Gegenüber vom Campingplatz Sulz ist im Mai Baustart für das Auenprojekt «Grien»
Die Sandbank bleibt erhalten. Dahinter aber wird renaturiert: Die Reuss erhält einen kleinen Seitenarm und eine Aue mit Nachtigall, Ringelnatter und Eisvogel. Hier soll auch der ...
Gegenüber vom Campingplatz Sulz ist im Mai Baustart für das Auenprojekt «Grien»
Die Sandbank bleibt erhalten. Dahinter aber wird renaturiert: Die Reuss erhält einen kleinen Seitenarm und eine Aue mit Nachtigall, Ringelnatter und Eisvogel. Hier soll auch der Reusssteg gebaut werden.
m Reussufer in Fischbach-Göslikon, gegenüber vom Campingplatz im Weiler Sulz, entsteht wieder eine Aue mit Insel. Mit dem Projekt Auenrenaturierung «Grien» wird die Reuss in einen kleinen, 15 bis 20 Meter breiten Seitenarm geleitet, der nach 200 Metern wieder in die Reuss mündet, teilt Pro Natura Aargau mit. «Der Spatenstich für das Grien findet voraussichtlich in der zweiten Maihälfte statt», sagt Matthias Betsche, Geschäftsführer Pro Natura Aargau, auf Anfrage.
Der Weg dorthin war lang, viel Wasser floss seit der Bauauflage im Jahr 2016 die Reuss hinunter. Es folgten Einwendungen – auch von Seiten der Gemeinden Fischbach-Göslikon und Künten – und es kam zu Verzögerungen. Zehn Jahre später, im Frühling 2026, geht es an die Umsetzung. «Nach langjähriger Vorarbeit und behördlichen Verfahren ist die Bewilligung rechtskräftig», teilt Pro Natura weiter mit. Der Regierungsrat hatte das Projekt im Oktober 2025 bewilligt. Die Kosten von rund 2,15 Millionen Franken für Umsetzung und Betrieb sichern Bund, Kanton und der Naturemade Star Fonds des EWZ.
Über den Reusssteg zum «Grien»
Schon heute befindet sich auf der Reuss-Seite Fischbach-Göslikon eine Sandbank. Flussabwärts von Sandbank und «Grien» ist der neue Reussteg für Fussgänger und Velofahrerinnen geplant, der die beiden Gemeinden Fischbach-Göslikon und Künten beim Campingplatz Sulz miteinander verbinden soll.
Auch dieser Steg, über welchen man eines Tages von Künten zum «Grien» spazieren kann, hat eine Geschichte. Das Projekt Reusssteg wurde nach jahrelangem Engagement beider Gemeinden im Herbst 2024 an den jeweiligen Gemeindeversammlungen genehmigt. In Künten kam es in der Folge zum Referendum. Eine knappe Mehrheit entschied sich jedoch auch im zweiten Anlauf bei der Referendumsabstimmung für den Steg.
Wie Daniel Schüepp, Gemeindeammann in Künten, auf Anfrage erklärt, soll der Baukredit für den Reusssteg diesen Sommer an den Gemeindeversammlungen vorgelegt werden, in Künten am 2. Juni und in Fischbach-Göslikon am 16. Juni. Bereits Anfang März, ergänzt Daniel Schüepp, werde das Sponsoring für den Reusssteg lanciert: «Wir werden auf der Gemeinde-Website informieren, Flyer verteilen und auch Briefe an potenzielle Sponsorinnen und Sponsoren schreiben.»
Sandbank bleibt, Nachtigall kommt
Zurück zur Renaturierung «Grien» mit geplantem Reuss-Seitenarm im Anschluss an die Sandbank. Hier schränken heute Uferverbauungen mit Blocksteinen, Betonelementen und einer Uferstrasse (Haldenstrasse) die Auendynamik stark ein. Diese Verbauungen werden zurückgebaut, die Blocksteine entfernt. «An der Reuss entsteht wieder eine Flusslandschaft, wie sie für das Reusstal typisch war: vielfältig und voller Leben. Als attraktiver Naherholungsraum und als wertvoller Lebensraum für viele seltene Arten ist sie ein Gewinn für Natur und Menschen», meint Matthias Betsche. Es entsteht ein Lebensraum für Auenarten wie Laubfrosch, Eisvogel, Pirol und Nachtigall. Ulysses Witzig, Projektleiter und Geschäftsführer creanatira, freut sich: «Das Grien wird ein Lebensraum der Nachtigall mit ihrem jubelnden Gesang. Eine heimliche Bewohnerin wird auch die Ringelnatter sein. Wer Glück hat, trifft sie beim Sonnenbad oder bei der Jagd nach Fröschen.»
Bleiben wird die Betonrampe zum Einufern von Booten, die aus militärischer Sicht wichtig ist. Und auch die Sandbank bleibt erhalten – besonders wichtig für Badende, Grillmeister und Kinder, die im Sand buddeln.
Heidi Hess