Mägenwil/Mellingen/Wohlenschwil: Das Team des Forstbetriebs Birretholz erstellte zehn neue Tümpel im Wald
Der Aufwand lohnt sich. Verschiedene vom Aussterben bedrohte Amphibienarten werden von neu angelegten Tümpeln und Weihern des Forstteams Birretholz profitieren. So unter ...
Mägenwil/Mellingen/Wohlenschwil: Das Team des Forstbetriebs Birretholz erstellte zehn neue Tümpel im Wald
Der Aufwand lohnt sich. Verschiedene vom Aussterben bedrohte Amphibienarten werden von neu angelegten Tümpeln und Weihern des Forstteams Birretholz profitieren. So unter anderem auch die auf der roten Liste stehende Gelbbauchunke.
Seit anfangs Jahr führte das Team des Forstbetriebs Birretholz nicht nur Unterhaltsarbeiten an bestehenden Tümpeln aus. Sie erstellten zusätzlich nur in diesem Jahr bereits zehn über das ganze Forstrevier verteilte Tümpel und Weiher. Die Vernetzung zu bestehenden Tümpeln stand dabei im Vordergrund. Viele Amphibien, wie auch die Gelbbauchunke oder der Grasfrosch, stehen auf der roten Liste. Das heisst, sie sind vom Aussterben bedroht. Die Gründe für das Amphibiensterben sind vielfältig: Verlust des Lebensraumes, eine tödliche Pilzerkrankung, Pestizideinsatz in der Landwirtschaft, der Strassenverkehr und der Klimawandel. Der Forstbetrieb Birretholz setzt mit den Neuanlegungen von Teichen und Tümpeln ein Zeichen. Neue Teiche dienen als «Trittbrette» für die Weiterverbreitung von Amphibien. Revierförster und Betriebsleiter Markus Lüthy führt aus: «In der Gemeinde Möriken-Wildegg, welche durch unseren Forst bewirtschaftet wird, wurden bereits Gelbbauchunken nachgewiesen. In den Teichen oberhalb von Holzrüti wurde der Laubfrosch gesehen. Mit unserer Arbeit können wir dazu beitragen, dass sich auch an anderen Standorten bedrohte Amphibien verbreiten können.»
Jeder Teich im Forstrevier zählt
Seit Januar sind die Arbeiten in Gange. Das Forst-Team hob mit einem gemieteten Bagger Tümpel in verschiedenen Grössen und Tiefen aus. Das ist wichtig, da je nach Amphibienart ein grösserer oder kleinerer Tümpel benötigt wird. Wichtig ist auch, dass der Grund gut abgedichtet ist. «Wo immer möglich verzichteten wir zur Abdichtung der Gewässer auf künstliche Materialien», so Lüthy. So wurde der Grund mit Stabillehm, der von Müller Kies aus Stetten stammt, befüllt und nachher verdichtet. Die stehenden Gewässer haben sich inzwischen auf natürliche Weise durch Regen oder kleine Bäche gefüllt. Gerade noch rechtzeitig zur Kröten- und Froschwanderung. Bereits sind Laich und auch schon geschlüpfte Kaulquappen zu sehen. Bepflanzt werden die neuen Tümpel nicht. «Nach ein bis zwei Jahren werden von selbst Pflanzen an den Tümpeln wachsen», sagt Lüthy. Das Team sorgte aber an den Ufern mit Wurzelstöcken oder Holzhaufen, welches mit Erdreich bedeckt wurde, für Kleinstrukturen. Diese dienen den Amphibien und weiteren Waldbewohnern als Unterschlupf.
Füchse und Hirsche an den Tümpeln
Den Beweis, dass die Teiche nicht nur für Amphibien wichtig sind, sondern auch von anderen Waldtieren genutzt werden, liefern die vom Forst-Team aufgestellten Fotofallen. So konnten im Revier an den Teichen bereits Habichte, Füchse, Hirsche, Rehe und Dachse fotografiert werden.
Debora Gattlen