Die alten Schulmöbel werden auf einen grossen Sattelschlepper verladen und in die Ukraine in die Region Schitomir gefahren
An der Stetter Schule haben sie ausgedient. Die 110 Pulte und 200 Stühle werden aber nicht entsorgt, sondern gehen an Schulen in der Ukraine. Sie werden ...
Die alten Schulmöbel werden auf einen grossen Sattelschlepper verladen und in die Ukraine in die Region Schitomir gefahren
An der Stetter Schule haben sie ausgedient. Die 110 Pulte und 200 Stühle werden aber nicht entsorgt, sondern gehen an Schulen in der Ukraine. Sie werden sehnlichst erwartet.
Pünktlich am Mittwochmorgen um 8 Uhr stand der 40-Tönner mit ukrainischer Nummer in der Auffahrt der Schule. An der Windschutzscheibe, gut sichtbar, das Zeichen für humanitäre Hilfe. Damit kann der Chauffeur die Grenzen bis in die Ukraine ohne Verzollung passieren. «Es ist im Moment relativ einfach, Hilfsgüter in die Ukraine zu senden», sagt Andreas Günter vom Verein Pro Schule Ost.
Weniger einfach war das Einparken des Lkws. Trotz hervorragenden Fahrkünsten des ukrainischen Chauffeurs Wladimir Bliashuk gelang es ihm nicht, die enge Kurve zur oberen Zufahrt zur Schule zu befahren. Nach mehrmaligem Vor- und Zurücksetzen entschieden die Verantwortlichen, den Sattelschlepper beim Fernwärmeanbau zu parken. Für die Beladung musste nun eine zusätzliche Gehstrecke über einen Plattenweg in Kauf genommen werden. Gemeinderätin Brigitte Businger organisierte in Windeseile weitere Sackkarren und Transportwagen. Kurz darauf war ihr Ehemann Sepp Businger mit den benötigten Hilfsmitteln vor Ort. Muskelkraft war dennoch gefragt, um Pulte und Stühle in der Schule eine Treppe hochzutragen. Oben angekommen wurden die Möbel auf die Rollis verladen, um sie beim Lkw in den Laderaum zu hieven. Trotzdem gelang es der Mannschaft bis zum Mittag alle Möbel zu verladen. Da der Lkw nur halbvoll war, wurde in Amriswil beim Lager des Vereins ein Zwischenstopp eingelegt. Weitere Schulmöbel und vier Schwedenöfen kamen dazu – der letzte Platz wurde ausgenutzt. Am Donnerstag machte sich der vollbeladene Lkw auf die dreitägige Fahrt in die Ukraine. «Die Möbel werden an mehrere Schulen verteilt» so Günter.
Debora Gattlen
Pro Schule Ost
Der Verein Pro Schule Ost wurde vor 28 Jahren von Lehrpersonen gegründet. 260 Lkw-Ladungen mit Schulmöbeln und Schulmaterial gingen seither an bedürftige Schulen in Osteuropa. Alle Mitglieder arbeiten ehrenamtlich. Für die Möbel wird eine kleine Gebühr erhoben, um die Lkw-Transporte zu finanzieren. (red.)