Viel Spass, eine Ferienwoche lang
26.04.2022 Wohlenschwil, Region Reusstal, MägenwilDer Ferienspass begeistert in den Frühlingsferien mehr als 170 Mädchen und Buben
Grauer Eingang, graues Treppenhaus und dann, in einem Kelleratelier, viele Farbtöpfe. Sechs Mädchen und Buben tauchen Pinsel in Gelb und Rot und kreieren ihre Welt.
Unauffällig ...
Der Ferienspass begeistert in den Frühlingsferien mehr als 170 Mädchen und Buben
Grauer Eingang, graues Treppenhaus und dann, in einem Kelleratelier, viele Farbtöpfe. Sechs Mädchen und Buben tauchen Pinsel in Gelb und Rot und kreieren ihre Welt.
Unauffällig präsentiert sich das Mehrfamilienhaus in der Nähe des Bahnhofs in Mägenwil, umgeben von weiteren, genauso wenig auffälligen Wohnblöcken. Im Keller dieses unscheinbaren Hauses aber wird gerade das Leben in der ganzen Palette des Regenbogens entdeckt und auch gleich neu kreiert. Sechs Primarschulkinder malen im Atelier von Denise Dünki Ruesch, Präsidentin des Ferienspass Wohlenschwil-Mägenwil. «Actionpainting, Kunterbuntes Farbgespritze» heisst der Kurs, den Dünki in der Ferienspasswoche Wohlenschwil-Mägenwil zweimal am Nachmittag anbietet. An jeder Staffelei entlang der Wände wird gemalt, gespritzt oder mit einem Schwämmchen getupft. «Wertfreies Malen» praktizieren die Mädchen und Buben in Dünkis Atelier, inspiriert vom Malpädagogen Arno Stern.
Zwar gibt es Regeln. Die Wichtigste aber lautet: Was auf den Leinwänden entsteht, ist schön. Punkt. «Die Kreativität der Kinder zählt», sagt Dünki, um anzufügen, diese sei immer schön. Tatsächlich sind die Mädchen und Buben konzentriert am Schaffen, ernst und aufmerksam. Beim Palettentisch in der Mitte des Raumes tauchen sie ihre Pinsel in die Farbtöpfe. Die Farbe wird in den Töpfen nicht gemischt – auch das eine Regel. Gemischt wird auf dem Papier. Gewisse Techniken hat Denise Dünki zu Kursbeginn erklärt, dann aber lassen die Kinder ihrer Fantasie freien Lauf. Alle dürfen Papierbögen, so viele sie wollen, gestalten. Jedem Kind steht eine Leinwand zur Verfügung.
Tupfen, spritzen, malen, mischen
Philipp (7) tupft mit einem Schwämmchen blau-rot-grüne Kreise auf seine Leinwand, dann nimmt er einen Pinsel und verteilt gelbe Farbspritzer über das ganze Bild. Die Spritzer werden unter einer weiteren Schicht Tupfen verschwinden. Schicht für Schicht trägt Philipp auf. Als ein Spritzer ins Gesicht gelangt, stört ihn das. «Schlimm ist es nicht», sagt Dünki. Die Acrylfarbe sei harmlos und lasse sich auf der Haut gut abwaschen.
Amelia (9) bemalt ihre Leinwand in grün und blau. Es entsteht eine smaragdgrüne Fläche, die sie anschliessend weiss bespritzen will. Und Vanja (8) erklärt, dass sie auch daheim häufig male. Manchmal, erzählt sie, verkaufe sie ihre Bilder. «Wir brauchen das Geld für unsere drei Hasen.»
Gesprochen wird nur wenig
Im kleinen Kelleratelier wird an jeder Staffelei kreiert, mit Farbe und in unterschiedlichen Bewegungen. Gesprochen wird allerdings nur wenig, denn alle sind hoch konzentriert.
Denise Dünki schaut zu, wäscht Pinsel und Schwammtupfer aus und trocknet von Zeit zu Zeit eine Leinwand mit dem Fön. «Die kunstvoll bemalte Leinwand dürfen die Kinder am Ende des Kurses natürlich mit nach Hause nehmen», sagt sie. Die Papierbogen trocknen währenddessen in einem Regal. Sie werde sie nach einigen Tagen, bei einer Runde durch die beiden Dörfer, in die Briefkästen der kleinen Künstlerinnen und Künstler verteilen, erklärt Dünki.
Heidi Hess
Bilanz: Ferienspass
Mehr als 170 Kinder aus den Gemeinden Mägenwil und Wohlenschwil haben nach den Ostertagen an der Ferienspass-Woche teilgenommen und profitierten von insgesamt 45 verschiedenen und interessanten Kursen – einige doppelt geführt.
Zur Auswahl standen etwa ein Besuch bei der Bäckerei Meier oder bei der Jump Factory, auch Fechten, Reiten, Sport, Spiel und Action in der Turnhalle, Blumen stecken oder ein «Prinzessinnenkurs». (hhs)



