«Mellingen war eine Chance, zurückzukehren»
10.06.2022 Mellingen, Region ReusstalDie neue Co-Schulleiterin Olivia Meier spricht über Wertschätzung, Teamgeist und über Herausforderungen wegen Omikron
Die ersten hundert Tage hat die neue Co-Schulleiterin der Schule Mellingen-Wohlenschwil hinter sich. Olivia Meier erzählt, wie sie dazu kam, was ihr ...
Die neue Co-Schulleiterin Olivia Meier spricht über Wertschätzung, Teamgeist und über Herausforderungen wegen Omikron
Die ersten hundert Tage hat die neue Co-Schulleiterin der Schule Mellingen-Wohlenschwil hinter sich. Olivia Meier erzählt, wie sie dazu kam, was ihr gefällt und was ihr wichtig ist.
Olivia Meier lacht. Sie lacht viel. Ein gewinnendes, herzliches Lachen. Eines, das zeigen soll, wer in dieses Haus kommt, ist willkommen und wird wertgeschätzt. «Wir meinen es gut mit den Kindern», sagt die neue Schulleiterin. Gemeinsam mit Sandra Engler ist sie seit den Sportferien, nach dem Weggang von Felix Burkart, Co-Schulleiterin der Primarschule Mellingen-Wohlenschwil.
Mellingen ist für die Mutter von zwei erwachsenen Kindern kein Neuland. Olivia Meier ist im Städtli aufgewachsen, kennt hier jeden Weg und jedes Haus. «Ich bin hier stark verwurzelt», sagt sie. Bis auf wenige Jahre in Niederrohrdorf, hat sie immer in Mellingen gelebt, auch heute noch.
Unterrichtet hat sie als Primarlehrerin in den letzten 18 Jahren aber in Künten. Drei Jahre lang war sie zuvor in einem Teilzeitpensum in Mellingen tätig und ganz zu Beginn, nach ihrer Ausbildung zur Primarlehrerin in Zofingen, auch in Widen. Dabei habe sie erst «nach einem Schlenker an der Universität» realisiert, dass Kreativität und Eigenständigkeit beim Wirtschaftsstudium zu kurz kommen. Bei ihrer Tätigkeit an der Primarschule gefalle ihr vor allem die Arbeit mit den Kindern, sagt sie. Sie erlebe so viel Positives: «Die Mädchen und Buben sind offen für alles, was wir ihnen geben können.»
Das passt durchaus zu den Werten, auf welche die Schule Mellingen-Wohlenschwil sich ohnehin fokussiert: Die Neugier der Kinder aufrecht erhalten, miteinander und voneinander lernen und Verantwortung übernehmen. Olivia Meier hat die Ausbildung zur Schulleiterin berufsbegleitend begonnen. Ihre Motivation? «Ich hatte noch einmal Lust auf etwas Neues, für die letzten zehn Berufsjahre.» Und als in Mellingen die Stelle der Schulleitung frei wurde, musste sie nicht lange überlegen. Sie hätte das Schuljahr in Künten regulär beenden können, stattdessen hat sie ihr Pensum dort reduziert. «Mellingen», sagt sie, «das war für mich die Chance, zurückzukehren.»
Hundert Tage im Amt
Jetzt ist sie da. Rund hundert Tage im Amt. Ihr Büro befindet sich im Parterre des neuen Schulhauses in der Kleinen Kreuzzelg, in welchem man das Holz nicht nur überall sieht, sondern auch riecht. Bei einem Gang durch das Haus fällt der Blick auf Kinderzeichnungen vor Klassenzimmern – farbenfrohe Ballons, pastellfarben abgebildete Häuser der Mellinger Altstadt. Bildnerisches Gestalten zählt zu jenen Fächern, welche Olivia Meier neben Mathematik und Fremdsprachen wie Englisch oder Französisch besonders gerne unterrichtet hat. Einige Lektionen Französisch unterrichtet sie auch weiterhin im Primarschulhaus an der Bahnhofstrasse.
Sie sei hier in ein sehr gut eingespieltes Team gekommen, sagt sie. Das erleichtere die Einarbeitung enorm. Fast gerät sie ein bisschen ins Schwärmen: «Das ist ein total schöner Job.» Meier schätzt den Kontakt mit den Lehrpersonen, die Zusammenarbeit mit der Verwaltung und die Teamarbeit in der Schulleitung. Dabei war der Einstieg im Februar herausfordernd: Mit Omikron kam es zu einer weiteren Corona-Welle, die zu zahlreichen Personalausfällen führte. Gleich zu Beginn musste sie sich deshalb fast ausschliesslich um Stellvertretungen kümmern. Erst danach hatte sie Zeit, das Team der Schule Mellingen-Wohlenschwil und das Tagesgeschäft kennenzulernen. «Ich werde aber noch einige Monate benötigen», meint sie, «bis mir sämtliche Arbeitsabläufe im Schulleitungsalltag vertraut sind.»
Heidi Hess

