Er ist in Fislisbach und in den Bergen zu Hause
26.05.2023 Region ReusstalFislisbach: Michael Isler ist mit dem Dorf verbunden. Sein Lieblingsplatz ist da, wo er sich sehr viel aufhält. Bei ihm ist es das Feuerwehrlokal
Die Passion für die Feuerwehr liegt ihm im Blut. Bereits der Vater von Micheal Isler war Feuerwehr-Kommandant, sein Bruder Patrick ...
Fislisbach: Michael Isler ist mit dem Dorf verbunden. Sein Lieblingsplatz ist da, wo er sich sehr viel aufhält. Bei ihm ist es das Feuerwehrlokal
Die Passion für die Feuerwehr liegt ihm im Blut. Bereits der Vater von Micheal Isler war Feuerwehr-Kommandant, sein Bruder Patrick Isler ist der Aktuelle. Es liegt daher nahe, dass das Feuerwehrlokal zu den Orten zählt, wo er sich als Feuerwehr-Offizier viel aufhält.
Er ist seit elf Jahren aktives Mitglied der Feuerwehr Fislisbach. «Ich verbringe in der Feuerwehr viel Zeit», sagt Michael Isler (34). Zum einen durch die Übungen mit der Mannschaft, zum anderen bei Einsätzen im Ernstfall. An seinem Engagement für die Feuerwehr schätzt er den guten Zusammenhalt in der Mannschaft. «Man muss sich im Ernstfall blind vertrauen können», so Isler. «Da ist es von Vorteil, wenn man sich auch privat gut versteht», führt er aus. «Ein grosser Teil meines Kollegenkreises stammt aus der Feuerwehr.» Es ist daher nicht weiter erstaunlich, dass für Isler das Feuerwehrlokal der Ort ist, wo er sich viel und gerne aufhält. An der Feuerwehr gefällt ihm, dass der gesellschaftliche Teil nach den Einsätzen nicht zu kurz kommt. Dann wird zusammen ein Bier getrunken. «Wir gehen oft auch in ein Restaurant, damit uns die Bevölkerung sieht. Da können uns Leute auch Fragen stellen.»
Nebst dem Feuerwehrlokal hat Isler einen weiteren Ort in Fislisbach, wo er sich viel und gerne aufhält. Das ist sein Wohn- und Firmensitz an der Badenerstrasse.
Fislisbach perfekt zum Wohnen
Für Michael Isler ist Fislisbach nicht nur ein perfekter Wohn- und Arbeitsort. «Ich bin viel im Dorf unterwegs», sagt Isler. An Fislisbach schätze er die zentrale Lage. «Man ist nicht nur schnell auf der Autobahn, sondern auch mit dem öV in Baden oder Zürich. Zudem gebe es im Dorf alles, was man für den täglichen Bedarf brauche. «Wir haben im Dorf noch eine Metzgerei, eine Käserei und eine Bäckerei», führt er aus. Zudem schätze er, dass man schnell in der Natur ist. Um sich fit zu halten, joggt er mehrmals pro Woche beim Bahndamm oder über den Buechberg.
Er hat Benzin im Blut
Michael Isler ist von der Technik der
Autos seit Kindesbeinen an fasziniert. «Ich hielt mich als Kind jeweils in den Ferien und in meiner Freizeit gerne in der Werkstatt auf», sagt er. «Ich hatte auch damals schon einen Overall.» Trotz der Passion zur Technik und den Autos wählte Isler zuerst eine andere Berufslaufbahn. So absolvierte er nach der Schule eine KV-Lehre in der Immobilienbranche und wurde später Assistent in der Wirtschaftsprüfung. Mit 24 spürte er, dass ihm im Berufsalltag etwas fehlte. «Ich wollte lieber mit meinen Händen arbeiten», sagt er. So entschied er sich, eine zweite Lehre als Automobilmechatroniker zu machen. Nach der Lehre hängte er noch die Ausbildung als Automobildiagnostiker an. Letztes Jahr folgte der Abschluss als Betriebswirt. «Ich habe die letzten 15 Jahre Ausbildungen und Weiterbildungen absolviert», sagt er. «Ich geniesse es nun, keine Prüfungen und Hausaufgaben mehr zu haben.» Alles ging just auf. Seit diesem Jahr hat er die Garage vom Vater Markus Isler übernommen. «Die Belastung durch die Weiterbildungen wäre nebst der Geschäftsführung und dem Engagement in der Feuerwehr nicht gegangen», so Isler. Auf die von seinem Grossvater gegründete Garage ist er stolz. Es habe sich viel in der Autobranche geändert. Früher musste noch alles von Hand gemacht werden. Heute muss zuerst das Diagnostikgerät angehängt und anschliessend die Reparatur und der Service vorgenommen werden. Nicht weiter erstaunlich, dass die Garage Isler sich auch auf Oldtimer spezialisiert hat. «Wir haben langjährige Mitarbeiter und meinen Vater, die sich mit grosser Leidenschaft Oldtimern von Kunden annehmen. Unser Betrieb hat eine Grösse, wo das machbar ist.» Natürlich ist die Garage auch bei den neusten Trends mit dabei. So gibt es speziell geschulte Mitarbeiter, die auf alternative Antriebe, wie Hybrid-, Hochvolt- und Erdgasautos spezialisiert sind.
