Die Kulturkommission lud im Namen der Gemeinde zum Neujahrskonzert in die Aula Kleine Kreuzzelg
Das Cellisten-Duo «Duocalva» begeisterte mit einem «Best of» ihres Programms der letzten Jahre beim Neujahrskonzert das Publikum. «Zwei Celli für ein ...
Die Kulturkommission lud im Namen der Gemeinde zum Neujahrskonzert in die Aula Kleine Kreuzzelg
Das Cellisten-Duo «Duocalva» begeisterte mit einem «Best of» ihres Programms der letzten Jahre beim Neujahrskonzert das Publikum. «Zwei Celli für ein Halleluja»: ein irrwitziger und humorvoller Ritt durch die Welt der Klassik und der Populärkultur.
Seit 27 Jahren sind Alain Schudel und Daniel Schaerer bereits ein eingefleischtes und vor allem eingespieltes Duo. Das merkte man vom ersten Takt des Konzerts – ebenso wie die Tatsache, dass den beiden Cellisten mit Meister- und Solistendiplom die Orchestergräben namhafter Opernhäuser nicht fremd sind. Wer sonst könnte Wolfgang Amadeus Mozarts «Zauberflöte» im Schnelldurchlauf von nur 63 Sekunden anspielen – inklusive «Königin der Nacht» und pantomimisch vorgespielter Handypause? Wer es bis dahin noch nicht gemerkt hatte: Allzu ernst durfte man die beiden Musiker – der eine aus dem «schönen Zürich» und der andere aus dem «regnerischen Aargau» – nicht nehmen. Nicht nur, weil sie ihre perfekt gespielten Stücke stets mit gar übertriebenem Pathos vortrugen. Spätestens als die beiden händchenhaltend «Im Aargau sind zwei Liebi» trällerten oder bei Rossinis Oper «Wilhelm Tell» plötzlich ins Bonanza-Thema und den Folksong «Go ‹Tell› it on the Mountain» wechselten oder im Anschluss gar ein Fondue-Rezept zu einer klassischen Meldodie zum Besten gaben, musste auch der Letzte in der vollbesetzten Aula Kleine Kreuzzelg herzhaft lachen.
Stimmung im vollbesetzten Saal
Auch der eine oder andere Kalauer durfte natürlich nicht fehlen – wenn etwa von Andrea Bo-Cello oder Cellolitis die Rede war. Bei allem Witz und Schelmerei zeigten die beiden Virtuosen jedoch immer wieder ihr wahres Können. Beim «Wunschkonzert» spielten sie mal eben «Variationen auf einer Seite» vom Teufelgeiger Niccolò Paganini und wechselten während der Melodie ganz locker hin und her. Wobei Schudel ein gequältes Gesicht aufsetzte und vorgab, Mühe zu haben, während Daniel Schaerer, der nach eigenen Angaben früher sogar einmal Cello-Lehrer in Mellingen war, das Stück scheinbar leicht von der Hand ging. Die Stimmung im Saal stieg und bei Johann Strauss’ Radetzky-Marsch klatschte schliesslich das ganze Publikum mit und verlangte am Ende des einstündigen Neujahrskonzertes mehrfach eine Zugabe. «Ein schönes Konzert statt politischer Reden» hatte Frau Gemeindeammann Györgyi Schaeffer zu Beginn versprochen – und genau das war es auch. Fehlen durfte im Anschluss natürlich nicht der obligatorische Apéro. Bäcker Adrian Häntze kredenzte dazu sogar nochmals seinen legendären Zopf. Wer Duocalva verpasst hat, kann sie übrigens mit ihrem neuen Programm «Die Cellonauten» am Freitag und Samstag live in Lenzburg erleben.
Michael Lux