Chaoten ziehen vermummt durch das Reuss-Städtchen und richten grossen Sachschaden an
Bereits im Vorfeld wurde auf sozialen Medien zu einem Halloween-Mob in Mellingen aufgerufen. Der Gemeinderat bot einen Sicherheitsdienst auf, die Repol markierte vermehrt Präsenz und die Kapo war ...
Chaoten ziehen vermummt durch das Reuss-Städtchen und richten grossen Sachschaden an
Bereits im Vorfeld wurde auf sozialen Medien zu einem Halloween-Mob in Mellingen aufgerufen. Der Gemeinderat bot einen Sicherheitsdienst auf, die Repol markierte vermehrt Präsenz und die Kapo war vor Ort. Trotzdem kam es zu Sachbeschädigungen durch vermummte Jugendliche.
Statt Kinder, die in gruseliger Verkleidung an Halloween friedlich von Tür zu Tür gehen und nach Süssigkeiten fragen, nutzten im ganzen Kanton Jugendliche den Anlass, um Unfug und Sachbeschädigung zu betreiben. 80 Einsätze mussten die Kapo und die Regionalpolizeien stemmen. Das Reuss-Städtchen ist bei der Polizei als Hotspot bekannt. Am Dienstagabend kam es zu verschiedenen Vorfällen mit Sachbeschädigungen.
Der Gemeinderat war vorgewarnt. In den sozialen Medien wurde ein Halloween Flashmob in Mellingen angekündigt. Als Prävention bot die Behörde die Secas Sicherheit GmbH mit sechs Personen und drei Patrouillenfahrzeugen für den Halloween-Abend von 20 bis 24 Uhr auf. Auch die Repol wurde über das bevorstehende Treffen informiert. «Die Repol Rohrdorferberg-Reusstal war mit einer Patrouille mehrmals in Mellingen vor Ort. «Wir mussten aber auch in anderen Gemeinden Einsätze leisten», führt Repolchef Daniel Schreiber aus. Gemäss Augenzeugen lieferten sich Personen des Sicherheitsdienstes und Repolbeamte beim Postplatz eine regelrechte Jagd mit den Jugendlichen. «Wir konnten rund 30, teils vermummte Jugendliche kontrollieren und ihre Personalien aufnehmen. Es waren auch auswärtige Personen dabei», sagt Schreiber. «Leider konnten wir einzelnen Personen aufgrund der Grösse der Gruppe keine Straftaten zuweisen. Wir haben aber Sturmhauben konfisziert.» Um 22.30 Uhr wurden die Jugendlichen von den Repolbeamten weggewiesen. Danach seien keine Meldungen mehr eingegangen. «Es ist den Jugendlichen nicht verboten, sich zu treffen. Kommt es zu Sachbeschädigung, sieht das anders aus», so Schreiber.
Steine, Böller und Eier flogen
Viele Anwohner des Quartiers zwischen dem Postplatz und der Schulanlage Kleine Kreuzzelg markierten in ihren Gärten am Halloween-Abend Präsenz. Sie wurden zuweilen angepöbelt und mit Eiern beworfen. Auch die Personen des Sicherheitsdienstes und die Repolbeamten wurden mit Eiern, Pyromaterial und Steinen beworfen. Zu Sachbeschädigung kam es am Oberstufenschulhaus Kleine Kreuzzelg. «Um 19.30 Uhr wurde die Fassade des Schulhauses mit Eiern beworfen und die Eingangstüre zertrümmert», führt Bernhard Graser, Mediensprecher der Kapo Aargau, aus. An der Wallisstrasse wurde zusätzlich bei einem Mehrfamilienhaus eine Scheibe bei einem Notausgang eingeschlagen. Zu einer Auffahrtskollision kam es kurz nach 21 Uhr auf der Birrfeldstrasse. Ein Autolenker erschrak und löste eine Vollbremsung aus als Jugendliche Pyromaterial mit Feuereffekt auf die Fahrbahn warfen. Als er bemerkte, dass der Zündsatz unter dem Auto liegen blieb, setzte er reflexartig zurück. Ein nachfolgendes Fahrzeug konnte nicht rechtzeitig anhalten. «Es ist nicht nur die Anzahl der Vorfälle bedenklich, sondern die Gewaltbereitschaft mit blinder Zerstörungswut. Das hat nichts mehr mit dem Halloween-Brauch zu tun», so Graser. Györgyi Schaeffer, Frau Gemeindeammann, fügt an: «Dank des Grossaufgebots an Polizei und des Sicherheitsdienstes konnte Schlimmeres verhindert werden.»
Debora Gattlen