41,1 Millionen für Oberstufenschulhaus
27.03.2026 NiederrohrdorfNiederrohrdorf: Zwei neue Schulhäuser für die Kreisschule – Infoanlass über das Siegerprojekt «Torfmoos»
Der Schulraum ist seit über zehn Jahren ein Thema. Es wurde viel diskutiert und Projekte verworfen. An der Infoveranstaltung wurde erklärt, ...
Niederrohrdorf: Zwei neue Schulhäuser für die Kreisschule – Infoanlass über das Siegerprojekt «Torfmoos»
Der Schulraum ist seit über zehn Jahren ein Thema. Es wurde viel diskutiert und Projekte verworfen. An der Infoveranstaltung wurde erklärt, weshalb das neue Siegerprojekt für die Schulhauserweiterung der Oberstufe nun den Durchbruch schaffen wird.
Der Aufmarsch an der Infoveranstaltung für die Erweiterung der Kreisschule Rüsler am Dienstagabend war gross. Vor Ort waren Interessierte aus den Gemeinden des Schulverbands, Bellikon, Niederrohrdorf, Oberrohrdorf und Remetschwil. Bereits vor dem offiziellen Teil, fanden viele sich in der Mehrzweckhallte ein und nahmen anhand von ausgestellten Plänen einen Augenschein vom erkorenen Siegerprojekt. Und sie wurden nicht enttäuscht. Bereits beim Studieren der Pläne war zu spüren, dass das Projekt mit dem neu gewählten Standort sowie die architektonische Ausführung der Gebäude auf Anklang stiess. Und was beim Vorgängerprojekt zum Fallstrick wurde, der geliebte «Rote Platz» bleibt am Standort erhalten.
Siegerprojekt einstimmig gewählt
«Die Jury hat ein Projekt zum Sieger erkoren, welches durch die Lage und Dimension der Baukörper, die Anordnung der Schulräume und eine hervorragende innere Organisation überzeugt», sagte Tobias Holenweger, Präsident der Baukommission und Gemeinderat in Oberrohrdorf, an der Infoveranstaltung. Und die Entscheidung sei einstimmig gefallen. Den Gesamtleistungswettbewerb der Kreisschule Rohrdorferberg für ein zusätzliches Schulhaus mit Doppelturnhalle in Niederrohrdorf gewann die Erne AG Holzbau zusammen mit Hornberger Architekten AG aus Zürich («Reussbote» vom 20. Januar 2026). Sie werden nebst weiteren Fachplanern zudem mit der Rosenmayr Landschaftsarchitektur GmbH aus Zürich zusammenspannen. Erklärt wurde auch, dass bei einem Gesamtleistungswettberb der technische Beschrieb der Gebäude bereits im Vorfeld sehr genau definiert und der Preis für das Bauprojekt mit einem Kostendach festgelegt ist. Die Kosten belaufen sich für das Projekt auf rund 41 Millionen Franken.
Optimale schulische Abläufe
Baukommissionpräsident Holenweger erläuterte auch, dass das Siegerprojekt als einziges der eingereichten Projekte die beiden Baukörper nicht parallel zum bisherigen Schulhaus platziere. Diese Anordnung der Gebäude mit einem Innenhof dazwischen sorge dafür, dass sowohl vom bestehenden Schulhaus Rüsler, sowie von den beiden neuen Gebäuden, nach Süden viel freie Sicht in die unverbaute Natur garantiert sei.
Die beiden Architekten Roland und Fabian Meier stellten ihr Siegerprojekt «Torfmoos» anhand der Pläne vor. Sie hoben hervor, dass ihre beiden Schulgebäude von aussen eine klare Formgebung aufweisen und aus Holz gefertigt sind. Lediglich der Unterbau wird in Massivbauweise ausgeführt. «Das Holz für die Fertigbauelemente und die Fassadenverkleidung stammt aus der Schweiz, Süddeutschland und Österreich», führte Thomas Braun, Teamleiter Gesamtleitung und Erneuerung der Erne AG Holzbau, aus. Im Inneren der beiden neuen Gebäude lasse die Anordnung der Räume optimale schulische Abläufe zu. So entstehen in einem Gebäude zwölf Klassenzimmer, im zweiten Gebäude werden Fachräume eingerichtet. Das Projekt punktet auch mit einer unterirdischen Turnhalle. Aufgrund der südseitigen Hanglage profitiert diese von natürlichem Tageslicht. Sie ist nicht nur von den Schulhäusern, sondern auch vom Parkplatz an der Rüslerstrasse barrierefrei zugänglich. Das Siegerprojekt lässt sich ausserdem langfristig nochmals gut erweitern. Dies könnte entweder durch einen dritten Baukörper oder vertikal mit je einem zusätzlichen Geschoss erfolgen.
