Es tut weh — Alte Bäume müssen weg

Fr, 25. Sep. 2020

Rodungsarbeiten wegen Strassensanierung an der Badenerstrasse durch den Forstbetrieb Heitersberg

Krachend fällt ein alter Baumriese punktgenau auf die Böschung. Die Rodungsarbeiten laufen auf Hochtouren. Entlang der Badenerstrasse müssen wegen der Strassensanierung einzelne Bäume, Hecken und ein Teil des Hofmattwäldlis weichen. Die Bäume werden zu Häckseln verarbeitet.

Wer bis anhin auf der Hauptstrasse durchs Dorf fuhr, ahnte meist nicht, dass sich mitten im Dorf ein ausgewiesener Wald befindet. Den Einheimischen ist aber das Hofmattwäldli ein Begriff. Der Wald im Bachtobel ist nicht nur Teil des Schulwegs, sondern auch eine kleine Naturoase mit ökologisch wertvollen Bäumen. Ein gesunder Mischwald mit Eichen, Buchen, Eschen, Ahornen und Rottannen. Im oberen Teil müssen nun die alten Baumriesen weichen. «Es handelt sich um eine temporäre Rodung», sagt Revierförster Peter Muntwyler. «Die gerodeten Bäume des Waldes werden nach den Bauarbeiten wieder aufgeforstet.» Nebst den Rodungsarbeiten werden gleichzeitig auch zwei abgestorbene Bäume im unteren Teil des Waldes entfernt. Auch wenn der Wald im Moment erschreckend kahl aussieht, soll er für die kommenden Generationen erhalten bleiben und auch eine Trittsteinfunktion für Vögel und Kleinlebewesen bleiben.

Strasse bekommt einen Radstreifen
Die Badenerstrasse wird bei der Sanierung verbreitert und mit einem markierten Radstreifen ergänzt. Wer bis anhin mit dem Velo auf der offiziellen Fahrradroute des Kantons fuhr, musste sich in acht nehmen. Wegen der engen Strassenverhältnisse konnten ein Postauto und ein Lkw nur knapp kreuzen. Kam ein Fahrradfahrer dazu, wurde es brenzlig. Mit der Strassensanierung wird die Verkehrssituation für alle Verkehrsteilnehmenden verbessert und mit dem Fahrradstreifen eine weitere Lücke der kantonalen Fahrradroute geschlossen. Dafür muss ein Teil des Hofmattwäldlis vorübergehend geopfert werden. Da die Böschung bei der Waldparzelle bereits jetzt schon steil abfällt, muss diese weiter zurückversetzt werden. Aus diesem Grund müssen Bäume, die nicht in unmittelbarer Nähe wachsen, ebenfalls gefällt werden. Am Dienstag begann das Team vom Forstrevier Heitersberg mit den Rodungsarbeiten. Die Bäume wurden mit der Motorsäge gefällt, mit einem Stahlseil auf die Strasse gezogen und von da mit dem Greifarm des Forstfahrzeugs in den bereitstehenden Container gehievt. Die gefällten Bäume werden später beim Forstbetrieb zu Häckseln für energetische Zwecke, zum Beispiel als Brennstoff für Holzschnitzelheizungen, verarbeitet. Während den Rodungsarbeiten wird der Verkehr aus Sicherheitsgründen einseitig geführt. Ein Verkehrsdienst ist vor Ort.

Panne beim Forstfahrzeug
Pech hatte das Forst-Team als kurz vor dem Mittag bei der Forstmaschine ein Hydraulikschlauch platzte. Damit aufgrund des Defekts kein Öl auf die Fahrbahn gelangte, musste die Maschine, trotz Mittagspause, auf der Fahrbahn stehenbleiben. Geplant war, während dieser Zeit die Strasse für den Verkehr wieder freizugeben. Damit der Verkehrsdienst-Mitarbeiter trotzdem eine Mittagspause machen konnte, übernahm Revierförster Muntwyler kurzerhand, zusammen mit einem Mitarbeiter, den Dienst. Der Ersatzschlauch konnte in dieser Zeit bei einer Vertragsfirma in Wettingen besorgt und in Oberrohrdorf wieder eingebaut werden. So konnte das Forst-Team nach dem Mittag planmässig weiterarbeiten. «Je nach Witterung benötigen wir für die Rodung eine Woche.»
Am 19. Oktober wird mit den Bauarbeiten für die Strassensanierung begonnen. Sie dauern voraussichtlich bis im Herbst 2022.

Debora Gattlen

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