Annetta Schuppisser ist in Tägerig aufgewachsen, Grossrätin und wohnt in Bremgarten. Sie hat Masterstudiengänge in International Law & Management in St. Gallen absolviert und arbeitet in der Unternehmensstrategieberatung. In ihrer Freizeit segelt sie ...
Annetta Schuppisser ist in Tägerig aufgewachsen, Grossrätin und wohnt in Bremgarten. Sie hat Masterstudiengänge in International Law & Management in St. Gallen absolviert und arbeitet in der Unternehmensstrategieberatung. In ihrer Freizeit segelt sie leidenschaftlich gern.
Politik versus Beruf
«Eine junge ambitionierte Frau, die Wert auf eine berufliche Karriere legt und dazu noch in der Politik? Das ist eine Zeitbombe.» Oft werde ich gefragt, wie ich es schaffe, den Beruf und die Politik in meinem Alter zu vereinbaren. Die obige Aussage wurde auch einst wohlwollend vor mir geäussert. Doch meine Erfahrung hat mir gezeigt: Karriereambitionen im Beruf sowie Ambitionen in der Politik schliessen sich nicht aus. Schliesslich sind es in beiden Bereichen des Lebens ähnliche Kompetenzen, die weiterentwickelt werden können. So sind Problemlösungskompetenz, die Fähigkeit gute Lösungen mehrheitsfähig zu machen, sowie auch Belastbarkeit alles Fähigkeiten, die man in beiden Bereichen weiter perfektionieren kann und zugleich dabei unterstützen, politisch und beruflich nachhaltig Mehrwert zu schaffen.
Die Schweizer Milizpolitik prägt unsere Demokratie. Sie ermöglicht, dass die Bevölkerung besonders gut repräsentiert ist, da unsere Politikerinnen und Politiker individuelle Erfahrung aus verschiedenen Tätigkeitsfeldern mitbringen. So profitiert der politische Diskurs in seinem Alltag stetig von diversen Expertenmeinungen. Betreffe es die Gesundheits-, Finanz-, Bildungs-, Landwirtschafts- oder Rechtsbranche: In unseren Parlamenten sind stets kenntnisreiche Volksrepräsentanten anzutreffen. Genauso ist es aber auch essenziell, dass Personen aller Generationen und Hintergründe sich einem politischen Amt widmen – denn nur so kann die Bevölkerung in ihrer Vielfalt repräsentiert werden.
Letztendlich ist es aber das persönliche, berufliche und politische Netzwerk, das die Vereinbarkeit zum Stand oder zu Fall bringt. Ermutigung, Unterstützung und Vertrauen von Arbeitskollegen, Parteikollegen, Freunden und Familie zu erhalten, ist der Strom, der den Elektrowagen am Laufen hält.
Die Befriedigung, Freude und neuen Bekanntschaften, die man gewinnt, wenn man sich politisch für seine Region engagieren darf, sind unersetzlich und ein wahres Privileg.
Dies soll als Ermutigung gelten, sich in allen Lebenslagen politisch zu engagieren. Die Erfahrungen, die in der Politik gesammelt werden, bereichern das Leben – genauso wie ein aussergewöhnlicher Blickwinkel die Politik bereichern kann. Ich freue mich sehr, mich für weitere vier Jahre für den lebenswerten, vielfältigen und wunderschönen Aargau einsetzen zu dürfen.