Rund 100 Kinder folgten in der Bibliothek gebannt der Geschichte von «Tafiti»
100 Zweitklässler erlebten ein Abenteuer mit Schwein und Erdmännchen an einem Wasserloch in der Mellinger Schulbibliothek.
er kennt Tafiti?», fragt gleich zu ...
Rund 100 Kinder folgten in der Bibliothek gebannt der Geschichte von «Tafiti»
100 Zweitklässler erlebten ein Abenteuer mit Schwein und Erdmännchen an einem Wasserloch in der Mellinger Schulbibliothek.
er kennt Tafiti?», fragt gleich zu Beginn Julia Ginsbach. Kinderhände gehen in die Höhe – manche Zweitklässlerinnen und Zweitklässler der Schule Mellingen-Wohlenschwil haben schon von Erdmännchen Tafiti und seinem besten Freund, dem Pinselohrschwein Pinsel gehört, Helden einer Kinderbuchreihe, geschrieben von Julia Boehme, illustriert von Julia Ginsbach.
An diesem Morgen nimmt Ginsbach, die in Schwerin, Deutschland lebt, die Kinder mit in die afrikanische Savanne, an ein grosses Wasserloch. In ihrem Gepäck einen Zeichenblock, einen Pinsel, Instrumente von Gitarre über Tuba, Geige und Saxofon bis zur Querflöte – ein halbes Orchester. Und natürlich die Geschichte, die sie erzählt und wunderbar spielt. Sie singt das Tafiti-Lied und bittet die Kinder mitzusingen, skizziert mit raschen Pinselstrichen ihre Helden aufs weisse Papier, das Pinselohrschwein und das Erdmännchen. Bewundernd raunt ein Kind: «Sie hat richtig Talent».
Von Stämmen, die Augen haben
Es geht in der Geschichte um die Tiere Afrikas, um einen Gesangswettbewerb und um das Wasser in einem Wasserloch. Wasser, das nach nichts riecht, nach nichts schmeckt und durchsichtig ist. «So schön und wertvoll wie ein Diamant», meint die Illustratorin. Dieses Wasserloch ist das Ziel von Tafiti und Pinsel. «Ganz still ist es dort», erklärt Julia Ginsbach. Aus gutem Grund: Im Wasserloch liegen Baumstämme. Stämme, die Augen haben. «Was könnte das sein?», fragt die Illustratorin. «Löwen? Jaguare?», raten die Zweitklässler, bis endlich jemand «Krokodile!» ruft. Unheimlich ist das und gefährlich. Gebannt folgen die Kinder im Forum der Stadtscheune der Geschichte «Krokodil-Alarm im Wasserloch», Band 19 der Tafiti-Kinderbuchreihe, das dank den Kinder- und Jugendmedien Aargau in der Schulbibliothek Mellingen organisiert werden konnte.
«War das Vogelei echt?»
Das Abenteuer nimmt seinen Lauf und die Kinder werden Teil der Geschichte. Auf dem Zeichenblock entsteht ein Warnschild mit Krokodilen, die Kinder bilden den Krokodil-Chor und ein kleines Erdmännchen findet ein kleines Ei. Dieses Ei will das Pinselohrschwein unter seiner Mütze ausbrüten, möchte Papa eines Vögelchens werden ... Julia Ginsbach zeigt dieses Ei und steckt es unter ihre Mütze. Im Publikum flüstert sorgenvoll ein Kind: «Aus dem Ei schlüpft ein Krokodil.»
Julia Ginsbach hat Talent. Das grosse Talent an diesem Morgen 100 Kinder auf eine Reise zum Wasserloch mitzunehmen, zu Krokodilen, Erdmännchen und Flamingos.
Und am Schluss auch die wichtige Frage eines Zweitklässlers zu beantworten: «War das Vogelei echt?» – «Nein», antwortet Julia Ginsbach. Sie habe dieses Legehilfe-Ei einem Freund aus dem Hühnerstall entwendet.
Heidi Hess