Mägenwil: Der Verein Steinbuch Mägenwil feierte am Samstag sein 25-Jahr-Jubiläum mit rund 120 Personen
Der Verein Steinbruch Mägenwil erhielt zum Jubiläum viele Geschenke aus dem Dorf. Eine besondere Anerkennung ist der Aargauer Heimatschutzpreis 2026. An ...
Mägenwil: Der Verein Steinbuch Mägenwil feierte am Samstag sein 25-Jahr-Jubiläum mit rund 120 Personen
Der Verein Steinbruch Mägenwil erhielt zum Jubiläum viele Geschenke aus dem Dorf. Eine besondere Anerkennung ist der Aargauer Heimatschutzpreis 2026. An der Feier des Vereins nahm ein Vertreter der Jury teil, der den Mägenwiler Naturstein gut kennt und liebt.
Der Aargauer Heimatschutzpreis geht dieses Jahr an den
Verein Steinbruch Mägenwil, der den historischen Erlebnis-Steinbruch Eckwil pflegt und damit die Tradition des Abbaus von Mägenwiler Muschelsandstein hochhält. Der zweite Preisträger, die Firma Emil Fischer AG aus Hendschiken baut den Naturstein heute noch ab in Othmarsingen (Ausgabe vom Freitag). Reto Bieli ist in der Jury, welche den Heimatschutzpreis vergibt. «Überall, wo ich hinkomme, treffe ich auf Mägenwiler Naturstein», sagte er zu den rund 120 Vereinsmitgliedern und Gästen, die an festlich gedeckten Tischen im Steinbruch Platz genommen hatten. Bieli hat einen starken Bezug zur Region. Er ist in Villmergen aufgewachsen, hat Bildhauer im Steinmetzbetrieb seiner Familie gelernt und mit dem Naturstein gearbeitet. «Er begleitet mich quasi schon ein Leben lang» sagte er. Heute ist er Denkmalpfleger bei den SBB. Die offizielle Feier des Aargauer Heimatschutzes mit der Übergabe des Preisgeldes von 10 000 Franken findet später, an einer Feier am 24. Oktober in unserer Region statt.
Anerkennung für die viele Arbeit
Der Verein Steinbruch freut sich bäumig über die Auszeichnung. Vizepräsident ist der Mägenwiler Gemeindeammann Peter Wiederkehr. «Wir haben gar nicht damit gerechnet», sagte er. «Eine tolle Sache und eine Anerkennung für die Sisyphusarbeit, die hier jedes Jahr von den Mitgliedern geleistet wird.» Vereinspräsident Walter Savoldi gab in seiner Rede einen kurzen Abriss der Geschichte. «Seine Blüte erlebte der Steinbruch im 19. Jahrhundert», erklärte er. «Rund 300 Arbeiter bauten in der aktiven Zeit Mägenwiler Muschelkalksandstein ab.» Ab 1930 begann der Niedergang. Naturstein wurde durch Zement und Beton verdrängt, der Abbau aufwändiger. 1976 wurde der Betrieb in Mägenwil eingestellt. 1998 beschloss die Ortsbürgergemeinde, das Gelände der Emil Fischer AG abzukaufen. Im August 2001 erfolgte die Vereinsgründung. Aktuell zählt der Verein 209 Mitglieder. Neue seien willkommen. Jeweils im Oktober ist Fronarbeit angesagt: Holz spalten, Gras mähen und die Steinbruchanlage in Schuss halten. Der Verein unterhält auch ein kleines Museum. «Der Steinbruch ist ein einmaliger Kraftort mitten in der Natur», sagte Walter Savoldi. «Es gibt immer noch viele Leute, die nicht wissen, dass Mägenwil einen so schönen Ort hat!». Auch Hochzeiten würden hier gefeiert.
Dorfvereine beschenkten den Verein
Danach erhielt der Verein viele Geschenke. Simon Baumgartner vom Verein Naturfreunde Maiengrün überreichte dem Präsidenten ein Bild mit Muschelkalksteinen und eine Mütze der Museumsbahn. Von der Frauenriege gab es Geschenkkörbe. Martin Busslinger vom Musikverein schenkte dem Vorstand ein Bierfässchen für Sitzungen. Von der FDP gabs einen finanziellen Zustupf dafür, dass der Verein den Kindern so lebendig die Geschichte vermittelt. Danach wurde lange gefeiert bis es endgültig kalt wurde im Steinbruch.
Marc Benedetti