120 kleine Mädchen und Buben der Primarschule läuteten bei der Alten Kirche und beim «Rössli» in Büblikon den Frühling ein
Die Freude steht ihnen ins Gesicht geschrieben: Mit Glöckchen, Blumen und Liedern rufen sie den Frühling. Und sie haben ...
120 kleine Mädchen und Buben der Primarschule läuteten bei der Alten Kirche und beim «Rössli» in Büblikon den Frühling ein
Die Freude steht ihnen ins Gesicht geschrieben: Mit Glöckchen, Blumen und Liedern rufen sie den Frühling. Und sie haben damit Erfolg.
Was für eine schöne Idee, den Frühling zu locken und herbeizurufen. Ganz besonders an diesem grauen, kühlen Dienstagmorgen. 120 kleine Mädchen und Buben, Kindergarten- und Primarschulkinder aus Wohlenschwil – unter ihnen auch eine Gastklasse aus Mellingen, sangen vor der Alten Kirche in Wohlenschwil und beim Restaurant Rössli in Büblikon. «Früelig isch i de Luft» aber auch «tätsch, da isch go schneie cho», weil der April nicht weiss, was er will. «Die Kinder lernen für diesen Anlass viele Frühlingslieder, welche die Lehrpersonen auch immer mal wieder auswechseln», erklärte Schulleiterin Sandra Engler.
Geübt hatten die Mädchen und Buben die Lieder in ihren Klassen und danach gemeinsam im Chor. Für das Wohlenschwiler «Frühlingseinläuten» hatten sie ausserdem gemalt, geklebt und genäht: In die Haare wurden blumenverzierte Stoff-Bänder geflochten, rosa und lila Nelken aus Krepp-Papier hielten manche in ihren Händen und mit kleinen Glocken in Schneeglöggli-Form bimmelten sie um die Wette. Eine wundersame Vielfalt an floralen Kunstwerken war in den letzten Wochen in den Wohlenschwiler Schulzimmern entstanden. Aufgeregt liefen die Kinder nun durch das Dorf, vorbei an Müttern und Vätern, Grosseltern und Bekannten.
Es dürfte sich beim «Frühlingseinläuten» in Wohlenschwil um keine sehr alte Tradition handeln. Zumindest kann sich auf Nachfrage niemand im Publikum daran erinnern, als Kind selbst beim «Frühlingseinläuten» mitgesungen zu haben. Das Frühlingsritual für die Kinder von Kindergarten bis Primarschule-Unterstufe dürfte wohl 15 oder 20 Jahre, alt sein, wird vermutet. So genau scheint das niemand zu wissen. Dass seit einiger Zeit auch so viele Glocken erklingen, kommt gut an – das erinnert ein bisschen an Chalandamarz und den Schellen-Ursli aus dem Engadin. Sicher ist, es macht allen Spass.
Nach einem Fussmarsch bis zum «Rössli» in Büblikon stimmen die Kinder ihre Lieder erneut an. Wer könnte da widerstehen? Den Frühling jedenfalls lässt das Werben nicht kalt: Verführt und verzückt von Liedern und blumigen Kreationen der Mädchen und Buben lachte die Sonne am Dienstagnachmittag über dem Reusstal.
Heidi Hess