Sommer-Gmeind bringt Gewissheit
Als nächster und entscheidender Schritt, wird an den kommenden Sommer-Gemeindeversammlungen der Vertragsgemeinden jeweils der Gesamtbruttokredit über 41,1 Millionen Franken mit dem jeweiligen Gemeindeanteil beantragt. Wie viel jede Gemeinde für das neue Oberstufenschulhaus beisteuern muss, hängt von der Einwohnerzahl ab. (dg)
An der Infoveranstaltung hatten die Anwesenden auch die Gelegenheit Fragen zum Siegerprojekt zu stellen. Das Angebot wurde dann auch rege genutzt. Alt Nationalrat Bernhard Guhl aus Niederrohrdorf sagte: «Ich finde das neue Projekt sehr gut.» Guhl gab aber zu bedenken, dass der Pausenplatz zwischen den neuen Gebäuden wegen der darunter gelegenen Turnhalle nicht mit Bäumen bepflanzt werden könne. Da müsse man sich bezüglich der Beschattung etwas überlegen. Und er fragte nach, wie die Gebäude beheizt, respektive im Sommer gekühlt werden. «Bereits vor der Planung haben wir uns darüber Gedanken gemacht», sagte Baukommissionpräsident Tobias Holenweger. «Die Baukommission steht mit der AEW Energie AG in Kontakt.» Verraten wurde, dass eine Grundwasserwärmepumpe für die gesamte Kreisschule und auch für die Primarschule vorgesehen sei. Erste Begutachtungen durch einen Geologen haben bestätigt, dass eine Grundwassernutzung für Wärme und Kälte an diesem Standort möglich sei. «Das AEW würde die Anlage bauen und betreiben. Die Anlage- sowie Betriebskosten werden dann über die Energiekosten abgerechnet.
Für Diskussionsstoff sorgte, dass während der Bauphase die Schulraumprovisorien auf das bisher freie Gelände verlegt werden. Die Voten: Wo können sich die Oberstufenschülerinnen und -schüler während der Bauphase in den Pausen aufhalten? Holenweger sagte, mehr Platz sei leider nicht vorhanden, die Oberstufenschülerinnen und -schüler müssten wohl auch auf das Gelände der Primarschule ausweichen, da auch der «Rote Platz» während der Bauphase als Installationsplatz genutzt werde.
Baustellenzufahrt über Holzrüti
Auch die angedachte Zufahrt zur Baustelle gab Anlass für Diskussionen. Gemäss Holenweger soll diese über Holzrüti in einem Einbahnregime erfolgen. Die Wegfahrt erfolgt über die Bremgartenstrasse. Gefragt wurde auch, weshalb nicht direkt über die Zelglistrasse zugefahren werde. «Dies ist noch nicht in Stein gemeisselt», antwortete Holenweger. «Wir nehmen gerne Ideen entgegen. Frau Gemeindeammann Gisela Greder fragte nach, ob es beim Bau der neuen Gebäude eine Option gebe, einheimisches Holz von den Ortsbürgern zu verwenden. Darauf antwortete Thomas Braun von der Erne Holzbau AG. «Unser verwendetes Holz spricht ebenfalls Schweizerdeutsch.» Es besteht aber sicherlich auch diese Option. Thomas Brunner fragte nach, ob für die neue Doppelturnhalle zwei Treppenhäuser und ein Lift reichen, um die Geräte in die Halle zu bringen. Darauf antwortete Architekt Roland Meier, dass es auch einen grossen Warenlift auf der anderen Seite gebe. Und selbstverständlich befinde sich auf Hallenhöhe ein Geräteraum.
Kostendach ist verbindlich
Christian Giger fragte nach, ob man sicher sei, dass es bei den 41,1 Millionen Franken für das Bauprojekt bleibe. Das, wenn voraussichtlich noch Änderungen vorgenommen würden. «Wir haben mit dem Gesamtleistungswettbewerb ein Kostendach vereinbart. Das ist verbindlich», so der Baukommissionspräsident Tobias Holenweger. Eine 100-prozentige Sicherheit gebe es aber nie. So zum Beispiel bei nicht Vorausschaubarem, wie Verzögerungen beim Baubewilligungsverfahren. René Rocca, alt Gemeinderat aus Oberrohrdorf fragte nach, ob das Projekt nicht sehr grosszügig dimensioniert sei und ob die Entwicklung für künftige Schülerzahlen abgeklärt worden seien. Holenweger antwortete: «Wir haben zwei Evaluationen zur Schülerzahlentwicklung in Auftrag gegeben. Guido Hirschvogel fügte an: «Die Entwicklung von Schülerzahlen zu prognostizieren sei wie ein Blick in die Glaskugel. Auf jeden Fall wolle man nicht das Gleiche erleben wie beim Oberstufenschulhaus in Baden, welches die Schule bereits nach drei Jahren wieder erweitert werden musste.» Angestrebt sei, dass mit dem Projekt «Torfmoos für die nächsten 20 bis 30 Jahre genügend Platz vorhanden sei.
Tiefere Betriebskosten
Nachgefragt wurde auch, wie es mit den Betriebskosten für die Schulerweiterung aussehe. Ob das auf dem Niveau bleibe, wie es mit den Schulprovisorien war. Tobias Holenweger antwortete, dass man wegen der Grundwasserwärmepumpe besser fahren werde. Zudem plane man, gewissen Unterhalt an der Kreisschule zu automatisieren. Beat Attiger, Leiter Hausdienste, führte aus, dass bereits dieses Frühjahr ein Roboter für die Reinigung getestet werde. Solche sollen auch später beim Neubau bei grossen Flächen und in der neuen Mehrzweckhalle zum Einsatz kommen. Zum einen finde man für diese Arbeiten wenig Fachkräfte, zum anderen würden die Roboter die Arbeiten in der Nacht ausführen. So könnten die Hallen länger genutzt werden. Gisela Greder, Frau Gemeindeammann von Niederrohrdorf sagte abschliessend: «Es wurde während zwei Stunden diskutiert und es wurden auch kritische Fragen gestellt, die sehr gut beantwortet wurden. Wir hoffen, dass Sie dem Kredit für die Schulraumerweiterung an den Gemeindeversammlungen zustimmen.»
Debora Gattlen


