Die Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin und die Gebotsschieber auf dem Weg nach Bern
Der ungewöhnliche Trupp bewegte sich nur mit Muskelkraft über den Heitersberg, im «Gepäck» die zehn Gebotstafeln Vol. 2. Die steinernen Werke der beiden Künstler ...
Die Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin und die Gebotsschieber auf dem Weg nach Bern
Der ungewöhnliche Trupp bewegte sich nur mit Muskelkraft über den Heitersberg, im «Gepäck» die zehn Gebotstafeln Vol. 2. Die steinernen Werke der beiden Künstler sollen zum Nach- und Weiterdenken anregen.
Die Überquerung des Heitersberg war sehr archaisch», sagen die Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin. Die freiwilligen Gebotsschiebenden mussten die letzten Kraftreserven bei der Überquerung des Heitersberg mobilisieren. Trotzdem waren alle mit vollem Einsatz dabei. Sie unterstützen so die Aktion «Zehn Gebote Vol. 2» der Riklin-Brüder. Mit von der Partie war auch Sascha Bauer mit Sohn Cirino (12). Cirino motivierte zusätzlich die Truppe mit selbstgemachen Schildern «Wir bringen den Stein ins Rollen» und mit Gummibärchen. Mit doppelter Energie rollten sie danach die Gebotsplatten weiter. Die Zwillingsbrüder aus St. Gallen führen mit ihrer Aktion unübliche Situationen herbei und werfen Fragen auf. Mit ihrem Werk «Zehn Gebote Vol. 2» wollen Frank und Patrik Riklin der Gesellschaft eine Orientierung für eine Zeit, die sich Mitten im Wandel von verschiebenden Wertesystemen befindet, bieten. Und das verpackt als schwergewichtiges Werk aus einer Tonne Sandstein. Auf den Platten sind die Riklinischen 10 Gebote eingemeisselt. Eine Art Kompass für das Leben von Einzelpersonen aber auch als Leitfaden für Firmen – Anregungen, um sich um- und neuorientieren. Die Idee zum Kunstprojekt kam den Riklinbrüdern mitten im Lockdown 2020. Sie meisselten vor dem Kloster in St. Gallen in nur zehn Tagen ihre Gebote in die massiven Sandsteintafeln. «Wir wollen mit unseren ‹zehn Gebotstafeln Vol. 2› weder die ‹Vol. 1› in Frage stellen noch überheblich sein», sagen sie. Die Tafeln sollen zwar provozieren, aber vor allem den wirtschaftlichen Gedankenprozess überdenken lassen. Auf dem Weg nach Bern können die freiwilligen Gebotsschieber darüber sinnieren. Gebot 3 heisst: «Breche zusammen, dann kannst du ausbrechen.» Nachdem die «zehn Gebotstafeln Vol. 2» in Bern angekommen sind, werden sie während zwei Jahren vor dem Museum für Kommunikation ausgestellt. Künftig kann der Weg, den die Tafeln nach Bern zurücklegten, als Reflektionsweg begangen werden. Gemeindeammann Gregor Naef weihte am letzten Mittwoch die Zwischenstation vor dem Gemeindehaus zusammen mit den Künstlern und Gebotsschiebenden ein. Eine Plakette weist auf die Aktion hin. Am nächsten Tag ging es zu Fuss weiter Richtung Bern. (dg)