gibt es eigentlich gar nicht», antwortet der 62-Jährige auf die Frage nach seinem alleinigen Arbeitsbereich. Eigentlich sei er Mädchen für alles, obwohl er sich hauptsächlich um den Unterhalt und Service von Wärmepumpen, Holz-, Solar- und Ölheizungen kümmert.
Rimpfs Aufgabe ist es unter anderen, die Stammkunden zu betreuen, darunter Firmen oder Privatleute, die er von Beginn an kennt. «Kunden haben mich schon in gespielter Verzweiflung gefragt, was sie denn machen sollen, wenn ich pensioniert werde», sagt er schmunzelnd. In zweieinhalb Jahren wäre das so weit. Ans Aufhören denkt der Familienvater indes noch gar nicht – obwohl er kürzlich zum ersten Mal Grossvater geworden ist und die neugewonnene Freizeit gerne mit der Familie verbringen würde. Aber die Arbeit macht einfach sehr viel Spass. «Wir sind ein super Team, die Aufgaben sind vielfältig, der Chef gibt uns viel Freiheit und lässt uns eigenverantwortlich arbeiten», zählt der Mellinger einige Gründe auf, warum ihm bei der Arbeit nie langweilig wird. Hinzu kommt der kreative Part: Es ist einer von Rimpfs vielen Jobs, Kundenwünsche zu erfüllen und die Heizsysteme an die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort anzupassen. Dann werden Rohre gebogen, es wird geschweisst und geschraubt, bis die Sonderanfertigung den Erwartungen entspricht. Auch die Endmontage der Läuchli Heizkessel, sprich: das Zusammensetzen der Komponenten, erfolgt vor Ort im Mellinger Lager, genauso wie die letzte Qualitätskontrolle. Wenn dann der letzte Arbeitsschritt mit dem Aufschrauben des Firmenlogos, erledigt ist, kann sich Rimpf zufrieden zurücklehnen.

Bewegte Geschichte
Der Bezug des Lagers, pünktlich zum 50-Jahr-Jubiläum der Läuchli AG im Jahre 1996, war ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte. «Davor haben wir alles in Garagen gelagert, verteilt auf mehrere Standorte», erinnert sich Rimpf. Seit Gründung der Firma im Jahre 1946 gab es mehrere solcher Entwicklungsschritte, die jeweils auch die Ausrichtung der Firma veränderten. Am Anfang beschlug Firmengründer Hans Läuchli, ein gelernter Huf- und Wagenschmied, noch Pferde. Er stellte Pneuwagen her, reparierte Landmaschinen und andere Geräte. Das war noch an der Bruggerstrasse 1. 1952 erfolgte der Umzug an den heutigen Standort Salzmattstrasse 1. Mitte der 1950er-Jahre orientierte sich der Betrieb immer mehr in Richtung Sanitär und Rohrleitungsbau. Als 1963 der älteste Sohn Hans-Ulrich als ausgebildeter Sanitär-Installateur in den elterlichen Betrieb eintrat, wurde der Haustechnik-Teil ausgebaut. 1981 kam der jüngere Bruder Werner in den Betrieb, der als gelernter Handelsreisender den Wandel zum Handelsunternehmen vorantrieb. Hans-Ulrich Läuchli ist heute noch der Firmeninhaber; sein Bruder wurde 2014 pensioniert.
Heute hat das Unternehmen acht Mitarbeitende und betreut rund 150 Kunden in der ganzen Schweiz. «Man muss flexibel sein, um zu überleben», fasst Rimpf zusammen. «Aber dadurch bleibt es ja auch jeden Tag spannend.»

Stefan Böker

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