banner

Eine Beschwerde gegen die Massentests

Di, 23. Feb. 2021

Der Zürcher Stephan Seiler reicht wegen Corona-Massentests Strafanzeige gegen Kantonsärztin ein

Die Massentests mit 700 Kindern polarisieren. Gegen die Kantonsärztin und gegen die Schule Mellingen-Wohlenschwil wurde deswegen Strafanzeige eingereicht. Vorgeworfen wird «Nötigung, Freiheitsberaubung und Entführung».

Gegen die Kantonsärztin Yvonne Hummel, sowie gegen die Schulleitung und die Schulpflege der Primarschule Mellingen-Wohlenschwil wurde vergangene Woche eine Strafanzeige eingereicht. Die Beschwerde, die den Angezeigten «Nötigung, Freiheitsberaubung und Entführung» vorwirft, richtet sich gegen die Massentests an der Primarschule. Angeordnet hatte sie die Kantonsärztin, nachdem wenige Tage vor Ferienbeginn in vier Klassen sieben Kinder positiv getestet worden waren – in vier Fällen handelte es sich dabei um eine mutierte Version des Coronavirus.
Am Donnerstag, 4. Februar, wurden über 700 Kindergarten- und Primarschulkinder auf Covid-19 getestet («Reussbote», 5. und 9. Februar). Der Massentest wenige Tage vor den Sportferien aber hatte für Aufregung unter den Eltern gesorgt. Wer allerdings einen negativen Testbescheid hatte, konnte die zweiwöchigen Sportferien, wie geplant und ohne Einschränkungen antreten. Zahlreiche Familien waren froh, dass sie die Ferien nicht in Quarantäne verbringen mussten.

Ein Zürcher reicht Beschwerde ein
Einige Eltern hatten sich hingegen nach dem Massentest an den Zürcher Stephan Seiler gewandt, der sich selbst als «investigativen Journalist» bezeichnet und eine eigene, nicht unumstrittene, Internetplattform «orwell news» betreibt. Seiler hatte im Januar bereits in Zürich Beschwerde gegen die Bildungsdirektorin Silvia Steiner eingereicht, um gegen den Maskenzwang an Primarschulen ab der vierten Klasse in Zürich vorzugehen. Nun also auch gegen die Aargauer Kantonsärztin und die Primarschule in Mellingen. Die Beschwerdeschrift hat der Zürcher alleine unterzeichnet – Mellinger Eltern sucht man als Mitunterzeichnende vergeblich.
Seiler sagt auf Anfrage, dass er sich für die Mellinger und Wohlenschwiler Kinder wehren würde. Massentests wie sie in Mellingen durchgeführt wurden – also mittels Stäbchen, respektive PCR-Test mit Nasen-Rachen-Abstrich – würden bei kleinen Kindern Spuren hinterlassen. Seiler will mit der Beschwerde erreichen, dass die Kantonsärztin für die aus seiner Sicht «unrechtmässige Tat geradestehen muss».

Schulpflege: «Anzeige ist abstrus»
Fiona Strebel, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft Aargau, bestätigt auf Anfrage, dass am 10. Februar Strafanzeige an die Staatsanwaltschaft Baden eingereicht worden sei. Die Anzeige wurde an die Oberstaatsanwaltschaft überwiesen. Dies sei bei Fällen, die mit Covid-19 zu tun haben, das übliche Vorgehen, erklärt Strebel: «Die Oberstaatsanwaltschaft prüft die Anzeige. Wie lange das dauert, kann noch nicht gesagt werden.» Das Departement Gesundheit und Soziales will zum laufenden Verfahren keine Stellung nehmen.
Simon Koller, Schulpfleger an der Primarschule Mellingen-Wohlenschwil und zuständig für die Kommunikation, schliesslich sagt: «Wir leben in einer Demokratie. Jeder darf sagen und schreiben was er mag, egal ob fundiert oder abstrus. Bei dieser Anzeige ist meines Erachtens das zweite der Fall. Wir sehen ihr gelassen entgegen und kommentieren sie nicht. Es ist höchste Zeit, dass wir den Fokus wieder auf das Wesentliche legen: Auf die wichtige Arbeit unserer Lehrpersonen für unsere Kinder im Klassenzimmer, mit gutem Mut und Zuversicht.» (hhs/dg)

Ganzer Artikel ist nur für Abonnenten verfügbar.
Kategorie: 

Stellenangebote

Immobilienangebote

Kommende Events

Weitere Angebote

Trending

1

Sie geben der Natur eine Chance

Nach dem überraschenden Tod von Präsident Andri Kisseleff stand der Natur- und Vogelschutzverein vor einer ungewissen Zukunft. Jetzt wurde der Vorstand ergänzt, neuer Präsident ist Thomas Lang.