BBC-Lehrlinge als Namensgeber der «Cordoba»
13.01.2023 Region ReusstalIn Brugg gegründet und im Ostaargau verankert – die Orientierungslaufgruppe Cordoba feiert ihr 50-Jahr-Jubiläum
Heute vor 50 Jahren trafen sich 51 Personen und gründeten einen Verein, der sich ausschliesslich dem Orientierungslauf verschrieb.
Wer damals ruderte, ...
In Brugg gegründet und im Ostaargau verankert – die Orientierungslaufgruppe Cordoba feiert ihr 50-Jahr-Jubiläum
Heute vor 50 Jahren trafen sich 51 Personen und gründeten einen Verein, der sich ausschliesslich dem Orientierungslauf verschrieb.
Wer damals ruderte, Handball spielte, bei der Pfadi, den Kadetten, den Naturfreunden, in einem Turnverein oder im Alpenclub mitmachte, trat früher oder später zu einem OL-Wettkampf an. Der Aargauer Mannschaftslauf sowie die Kreis-OL in Brugg, Baden und Zurzach feierten damals Teilnehmerrekorde. Um die Enthusiasten zu sammeln, regten Beda Humbel aus Birmenstorf und der Brugger Martin Steinhauer die Gründung eines spezialisierten Vereins an. Im Gegensatz zu traditionellen Sportvereinen sollte die neue OL-Gruppe politisch, weltanschaulich und konfessionell ungebunden sein. Gleichzeitig wollten Frauen und Männer im selben Verein gleichberechtigt trainieren und sich organisieren. Dieses Seite-an-Seite-Stehen stellte zwei Jahre nach der Einführung des Stimm- und Wahlrechts für Frauen keine Selbstverständlichkeit dar.
BBC-Lehrlinge wählten Cordoba
Die Gründung glückte, mit einem aussergewöhnlichen Namen. Die Gründungsmitglieder verzichteten auf einen Stadt- oder Dorfnamen, denn das Einzugsgebiet war mit den Bezirken Baden, Brugg und Zurzach zu gross, um sich auf einen Ort festzulegen. Vorschläge wie «OLG Baden» oder «OLG Birmenstorf» – dort waren mehrere aktive Läufer zu Hause – kamen nicht zum Zug. Den fremdländischen Namen Cordoba hatten Lehrlinge der Badener Weltfirma Brown, Boveri & Cie. bereits um 1960 verwendet, wenn sie im Wald auf Postenjagd gingen. Erster Präsident wurde Willi Iseli. Schon ein Jahr später folgte Ernst Berger. Ein Glücksfall, denn unter seiner Führung organisierte der junge Verein 1975 die vierte Etappe des Schweizer Fünftagelaufs auf dem Siggenberg. Zwei Jahre später folgten im Gebiet Rüsler-Teufelskeller die Schweizer Mannschafts-Meisterschaften für Dreier-Equipen.
In jenen Jahren war der freiwillige Schulsport im Aargau als Teil der Jugend-und-Sport-Kurse ganz neu. In Baden und Umgebung sorgte Koni Schibli für stufengerechte Trainings, die neuste Erkenntnisse aus der Trainingslehre aufnahmen. Fast gleichzeitig begann die Schweizer OL-Bewegung ihre Laufgelände nach besonderen Normen zu kartieren und nicht mehr mit Landeskarten zu laufen. Der Effekt war ein enormer Boom, der sich auch im Ostaargau zeigte. Hier kam es 1978 zur Gründung von zwei weiteren Vereinen, die 2001 zu Bussola OK fusionierten. Im gleichen Jahr schlossen sich 50 Vereinigungen und 20 Verbände an der HTL Brugg-Windisch zum Schweizerischen Orientierungslaufverband zusammen. Der Aargau war Vorreiter und Schauplatz eines sportpolitisch bedeutenden Ereignisses.
Erstaunliche Weltmeister-Dichte
In den folgenden Jahrzehnten trugen «Cordobanerinnen und Cordobaner» regelmässig den Dress des Schweizer Nationalteams. Ruth Humbel aus Birmenstorf, ihr jüngerer Bruder Dominik, Thomas Bührer aus Endingen und Fiona Kirk aus Bellikon gewannen Medaillen an Weltmeisterschaften. Eine erstaunliche Dichte in einem Verein mit etwas über 200 Mitgliedern. Auch auf dem Feld der Organisation machte sich der Klub verdient. Jedes Jahr werden Wettkämpfe von regionaler Bedeutung ausgerichtet, zwischendurch nationale Wettkämpfe bis hin zum Weltcupfinale 2013 in Baden. Für das Jubiläumsjahr hat sich die OLG Cordoba, die neu als Cordoba OL-Club auftritt, viel vorgenommen. Bereits übermorgen startet in Nussbaumen die Treslag-Staffel unter Beteiligung des gesamten Junioren-Nationalteams. (zVg, pze)
Dieser Text ist eine Kurzversion eines Artikels aus den «Badener Neujahrsblättern 2023».


