FC Niederwil locker vom Hocker
26.05.2023 Fussball, Sport3. Liga, Gruppe 2: Der FC Tägerig ging letzten Dienstagabend im Wolkenbruch zu Niederwil baden
Als gäbe es nichts Leichteres: Der FC Niederwil macht mit dem ewigen Rivalen aus Tägerig kurzen Prozess. Den Tägligern bleiben noch drei Spiele, um sich vor dem Abstieg zu ...
3. Liga, Gruppe 2: Der FC Tägerig ging letzten Dienstagabend im Wolkenbruch zu Niederwil baden
Als gäbe es nichts Leichteres: Der FC Niederwil macht mit dem ewigen Rivalen aus Tägerig kurzen Prozess. Den Tägligern bleiben noch drei Spiele, um sich vor dem Abstieg zu retten.
Toni Jurt ist der Fleisch gewordene Inbegriff des Tägeriger Fans. Sein Herz schlägt seit 53 Jahren Blau-Gelb. Niederlagen seiner Farben treffen ihn jeweils direkt ins Herz. An diesem Dienstagabend, an dem der Regen zeitweise wie Wasservorhänge quer über die Riedmatt schiessen, bleibt Toni Jurt ungewöhnlich ruhig. Das liegt wahrscheinlich daran, dass seine Farben zu keinem Zeitpunkt den Eindruck machten, sie könnten an diesem Abend etwas reissen. Alte Kämpen, die zahlreich von Tägerig herübergekommen sind, erzählen während der spannungslosen Partie, wie es früher in solchen Derbys zu- und hergegangen ist. Niederwil gegen Tägerig, das waren oft Spiele bei denen die Fetzen flogen. Man durfte alle Spiele im Jahr verlieren, nur dieses nicht. Davon ist bei dieser Ausgabe des Derbys rein gar nichts zu merken. Das Spiel ist eine einseitige Angelegenheit. Nicht dass die Tägliger nicht gewollt hätten. Das nicht. Aber sie konnten nicht. Das hing einerseits am Gegner. Die Niederwiler waren ihren Gegenspielern aus dem Nachbardorf ständig einen Schritt voraus. Es lag aber auch an den Tägligern selbst. Angefangen bei Rafael Annen, dem Leader dieser Mannschaft. Der war nämlich gar nicht da. Er weilt in den Ferien. Das bringt Philipp Oppenländer, einer von zwei Trainern, sichtlich aus der Fassung. «Zu meiner Zeit war ich mit meiner Freundin in den Bergen in den Ferien. Wenn der Trainer anrief, kam ich für einen Tag vom Berg runter, schoss zwei, drei Tore und ging wieder auf den Berg. Heute gehen sie während der Saison in die Ferien, wie es gerade passt. Die Mannschaft spielt da keine Rolle. Jeder macht, was er will. Sie kommen ins Training, wie es ihnen gefällt und stellen dann auch noch Ansprüche, wenn sie nicht in der Startaufstellung stehen.» Ohne Annen war die Tägeriger Hintermannschaft nichts weniger als eine Ansammlung von Einzelspielern, die sich von den Niederwilern ein ums andere Mal überlaufen liessen.
Oppenländer bleibt optimistisch
So leicht wie in dieser Partie kamen die Niederwiler in dieser Saison noch nie zu drei Toren. Und hinten hielten sie bis zum Schluss die Null. Dabei stand mit Raphi Peterhans mit dem Captain ein Feldspieler zwischen den Pfosten, weil kein Goalie zur Verfügung stand. Selbst gegen ihn brachten die Tägliger nichts Zählbares zustande. Das sagt wenig über Peterhans Fangkünste, aber umso mehr über die fehlende Effizienz der Tägeriger Angreifer aus. «Noch sind drei Spiele zu spielen», sagt Philipp Oppenländer mit ungebrochenem Optimismus. «Die wollen wir alle gewinnen.» Das Erste am besten heute, Freitagabend um 20 Uhr, zu Hause gegen Villmergen.
Beat Gomes
Match-Telegramm
FC Niederwil – FC Tägerig 6:0 (3:0)
Riedmatt, 130 Zuschauer
Tore: 25. Oliver Stutz 1:0, 39. Livio Rey 2:0, 45.+2. Rafael Schertenleib 3:0, 54. Fabrice Rätz 4:0, 65. Damian Wüthrich 5:0, 90. Joel Rey 6:0
FC Niederwil: Raphael Peterhans, David Näf, Oliver Allenspach, Luca Angst, Rafael Schertenleib, Luca Rey, Oliver Stutz, Joel Rey, Livio Rey, Damian Wüthrich, Fabrice Rätz
Eingewechselt: Martin Bräuer, Leutrim Buqa, Simon Haas, Lenin Bonito, Janis Holenweger
FC Tägerig: Jonas Simon, Besian Rushiti, Francesco Zanatta, Silvan Peterhans, Moreno Zanatta, Michael Truniger, Francisco José Henriques Alves Frade, Carlos Alberto Martins Alves, Joao Martins Costa, Nikoll Ukaj, Yunus Hamurtekin
Eingewechselt: Roman Lips, Tim Stammbach, Simone Gehrig, Pascal Meyer, Diamant Krasniqi, Jeffrey Knaus, Simon Koller


