Wassertarif steigt, Steuern sinken
15.11.2022 Remetschwil, Region RohrdorferbergVorschau auf die Gemeindeversammlung am 21. November in der Turnhalle
Das Budget 2023 sieht eine Senkung des Steuerfusses um drei Prozent auf 92 Prozent vor. Die defizitäre Wasserkasse macht im Gegenzug deutliche Tariferhöhungen notwendig. Ausserdem stehen die Erneuerung der ...
Vorschau auf die Gemeindeversammlung am 21. November in der Turnhalle
Das Budget 2023 sieht eine Senkung des Steuerfusses um drei Prozent auf 92 Prozent vor. Die defizitäre Wasserkasse macht im Gegenzug deutliche Tariferhöhungen notwendig. Ausserdem stehen die Erneuerung der Werkleitungen und Beleuchtung auf der Kantonsstrasse an.
Seit über 30 Jahren sind die Benützungsgebühren für Trinkwasser in Remetschwil unverändert. Mit 90 Rappen pro 1000 Liter sei das einer der günstigsten Tarife in der Region, heisst es in den Erläuterungen zur Winter-Gmeind. Dabei muss die Gemeinde 85 Prozent des Trinkwassers teils teuer einkaufen. Nur ein kleiner Teil stammt aus eigenen Quellen. Das meiste Wasser kommt mit 60 Prozent aus Bellikon, der Rest unter anderem aus Niederrohrdorf. Neu kann auch Wasser aus dem Regionalen Wasserverband Mutschellen bezogen werden. Mit 1,27 Franken pro m3 ist das Wasser dort aber am teuersten. Der Bezug aus Bellikon kostet 1,00 Franken, der aus Niederrohrdorf 91 Rappen pro Kubikmeter. Das eingekaufte Wasser ist also durch die Bank teurer als die Einnahmen der Gemeinde. Darüber hinaus musste man hohe Nachzahlungen an Bellikon leisten, weil die Nachbargemeinde über Jahre einen zu tiefen Wasserpreis berechnete. Um die defizitäre Wasserkasse zu sanieren, soll daher an der Gmeind ein neues Reglement genehmigt werden. Die Grundgebühr soll sich demnach verdoppeln und beträgt im Normalfall neu 60 statt 30 Franken pro Haushalt. Die Verbrauchsgebühr steigt auf 1,40 Franken pro Kubikmeter. Bauwasser kostet künftig zwei Franken statt einem pro m3. Die höheren Preise liegen laut Gemeinde jedoch im Vergleich mit den umliegenden Ortschaften noch im Mittelfeld. Ebenfalls zu genehmigen ist das neue Reglement der Tagesstrukturen. An der Sommer-Gmeind hatte das Stimmvolk einer Übernahme der Trägerschaft vom privaten Verein «SchTaRK» durch die Gemeinde mit 250 Stellenprozent per 1. Januar 2023 zugestimmt. Eine Preiserhöhung der Betreuungsgebühren ist im Rahmen der Übernahme nicht vorgesehen. Auf der Traktandenliste steht darüber hinaus die Genehmigung eines Verpflichtungskredits in Höhe von 930 000 Franken für neue Werkleitungen und Beleuchtung im Zuge der Sanierung der Rohrdorferstrasse. Der Kanton veranschlagt für die dringend erforderliche Strassensanierung sowie den Ausbau von Busslingerstrasse und Rohrdorferstrasse 9,5 Millionen, an denen sich die Gemeinde für den Innerortsbereich mit rund 590 000 Franken beteiligen muss. Da der Belag auf der Kantonsstrasse erneuert werde, mache es Sinn, auch die Werkleitungen sowie die Beleuchtung, soweit erforderlich, zu sanieren und zu ergänzen, schreibt der Gemeinderat.
Budget mit leichtem Überschuss
Das Budget 2023 rechnet mit einem minimalen Ertragsüberschuss – ohne Spezialfinanzierungen – von knapp 3600 Franken. Trotz einer geplanten Absenkung des Steuerfusses auf 92 Prozent (–3 %) wurden die Einnahmen von Einkommens- und Vermögenssteuern mit rund 7,2 Millionen Franken sogar leicht höher budgetiert als 2022. Die geplanten Nettoinvestitionen von 514 000 Franken, unter anderem für die Sanierung der Bushaltestelle Dorf, die Strassen- und Werkleitungssanierung im Hägler sowie die Gesamtrevision der Nutzungsplanung, können komplett über die Selbstfinanzierung gedeckt werden. Es bleibt ein Finanzierungsüberschuss von rund 183 000 Franken. Mit 39,1 Prozent und rund 2,9 Millionen Franken ist der Bereich «Bildung» der grösste Ausgabenposten im Budget, gefolgt von «Sozialer Sicherheit» mit 1,03 Millionen. Erfreulich ist die relativ geringe Nettoschuld pro Einwohner von knapp 850 Franken.
Michael Lux


