Im Rahmen der Italienischen Kulturtage lud die Associazione Italia Nostra zum Kammermusikkonzert
Wie schon die vergangenen Jahre holte die Associazione Italia Nostra (AIN) hochkarätige Musiker aus Italien in die katholische Kirche in Mellingen. Italienische Opern- und Filmmusik ...
Im Rahmen der Italienischen Kulturtage lud die Associazione Italia Nostra zum Kammermusikkonzert
Wie schon die vergangenen Jahre holte die Associazione Italia Nostra (AIN) hochkarätige Musiker aus Italien in die katholische Kirche in Mellingen. Italienische Opern- und Filmmusik begeisterte das heimische Publikum.
Dass die AIN beste Kontakte zur Mailänder Scala und zu italienischen Top-Musikern unterhält, hat der Verein bereits in den vergangenen Jahren bewiesen. Auch in diesem Jahr traten mit Romano Pucci (Querflöte), Fabio Spruzzola (Gitarre) und Ivano Brambilla (Klarinette und Mandoline) drei musikalische Schwergewichte auf. Allesamt an renommierten Konservatorien in Rom und Mailand ausgebildet – und teils preisgekrönt. Das gilt ebenfalls für die Vierte im Bunde, die in Bulgarien geborene Sopranistin Zara Dimitrova. Auch sie studierte unter anderem am Giuseppe-Verdi-Konservatorium in Mailand und erhielt bereits diverse Auszeichnungen.
Von Mozart bis Morricone
Kein Wunder also, dass das auch das Abendprogramm des 1,5 stündigen Kammerkonzerts zu einem Grossteil aus italienischen Opern entlehnt war. Nachdem zunächst das Männer-Trio rein musikalisch mit der Canzonetta aus Mozarts «Don Giovanni» den Auftakt gegeben hatte, konnte Zara Dimitrova mit der Arie «Mercè dilette amiche» aus Verdis Oper «Die sizilianische Vesper» bereits ihr ganzes Können beweisen. Stimmgewaltig erfüllte sie den Kirchenraum der altehrwürdigen Mellinger Stadtkirche und erntete für ihren lange Schlusston Begeisterungsstürme und jede Menge Applaus. Neben Giuseppe Verdi durften natürlich auch die anderen grossen italienischen des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts wie Gioachino Rossini, Francesco Paolo Tosti und Giacomo Puccini nicht im Repertoire fehlen. Die Arie aus Rossinis komischer Oper «Der Barbier von Sevilla» interpretierten die drei Musiker dann wieder ganz ohne Gesang, wobei Romano Puccis Querflöte die Solostimme übernahm.
Die rhythmisch treibende Kraft kam der Gitarre von Fabio Spruzzola zu, etwa bei Luis Bacalovs Thema «il postino» aus dem gleichnamigen Film. Besonderen Reiz hatte es stets, wenn Ivano Brambilla zwischendurch seine Klarinette gegen die Mandoline tauschte. Das galt vor allem bei den wohl berühmtesten griechischen Klängen der Filmgeschichte von Mikis Theodorakis, zu denen Anthony Quinn einst in «Alexis Sorbas» Sirtaki tanzte. Egal ob Filmmusik von Ennio Morricone oder Georges Bizets «Habanera» aus «Carmen» – das bunt gefächerte Programm kam beim Publikum durchweg gut an.
Selbst nachdem das Konzert offiziell längst beendet war, wurde von den Zuhörerinnen und Zuhörern eine Zugabe nach der anderen gefordert. Am Ende gab es gar stehende Ovationen für die gerührten Künstler. Abgerundet wurde der musikalische Leckerbissen schliesslich durch einen italienischen Apéro im Vereinsheim gegenüber.
Michael Lux