Den Tankstellen geht das Benzin wegen des Krieges in Iran nicht aus. Der Preis wird aber steigen
Wegen des Iran-Krieges steigt der Ölpreis. Das wirkt sich auch auf die hiesigen Benzinpreise aus. Bereits bildeten sich Anfang Woche lange Schlangen an Tankstellen in der Region.
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Den Tankstellen geht das Benzin wegen des Krieges in Iran nicht aus. Der Preis wird aber steigen
Wegen des Iran-Krieges steigt der Ölpreis. Das wirkt sich auch auf die hiesigen Benzinpreise aus. Bereits bildeten sich Anfang Woche lange Schlangen an Tankstellen in der Region.
Obwohl der Iran über 3800 Kilometer von der Schweiz entfernt ist, sind die Auswirkungen des Kriegsausbruches auch in der Schweiz zu spüren. So ist der Ölpreis deutlich gestiegen. Und das wirkt sich auch auf den Treibstoffpreis in der Schweiz aus. Bisher blieb jedoch der grosse Preisanstieg aus. Trotzdem führte das dazu, dass seit Kriegsausbruch an Tankstellen deutlich mehr Betrieb herrschte als sonst. «Die Fahrzeuge standen am Montag Schlange», sagt Mario Gratwohl, Geschäftsführer der Gratwohl Automobile AG in Nesselnbach. So etwas habe er so noch nie gesehen. Sein Bruder Adrian Gratwohl, Verkaufsleiter und für die Tankstelle verantwortlich, sagt: «Wir haben seit Kriegsbeginn im Iran von Samstag bis Dienstag 70 Prozent mehr Treibstoff an unserer Tankstelle verkauft.» So viel sei zuvor in so kurzer Zeit noch nie verkauft worden. Die Tankstelle an der Hauptstrasse lockt auch ansonsten preissensible Kunden nach Nesselnbach. Dank schlanken Strukturen kann der Kundschaft sehr gute Benzinpreise angeboten werden. Auch aktuell wurde der Treibstoffpreis nur moderat angepasst.
Treibstoffpreise nicht auf Höchststand
Der Kriegsbeginn am Samstag machte nicht nur Autofahrer und Eigenheimbesitzer nervös. Seit Montag wurde es auch an den Börsen hektisch. Seit die US-Amerikaner und Israelis den Iran aus der Luft angreifen, ist die Strasse von Hormus faktisch blockiert. Das hat den Ölpreis um 20 Prozent nach oben getrieben. Dieser Wasserweg ist für die Ölversorgung der Weltwirtschaft zentral. Rund ein Fünftel der weltweiten Ölmengen gehen hier durch. Wie weit der Treibstoffpreis nach oben geht, lässt sich deshalb kaum vorhersagen. Dies wird davon abhängen, wie lange der Krieg anhält. «Ich gehe nicht davon aus, dass die Teibstoffpreise das gleiche Niveau wie vor zwei Jahren erreichen werden», so Mario Gratwohl. Damals kostete der Liter über 1,90 Franken. «Es wird davon abhängen, ob die Strasse von Hormus offenbleibt», so Gratwohl. «Ich gehe davon aus, dass der Treibstoff 20 Rappen teurer werden wird.»
Öl-Preise deutlich gestiegen
Dass die Preise an den Zapfsäulen nicht explodieren, liegt an den hohen Steuern und Abgaben, welche auf Treibstoffe in der Schweiz erhoben werden. Der Einkaufspreis inklusive Transport beträgt nur etwas mehr als ein Drittel des Endpreises. Beim Heizöl liegt dieser Anteil deutlich höher. Am Mittwoch betrug er gemäss Vergleichsportal Heizoel24.ch 117 Franken pro 100 Liter, vor Kriegsbeginn am Freitag vor einer Woche war der Preis noch 97 Franken.
Wirtschaft könnte unter Krieg leiden
Ob sich der Krieg als Büchse der Pandora entwickelt, wird sich weisen. Am Dienstag kündigte der US-Präsident Trump an, die Lage für die Ölstaaten zu entschärfen. Öltanker sollen durch die Strasse von Hormus eskortiert werden. Der Iran konterte und warnte, dass jedes Schiff, das die Meerenge passiere, mit Angriffen durch Drohnen und Raketen rechnen müsse. Hohe Energiepreise wirken sich nicht nur auf die Benzinpreise aus, sondern bremsen die globale Wirtschaft aus und dämpfen die Konsumstimmung. Falls die USA die Sicherheit der Strasse von Hormus nicht gewährleisten können, könnte dies sich auch auf die Wirtschaftsbetriebe wegen längerer Lieferketten auswirken. «Der starke Schweizerfranken wird einiges abfedern» so Mario Gratwohl. Zurzeit müsse auch nicht mit Treibstoffknappheit gerechnet werden. «Die Tanklager sind gut gefüllt und das Frühjahr und der Sommer stehen an», sagt Gratwohl. Das heisst, dass bald weniger Heizöl verbraucht werde.
Debora Gattlen