VW-Käfer-Cabriolet wird restauriert
Isler hat sich vor fünf Jahren einen Traum mit einem eigenen Oldtimer erfüllt. Das VW-Käfer-Cabriolet, Baujahr 1972, wird komplett von ihm in seiner Freizeit restauriert. «Ich arbeite nur daran, wenn ich Musse dazu habe», sagt er. «Ich habe das Auto komplett zerlegt.» Dabei achtet er darauf, dass der Käfer in den Originalzustand zurückgebaut wird. Diesen Herbst soll es soweit sein, dass er den elfenbeinfarbigen Käfer mit schwarzen Ledersitzen fahren kann.
Guggenmusik als Ausgleich
Isler hat nebst der technischen auch eine musische Seite. So ist er seit fünf Jahren bei der Bänkli-Clique Oberrohrdorf mit dabei und mittlerweile im Vorstand vertreten. «In der Gugge mitzuspielen, bietet mir eine gute Abwechslung zum Alltag», sagt er. Speziell sei, dass die Bänkli-Clique eine der letzten Männerguggen ist. Bevor er zur Bänkli-Clique wechselte, war er bis zu deren Auflösung Mitglied der gemischten Gugge «Notenquäler» in Filslisbach.
Bergsteigen: Der Gipfel ist sekundär
Isler ist nicht nur in Fislisbach gerne unterwegs, sondern auch in den Bergen. Seit sechs Jahren hat er sich dem Klettern und Skitouren verschrieben. Isler hat in den sechs Jahren bereits einige der 48 Viertausender der Schweiz bestiegen. So hat er unter anderem vor vier Jahren in einer Woche die Spaghettitour absolviert. Während dieser Tour werden elf Viertausender bestiegen und das Monte Rosa Massiv durchquert. «Die bisher schönste Besteigung habe ich letztes Jahr gemacht», verrät er. Die Besteigung des Eigers über den Mittelgrat stand 2022 an. Herausfordernd fand er die Besteigung des Grand Paradiso im Aostatal. «Auf dem Gipfel herrschten –20 Grad», sagt er. An Füssen und Gesicht habe er schon ein paar Mal bei den Touren kurzzeitige Erfrierungen davongetragen. Das fühle sich so an, wie bei einem Sonnenbrand. Bleibende Schäden, wie abgefrorene Zehen, habe er nicht. Bei all den sportlichen Ambitionen beim Bergsteigen sei er nicht auf den Gipfel fixiert. Im Vordergrund stehe bei ihm in erster Linie die Freude an der Natur. So musste er vor zwei Wochen bei der Besteigung des Nordends nur gerade 50 Meter unter dem Gipfelsattel umkehren, da eine Schneebrücke eingestürzt war. «Der Berg und nicht der Mensch entscheidet, ob man ihn besteigen kann oder nicht.» Wenn man das verinnerliche, könne auch das Risiko abgeschätzt werden.
Matterhornbesteigung steht bevor
Alleine ist Isler nie auf seinen Touren unterwegs, sondern immer mit dem gleichen Bergführer. «Wir sind inzwischen Freunde geworden», sagt er. «Ich bin als Selbstständiger in der glücklichen Lage, spontan zu einer Tour aufbrechen zu können, wenn das Wetter stimmt.» In der Schweiz gebe es noch einige 4000er, die er noch nicht bestiegen hätte. Einen davon will er demnächst in Angriff nehmen: Das Matterhorn. «Das Matterhorn ist nicht sehr anspruchsvoll. Was mir etwas Sorgen bereitet, sind die vielen Leute am Berg.» Ausserhalb der Schweiz würde er gerne als Fernziel den Denali besteigen. Er ist mit 6190 Metern der höchste Berg von Alaska. Für die Besteigung ist man zwei bis drei Monate unterwegs.
Was Isler am Bergsteigen fasziniert, ist, dass trotz guter Kondition die Tagesform und das Wetter eine entscheidende Rolle spielen. Das spüre er auch bei den Skitouren. Nach dem Aufstieg von manchmal fast sieben Stunden sei die rund einstündige Abfahrt jeweils die schönste Belohnung. «Es gibt jeweils einen Adrenalinschub, wenn man zwischen den Gletscherspalten fährt», führt er aus. Beim Bergsteigen oder Skitouren könne er gut vom oft hektischen Alltag abschalten. «Meistert man die Herausforderung am Berg, spürt man, dass auch im Alltag alles machbar ist. Das würde vielen Menschen guttun. Oft regen wir uns über kleine Sachen im Alltag auf. Das rückt definitiv beim Bergsteigen in den Hintergrund.» Wenn ich jeweils von einer Tour nach Hause zurückkehre, schätze ich es wieder, duschen zu können oder warm zu essen.
Debora Gattlen



