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Das wird für alle Vereine eine Herausforderung

Di, 02. Mär. 2021

2. Liga: Der Aargauische Fussballverband will schon am 10./11. April mit der Fortsetzung der Meisterschaft beginnen

Das wird knackig! Nachdem der Bundesrat grünes Licht für die Junioren gegeben hat, können auch die Aktiven reduziert mit dem Training beginnen. Schon in vier Wochen will der AFV die Meisterschaftsrückrunde in Angriff nehmen. Das zwingt die Vereine zu Improvisation und grosser Flexibilität.

Sie scharren zu Tausenden wie junge Rennpferde vor dem ersten Rennen mit den Hufen. Die Fussballer können es kaum erwarten, bis sie endlich wieder dem Ball nachjagen können. Seit der Bundesrat letzte Woche grünes Licht für die Junioren gegeben hat, hofft der Fussballverband, auch die Aktivfussballer in drei Wochen mit richtigem Mannschaftstraining ins Rennen zu schicken. Seit gestern dürfen die Teams reduziert trainieren. 15 Personen in der Gruppe sind erlaubt. Allerdings müssen die Aktiven auf Körperkontakt verzichten. Gemeinsames Lauftraining, taktische Übungen und Schusstraining sind aber erlaubt. Die Erwartung des AFV, schon bald wieder mit richtigem Fussballspielen beginnen zu können, beruht auf einer Hypothese. AFV-Präsident Luigi Ponte geht davon aus, der Bundesrat werde die Einschränkungen soweit lockern, dass ab 22. März auch die Aktiven ihr Mannschaftstraining mit Körperkontakt aufnehmen können. Festgeschrieben steht das allerdings nirgends. Eine weitere Öffnung macht der Bundesrat von der Entwicklung der Covid-19-Ansteckungsrate abhängig.
Im Aargauischen Fussballverband ist die Spielplanung für die Meisterschaftsrückrunde weit fortgeschritten. Die Vereine wurden aufgefordert, die Fussballplätze baldmöglichst bereit zu stellen, damit der dicht gedrängte Spielplan eingehalten werden kann.

Durchgehend «englische Wochen»
Luigi Ponte sitzt in diesen Tagen wie auf Nadeln. Einmal, weil auch er nicht weiss, ob der unter Hochdruck entstandene Spielplan diesmal auch seine Gültigkeit haben wird. Zum Anderen, weil die Fussballplätze vielerorts noch tief und kaum spielbereit sind. Dabei werden die Plätze beansprucht wie noch selten. Denn damit die Meisterschaft in den verschiedenen Ligen, wie vorläufig geplant, bis zum 5. Juli durchgepeitscht werden kann, kommt es für die Teams praktisch durchgehend zu «englischen Wochen». Vereine können wählen, in welchem Rhythmus sie spielen wollen, entweder Freitag/Dienstag oder aber Mittwoch/Samstag.
Ein solcher Spielrhythmus nach knapp drei Wochen Mannschaftstraining und nur wenigen Vorbereitungsspielen, macht die Aufgabe für die Übungsleiter in den Vereinen besonders anspruchsvoll. «Nun werden wir sehen, wer während des Lockdowns auf der faulen Haut gelegen hat und wer individuell gut trainiert hat», sagt Verteidigerhaudegen und Sportchef Martin Bräuer beim 2.-Ligisten FC Niederwil. Der Niederwiler Trainerstaff steckte letzten Samstag nach langem erstmals wieder die Köpfe zusammen, um gefühlt, die sechste Vorbereitungsplanung für die Rückrunde aufzustellen.

FC Niederwil beginnt heute
«Es wird für uns alle eine sehr herausfordernde Zeit», sagt Trainer Gino Saporito. Schon heute Abend trifft sich die Mannschaft auf der Riedmatt zu einem ersten Training. Auf dem Programm stehen – coronakonform – Laufeinheiten, taktische Übungen mit dem Ball und auch etwas Schusstraining. Wahrscheinlich wird der Trainingsbesuch mehr als 15 Spieler umfassen. Es dürfen sich aber gemäss bundesrätlichem Erlass nur 15 Personen treffen. Deshalb wird wohl räumlich getrennt in zwei Gruppen trainiert. Die Niederwiler hätten gerne mindestens einmal pro Woche auf dem Kunstrasen in Wohlen trainiert. Aufgrund des hohen Eigenbedarfs des FC Wohlen, müssen sie sich allerdings noch etwas gedulden, bis sie dort Platz finden. Bis dahin haben sich die Niederwiler einmal wöchentlich zu einem Zoomtraining getroffen, bei der Mitspieler Luca Angst als «Vorturner» den Takt angegeben hatte. «Damit haben wir für uns Neuland betreten», sagt Sportchef Martin Bräuer. «Auch wenn es kein Ersatz für Training draussen auf dem Spielfeld ist, so war es doch eine gute Möglichkeit, sich zu treffen und gemeinsam zu trainieren.»

FC Fislisbach weicht nach Zürich aus
Auch beim FC Fislisbach wurden die elektronischen Möglichkeiten genutzt. Daneben trafen sich Gruppen mit maximal fünf Personen zum gemeinsamen Joggen. Nach dem Lockerungsbescheid aus Bern von letzter Woche, hat sich der FC Fislisbach jeweils für den späten Montagabend in Zürich auf der Allmend Brunau einen Kunstrasenplatz reserviert. Die Rasenplätze auf dem Esp sind zurzeit noch nicht bereit und in eher schlechtem Zustand. Und auf dem Sandplatz möchten die Spieler aus Angst vor Verletzungen nicht trainieren.

Auch FC Othmarsingen in Zürich
Im Gegensatz zum FC Fislisbach und zum FC Niederwil, welche beide die Vorrunde auf vorderen Tabellenrängen abgeschlossen haben, muss der FC Othmarsingen um den Klassenerhalt bangen. Vier von 15 Teams steigen aus der 2. Liga ab. Othmarsingen liegt vier Zähler hinter dem rettenden Strich auf dem zweitletzten Tabellenplatz. Deshalb hat Othmarsingens neuer Übungsleiter Emilio Munera seine Spieler schon früh in Fünfergruppen auf den Platz beordert, um Kondition zu büffeln. Auch die Bünztaler haben sich für ihr Training Kunstrasenplätze in Zürich reserviert. Mal sehen, wer von den drei 2.-Ligavereinen im «Reussbote»-Revier am besten mit der besonderen Situation in dieser Vorbereitungszeit zurecht kommen wird.

Beat Gomes

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