Die Ortsbürger luden die Bevölkerung zu einem spannenden Dorfrundgang ein – 50 interessierte Personen folgten der Einladung
Die Niederrohrdorfer Ortsbürger haben die Dorfbevölkerung zu einem gemütlichen Dorfrundgang eingeladen. Rund 50 interessierte Personen ...
Die Ortsbürger luden die Bevölkerung zu einem spannenden Dorfrundgang ein – 50 interessierte Personen folgten der Einladung
Die Niederrohrdorfer Ortsbürger haben die Dorfbevölkerung zu einem gemütlichen Dorfrundgang eingeladen. Rund 50 interessierte Personen haben teilgenommen und bekamen interessante Informationen aus der Geschichte von Niederrohrdorf zu hören. Richard Irniger begrüsste die Besucher an diesem schönen und warmen Herbstmorgen. Er erklärte, dass früher die Ortsbürger für das Armenwesen zuständig waren, dieses aber im 19. Jahrhundert in die Verantwortung der Einwohnergemeinde überging. Bis vor wenigen Jahrzehnten kamen die Ortsbürger noch in den Genuss des Bürgernutzens, das heisst drei Ster Holz pro Jahr für die Beheizung des Wohnhauses. Heute besitzen die Ortsbürger noch den Wald in Niederrohrdorf, welcher durch den Forstbetrieb Reusstal bewirtschaftet wird.
Wissen Sie was ein Fischband ist oder wo früher die Kapelle und das Spritzenhaus standen? Diese Fragen beantworteten die Referenten in ihren Ausführungen zu sechs Themenkreisen. Gemeindeammann Gregor Naef erzählte von der Gründung und der Entwicklung der Egro, des bedeutendsten Industrieunternehmens in der Gemeinde. Alois Huser zeigte die wichtige Bedeutung und die Geschichte des Mühlebaches auf. Der Dorfbach führte im Mittelalter gar zu Streit zwischen dem Mühlebesitzer in Mellingen und den Niederrohrdorfern, welche das Wasser zur Bewässerung der Felder nutzten. Kastor Vogler berichtete an der Gedenktafel am Römerweg über die erfolgreiche Güterregulierung und Entwässerung vieler Gebiete während des zweiten Weltkrieges. Am wunderschön erhaltenen alten Dorfschulhaus erzählte Richard Irniger, dass die erste Schule im Dorf in der gegenüberliegenden ehemaligen Bäckerei Schmid lag. Er zitierte aus dem Gedicht «Gwitter überm Rohrdorferberg» vom Mundartdichter Josef Villiger, welcher während vieler Jahre Lehrer und Ehrenbürger in Niederrohrdorf war.
Die älteren Besucher haben ihre Erfahrungen und ihr Wissen eingebracht. So können sich noch einige Personen an die früheren Überschwemmungen des Mühlebaches erinnern, welche in Niederrohrdorf letztmals Anfang den 1980er-Jahren auftraten. Oder ein Teilnehmer erzählt woher der Name der Loorenstrasse stammt. Die Loore nannte man einen Wagen für den Abtransport des Torfes, welcher im Moos zwischen der Moosstrasse und der Loorenstrasse gestochen wurde. Der Torfabbau im Torfmoos (von den Einheimischen Maas genannt) war während Jahrzehnten im 19. Jahrhundert eine wichtige Einnahmequelle der Gemeinde. Ein alter Brauch der Bevölkerung war das Streuen von etwas Torf auf die Gräber an Allerseelen.
Am Ende des Rundganges konnten die Teilnehmer einen Apéro geniessen mit einer Käseplatte und Weinen aus den Rebbergen von Niederrohrdorf. Die Teilnehmer wurden ermuntert, ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Erlebnisse den neu zugezogenen Einwohnern weiterzugeben und mitzuhelfen, dass sich die stark steigende Bevölkerung in der Wohngemeinde wohlfühlt und sich mit ihr und ihrer Entwicklung identifiziert.
(zVg)