Zwei der 14 Wegkreuze werden durch die Emil Fischer AG restauriert. Nächstes Jahr folgen weitere
Er braucht eine ruhige Hand. Geschickt retuschiert Steinmetz Rolf Glanzmann mit Mörtel schadhafte Stellen und zeichnet verblasste Inschriften nach.
Die 14 Wegkreuze in ...
Zwei der 14 Wegkreuze werden durch die Emil Fischer AG restauriert. Nächstes Jahr folgen weitere
Er braucht eine ruhige Hand. Geschickt retuschiert Steinmetz Rolf Glanzmann mit Mörtel schadhafte Stellen und zeichnet verblasste Inschriften nach.
Die 14 Wegkreuze in Wohlenschwil sind teilweise über 400 Jahre alt und stehen unter Denkmalschutz. Nun werden die ersten zwei sanft und professionell von der Firma Emil Fischer AG, Dottikon, restauriert. Steinmetz Rolf Glanzmann war als letzter Restaurator vor Ort. Er besserte die zuvor mit einer Bürste gereinigten Wegkreuze aus. Er verrät bei einem Augenschein des «Reussbote», wie er die Inschrift akkurat aufmalen kann. «Eine meditative Stimmung hilft, die Hand ruhig zu halten.» Sagt es, tunkt die feine Pinselspitze in die schwarze Farbe und malt Strich für Strich den Spruch «Gelobt sei Jesus Christus» auf dem steinernen Untergrund nach.
Schadhafte Stellen aufgemörtelt
Glanzmann ist seit 40 Jahren Steinmetz und liebt seinen Job. «Das hier ist ein Schoggijob», sagt er lachend. «Die Arbeiten an den Wegkreuzen könne er dank des Gerüsts sehr gut ausführen. Das sei nicht immer so. Zuweilen müsse er auch auf einer Leiter arbeiten. Was ist speziell bei den Arbeiten an den Wegkreuzen? «Es braucht ein Gefühl für historische Objekte», sagt er. Die Denkmalpflege fordere, dass bei der Restaurierung möglichst wenig von der Originalsubstanz abgetragen werde. Das kam auch bei den beiden Wegkreuzen in Wohlenschwil zum Tragen. «Ich habe schadhafte Stellen wieder aufgemörtelt und auch frühere nicht so gut durchgeführte Restaurationen ausgebessert», führt er aus. Wichtig sei, dass der Mörtel exakt die gleiche Farbe wie der Muschelkalksandstein der Kreuze aufweise. Gute vier Meter Höhe weisen beide Kreuze auf. Für die Arbeiten muss Glanzmann schwindelfrei sein.
Moderner Jesus auf dem Kreuz
Das Wegkreuz beim Ortseingang in Büblikon weist nebst der Inschrift und der Jahreszahl 1769 auch Reliefs auf. «Es ist spannend, dass damals der Steinmetz nicht den ganzen Jesus darstellte, sondern nur die Füsse, Hände. Für diese Zeit war das eine sehr moderne Interpretation», sagt er. Fasziniert ist Glanzmann auch von der feinen Ausführung der Krone. «Die Dornen sind wie eine Sonne gearbeitet», sagt er. Die Reliefs sind rausgehauen und nicht angesetzt. Das zweite Wegkreuz, im Gebiet Rietsche beim Dorfeingang Wohlenschwil (von Mellingen her), ist einfacher gearbeitet, aber ebenfalls aus Muschelkalk hergestellt. «Wir haben die Priorität für die Sanierung der Wegkreuze nach deren Zustand gesetzt», sagt Leander Egger, Steinmetz und Mitinhaber der Emil Fischer. «Die Gemeinde Wohlenschwil wird nach und nach alle Wegkreuze restaurieren lassen.»
Debora Gattlen