Ein Treffpunkt für jede Wetterlage
26.05.2023 Region ReusstalTägerig: Die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse haben den Roten Platz zu einem ihrer Lieblingsplätze erkoren
Der Rote Platz an der Schule Tägerig ist ein wichtiger Teffpunkt – während der Schulzeit und ausserhalb. Die Sechstklässlerinnen ...
Tägerig: Die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse haben den Roten Platz zu einem ihrer Lieblingsplätze erkoren
Der Rote Platz an der Schule Tägerig ist ein wichtiger Teffpunkt – während der Schulzeit und ausserhalb. Die Sechstklässlerinnen und Sechstklässler erzählen, was ihnen dort so gut gefällt.
Es ist 10 Uhr. Grosse Pause an der Schule Tägerig. Kaum ist die Pause eingeläutet, geht es auf dem Roten Platz neben der Schule auch schon hoch her: Eine Gruppe Kinder – vorwiegend natürlich Jungs – jagt dem schwarz-weissen Leder hinterher und stürmt Richtung Tor. Dann löst sich einer aus dem Knäuel, schiesst – und Tor! «Seid ihr die sechste Klasse», frage ich einen der Jubelnden. «Nicht nur», lautet die Antwort. Es würden auch noch Schülerinnen und Schüler anderer Klassen mitspielen. Ich aber bin heute mit der sechsten Klasse verabredet. Es geht um einen ihrer Lieblingsplätze, eben den Roten Platz.
Kurze Zeit später schart sich die Klasse von Lehrer Philipp Fink um mich. Neugierig beäugen die Sechstklässler den «Mann von der Zeitung». Die einen wirken eher schüchtern, ein paar Vorwitzige drängen nach vorn oder machen Faxen. «Ich habe gehört, der Rote Platz wäre einer eurer Lieblingsplätze, wer kann mir sagen, warum?», frage ich und imitiere instinktiv den Lehrertonfall. Sofort gehen ein paar Hände nach oben: «Wir sind in der Freizeit auf dem Platz, weil da viele sind, die wir kennen», erklärt die zwölfjährige Elisa als sie aufgerufen wird. Manchmal spiele sie hier auch Volleyball. Der gleichaltrige Henry kommt mit seinen Freunden ebenfalls nicht nur in der grossen Pause auf den Platz: «In meiner Freizeit gehe ich immer hierher. Und dann spielen wir «Matchli», berichtet er. Es sei ausserdem angenehm, dass der Platz nicht so gross sei: «Da muss man nicht so viel rennen und schwitzt nicht so in den Pausen», verrät er. Toll sei auch, dass man bei jedem Wetter auf den Platz dürfe, ergänzt einer seiner Klassenkameraden. «Man kann nicht nur Fussballspielen, sondern auch Basketball oder Weitsprung machen», meldet sich Jonas (12) zu Wort. «Handball auch», ruft einer seiner Kollegen in die Runde. Die praktischen Aspekte des Platzes weiss Lehrer Philipp Fink gleichermassen zu schätzen: «Hier herzukommen ist im Frühjahr und Herbst super, weil der Platz schnell trocknet», weiss er. Mit seinen Schülerinnen und Schülern spielt er hier auch gerne Frisbee, Kubb oder Cornhole. «Rote Plätze ziehen einfach Kinder an, das war auch in meiner Kindheit so», erinnert sich Fink.
Ein Treffpunkt im Dorf
Aber nicht nur zum Sporttreiben ist der Rote Platz ideal. Für die Kinder und Jugendlichen im Dorf ist es in erster Linie auch einfach ein zentraler Ort, um mit anderen zusammenzukommen: «Ich finde es schön, dass man einen Platz hat, um Zeit mit Freundinnen zu verbringen. Wir sind ja nicht mehr lange da», sagt Anic, die wie ihre Freundin Leonie im nächsten Schuljahr an die «Bez» nach Mellingen wechselt. Und auch manch anderer wird in der Rückschau fast ein bisschen wehmütig: «Ich komme seit der 1. Klasse her. Es ist eine schöne Erinnerung an die alten Zeiten», sagt einer. Für viele ist gerade die Lage des Platzes entscheidend. Denn der Jugendraum «Wassertank» ist gleich um die Ecke und auch zum «Volg» sei es nicht allzu weit. Wenn der FC Tägerig nebenan ein Match bestreite, sei man ausserdem gleich vor Ort, um die Mannschaft anzufeuern. Nicht nur zum Turnier, sondern auch sonst kommen Kinder und Jugendliche aus anderen Gemeinden gerne zum Spielen vorbei: «Es kommen viele aus Mellingen und aus Wohlenschwil», erzählen die Kinder. Denn dort habe man nur einen Rasen- oder Steinplatz.
Es gibt noch Alternativen
Selbst wenn der Rote Platz ein Favorit ist, es gibt in der Umgebung natürlich noch andere Lieblingsorte, welche die Sechstklässler toll finden: «Und wo geht ihr sonst noch gerne hin?», lautet meine Abschlussfrage am Ende der grossen Pause. «Die Riesenschaukel beim Kindergarten», lautet die spontane Antwort eines Mädchens. Auch der «Volg» wird gleich mehrmals genannt: «Das ist ein cooler Treffunkt!», findet ein Schüler. Andere zieht es etwas weiter weg – zum Steinbruch, zum Wasserfall und zur Waldhütte: «Im Sommer ist es im Wald schön kühl», lautet eine Begründung. «Wir sind oft am ‹Kappelli›», sagen dagegen zwei Freunde, die viel mit dem Velo unterwegs sind. In und um Tägerig gibt es viele schöne Plätzchen.
Michael Lux







