Beim Alterszentrum Im Grüt zeichnet sich eine Lösung für das Brandschutzproblem ab
Die Brandschutzpolizei forderte für den Anbau des Alterszentrums nachträglich eine Nottreppe aus Stahl. Die ist jetzt vom Tisch. Stattdessen wird das bestehende Treppenhaus ...
Beim Alterszentrum Im Grüt zeichnet sich eine Lösung für das Brandschutzproblem ab
Die Brandschutzpolizei forderte für den Anbau des Alterszentrums nachträglich eine Nottreppe aus Stahl. Die ist jetzt vom Tisch. Stattdessen wird das bestehende Treppenhaus umgerüstet.
Die Verantwortlichen des Alterszentrums fielen im vergangenen Jahr aus allen Wolken. Nur acht Monate nach Fertigstellung des neuen Anbaus bemängelte die Feuerpolizei bei einer Begehung das bestehende Brandschutzkonzept. Dieses sah im Ernstfall die Evakuierung der Bewohnerinnen und Bewohner des neuen Trakts über die Passerelle und dann über die Aufzüge im Hauptgebäude vor. Die Aargauische Gebäudeversicherung (AGV) sprach von einer «Fehlinterpretation» der Baubewilligung und forderte eine Nachrüstung in Form einer stählernen Nottreppe auf der Seite zum Tiergehege. Begründung: In der Passerelle stünden Tische und Stühle, die im Ernstfall den Fluchtweg behinderten.
«Wir verstehen es nicht, aber leider ist die gesetzliche Grundlage knallhart», sagte Baukommissionspräsident Leo Peterhans vor einem Jahr als das Baugesuch für die Fluchttreppe öffentlich auflag. Denn im Gegensatz zur Evakuierung über die Passerelle bräuchten die teils auf den Rollstuhl oder den Rollator angewiesenen Bewohnerinnen und Bewohner bei einer Flucht über die Nottreppe zwingend fremde Hilfe.
Neue Lösung wird genauso teuer
Ähnliche Erkenntnisse brachte auch eine Feuerwehrübung letzten Sommer («Reussbote», 11. Juli 2023), bei der von den Einsatzkräften eine horizontale Evakuierung bevorzugt wurde. Seither hätten verschiedene Besprechungen zwischen dem Architekten und der AGV stattgefunden, berichtet Peterhans. Letztere habe aber eine Evakuierung über die Passerelle nach wie vor nicht akzeptiert.
Immerhin, die unschöne Nottreppe wird nun wohl doch nicht den Neubau verunstalten: «Das wäre aus architektonischer Sicht eine Katastrophe gewesen», so Peterhans, der erleichtert ist, dass sich nun eine andere Lösung abzeichnet. Der Architekt sei aktuell dabei, anhand der Vorgaben das Brandschutzkonzept zu überarbeiten. Dieses sieht neu eine Evakuierung über das bestehende Treppenhaus im Anbau vor. Dazu müssen, laut Peterhans, im Treppenhaus Brandschutztüren installiert werden. Diese würden sich im Fall eines Brandes automatisch schliessen, um eine «Verrauchung» zu verhindern. Darüber hinaus sind kleinere Anpassungen bei Lüftung und Elektronik nötig. Die Chancen stünden gut, dass die AGV das Konzept akzeptiere, glaubt Peterhans: «Wenn alles gut läuft, werden wir im Laufe des Sommers die baulichen Massnahmen umsetzen.»
Einen Wermutstropfen hat das Ganze allerdings: Billiger als die ursprünglich geplante Nottreppe wird die neue Kompromisslösung voraussichtlich leider nicht. Bei den Kosten bewege man sich in etwa der gleichen Grössenordnung, so Peterhans. Laut ersten Schätzungen belaufen sich diese auf rund 100 000 Franken.
Michael Lux