Seit 25 Jahren gibt es das Kutschenmuseum; Toni Meier feiert dieses Jubiläum mit einer Ausstellung über wilde Tiere im Aargau
Die Jubiläumssausstellung lockt mit wilden Tieren ins Kutschenmuseum. Kurator Toni Meier erklärt, warum die beiden ...
Seit 25 Jahren gibt es das Kutschenmuseum; Toni Meier feiert dieses Jubiläum mit einer Ausstellung über wilde Tiere im Aargau
Die Jubiläumssausstellung lockt mit wilden Tieren ins Kutschenmuseum. Kurator Toni Meier erklärt, warum die beiden zusammengehören.
Ein Baummarder, der gerade einen Eichelhäher erwischt hat, die blau-schwarzen Federn noch in der Schnauze, eine Feldhasenfamilie, Fasan und Eisvogel, eine Schleiereule, der Waschbär, der Wiedehopf und ganz hinten, argwöhnisch blickend, ein Wolf. In einer grossen Halle hat Toni Meier vom Kutschenmuseum Oberrohrdorf alle wilden Tiere des Aargaus versammelt – ausgestopft selbstverständlich.
80 bis 90 Exponate sind es, die eigentlich Urs Hoppler gehören – ehemaliger Jäger, Jagdaufseher und Jagdleiter. Einzig das Murmeltier, dieser Bergler, muss als besonderer Gast im Unterland und in Meiers Ausstellung betrachtet werden. Das aber hat seine Bewandtnis: Daneben hängen Fotos von einem Luchs, der gerade ein Murmeltier gerissen hat. Im Berner Oberland sei das passiert, erzählt Toni Meier. Die aussergewöhnlichen Bilder konnte sein Patenkind fotografieren. «Deshalb wollte ich das Murmeltier auch unbedingt in dieser Ausstellung zeigen.» Der Luchs allerdings, dieser scheue Räuber, wurde im Aargau schon ab und zu gesichtet, zumindest auf Fotofallen.
Wildtiere als Jubiläumsgeschenk
Toni Meier hat seinem Publikum – und als Freund des Waldes auch ein bisschen sich selbst – diese Ausstellung zum 25-Jahre-Jubiläum des Kutschenmuseums geschenkt. Der Kutschenfreund holte die wilden Tiere in sein Haus und stellt sie alle bis Ende Juni in Oberrohrdorf aus – schönstes Anschauungsmaterial, auch für Schulklassen.
Abwegig sei diese Kombination nicht, erklärt Toni Meier. Denn Kutschen, Pferde und die Jagd gehören zusammen. Der 81-Jährige kann sich gut erinnern, wie er früher selbst Jäger in Kutschen, in sogenannten Jagdwagen, ins Jagdgebiet gefahren hatte: Mit den Pferden gelange man näher zu den Tieren, die die Ausdünstung des Pferdes nicht als bedrohlich wahrnehmen. «Einer dieser Jäger sprang mal von einem Wagen, den ich lenkte», erzählt Meier, «lehnte sich an einen Baum und zielte auf einen Rehbock.» Pferde und Jagd, davon zeugen auch Bilder und Fotos an den Wänden. Zu sehen sind «Sissi», respektive Elisabeth, Kaiserin von Österreich, auch Maria von Burgund, beide passionierte Falknerinnen und Jagd-Liebhaberinnen.
Der Lohn für viele Arbeitsstunden
Auch deshalb hat Toni Meier zur Ausstellungseröffnung am Museumstag den Wettinger Falkner Karl Meier eingeladen, der einem interessierten Publikum viel Wissenswertes über die Jagd mit dem Greifvogel erzählen konnte. Ohnehin sei der Anlass am vergangenen Sonntag ein voller Erfolg gewesen, berichtet Toni Meier. Über hundert bezahlte Eintritte konnte er verzeichnen. Zahlreiche Gäste, die das Museum zuvor noch nie besucht hatten, wurden auch von der thailändischen Küche angelockt. Auch darüber freut sich Meier, der gemeinsam mit Freund Heinz Weisskopf wochenlang viele Arbeitsstunden in die neue Ausstellung investiert hatte. Das aber, meint er, halte ihn fit.
Heidi Hess
Jeweils Dienstag und Mittwoch, 14 bis 17 Uhr und 20 bis 21 Uhr kann die Ausstellung bis zum 28. Juni in Oberrohrdorf besichtigt werden, – vor Ort sind auch Toni Meier und Urs Hoppler. Mehr unter: kutschen-museum.ch