Michael Fischer landete im Johannibrunnen
Michael Fischer von der Druckerei Patrick Rohr in Mellingen hat sich seinen Abschluss redlich verdient. Grund genug, ihn ins Wasser zu tauchen oder – besser ausgedrückt – zu gautschen. Nach der erfolgreich vierjährigen ...
Michael Fischer landete im Johannibrunnen
Michael Fischer von der Druckerei Patrick Rohr in Mellingen hat sich seinen Abschluss redlich verdient. Grund genug, ihn ins Wasser zu tauchen oder – besser ausgedrückt – zu gautschen. Nach der erfolgreich vierjährigen absolvierten Ausbildung als Drucktechnologe EFZ wurde der frischgebackene Lehrabgänger an seinem Arbeitsplatz in der Druckerei gepackt und in einem Einkaufswagen mit Sonnenschirm zum Johannibrunnen gebracht, wo er nach traditionellem Buchdrucker-Brauch «gegautscht» und somit in die Gilde Gutenbergs aufgenommen wurde. Gautschmeister Marco Schuhmacher waltete seines Amtes, setzte die «beiden hinteren Balle» auf einen nassen Schwamm. «Der durstgen Seel ein Sturzbad obendrauf, das ist der Jünger Gutenbergs beste Tauf.» Und schon lag Michael Fischer im Johannibrunnen.
Der Brauch des Gautschens geht bis ins 16. Jahrhundert zurück und besagt, dass alle Buchdruckerlehrlinge zum Abschluss ihrer Lehrzeit auf einen nassen Schwamm gesetzt und danach ins Wasser geworfen werden, um symbolisch die schlechten Gewohnheiten aus der Lehrzeit abzuwaschen. Michael Fischer hätte es schlimmer treffen können, denn bei Temperaturen über 25 Grad war der Wurf ins kalte Wasser wohl eine angenehme Abkühlung! (bn)