Edith Saner aus Birmenstorf ist diplomierte Pflegefachfrau und diplomierte Betriebsausbilderin mit Masterabschluss in Coaching. Sie politisiert seit 20 Jahren. Zuerst auf kommunaler Ebene, seit sechs Jahren im Grossen Rat. Ausgleich dazu ist ihr Bewegung in der ...
Edith Saner aus Birmenstorf ist diplomierte Pflegefachfrau und diplomierte Betriebsausbilderin mit Masterabschluss in Coaching. Sie politisiert seit 20 Jahren. Zuerst auf kommunaler Ebene, seit sechs Jahren im Grossen Rat. Ausgleich dazu ist ihr Bewegung in der Natur.
Zukunftsprognosen sind Kaffeesatzlesen
Viele Jahre hatte ich die Ehre, für den «Reussbote» Kolumnen zu schreiben. Geschichten und Erlebnisse aus dem Leben. Ereignisse, die mich berührten, bewegten, erfreuten oder auch nachdenklich stimmten und ich gerne mit anderen teilen wollte. Es war mir ein Anliegen, das scheinbar Unwichtige aus dem Alltag in ein anderes Licht zu stellen. Über Rückmeldungen von Leserinnen und Lesern freute ich mich immer sehr. Der Redaktion des «Reussbote» danke ich herzlich, dass sie unterschiedlichen Autorinnen und Autoren Platz gibt und sich überraschen lässt, was geschrieben wird. Diese Kolumne ist meine letzte. Ich freue mich weiterhin auf die letzte Seite des «Reussbote» und bin gespannt, wie sich die Kolumnen weiterentwickeln. Vielleicht ist es nur noch eine kurze Zeit, dass diese durch reale Menschen verfasst werden. Die künstliche Intelligenz könnte bald den Platz einnehmen. Diese hat bereits viele Hype-Zyklen durchlaufen. Selbst für Skeptikerinnen wie mich scheint die Veröffentlichung von ChatGPT ein Wendepunkt in der Welt des Schreibens zu markieren. Als ich 1984 heiratete und nicht nur ein Bügeleisen, eine Nähmaschine, sondern auch noch eine Schreibmaschine kaufte, hätte ich nie gedacht, dass ich diese Jahre später zur Seite stelle und durch einen Computer ersetze. Ähnlich erging es mir mit dem Telefon. Nokia war meine erste Errungenschaft – zum Telefonieren und mehr nicht. SMS, Whatsapp und viele weitere digitale Kommunikationsmöglichkeiten waren mir fremd. Ich schüttelte den Kopf über alle, die im Zug, im Auto und auf der Strasse telefonierten und ich Mithörerin vieler Geschichten wurde. In der Zwischenzeit gehöre auch ich zu den Menschen, die einen Schweissausbruch bekommen, wenn ich mein Handy irgendwo liegen lasse und nicht erreichbar bin. Als ich das erste Mal von KI hörte, dachte ich, dass dies eine Entwicklung ist, die nie zum Fliegen kommt. Unvorstellbar, dass unser Denken, ein Teil unserer Hirnleistung und verschiedenste Alltagshandlungen künstlich herzustellen sind. Heute kann KI nicht nur menschliche Sprache erlernen und synthetisieren, sondern auch andere Datentypen wie Bilder und Videos neu zusammenfügen und verarbeiten. All diese vielen Entwicklungen lassen mich mit Prognosen vorsichtiger werden. Dies wusste bereits Mark Twain: «Voraussagen soll man unbedingt vermeiden, besonders solche über die Zukunft.»