ARA Mellingen ist ein Vorzeigeobjekt
28.04.2026 MellingenMellingen: Am Donnerstag fand die offizielle Einweihung der ARA Mellingen für geladene Gäste statt
Vier Jahre dauerte der Umbau der ARA Mellingen. Für 25 Millionen Franken wurde die Kläranlage auf den neusten Stand gebracht. Vertreter der angeschlossenen ...
Mellingen: Am Donnerstag fand die offizielle Einweihung der ARA Mellingen für geladene Gäste statt
Vier Jahre dauerte der Umbau der ARA Mellingen. Für 25 Millionen Franken wurde die Kläranlage auf den neusten Stand gebracht. Vertreter der angeschlossenen Gemeinden konnten sich beim offiziellen Festakt ein Bild machen.
Es ist ein besonderer Tag. Wir feiern nicht einfach den Abschluss einer Baustelle, sondern einer grossen, anspruchsvollen und für unsere Region wichtigen Anlage. Es ist ein Meilenstein», sagte Reto Grunder, ehemaliger Präsident der Abwasserkommission bei der Einweihung. Eine Abwasserreinungsanlage (ARA) stehe selten im Mittelpunkt und weniger im öffentlichen Interesse als ein Schulhaus. Die ARA sei aber ebenfalls zentral für das öffentliche Leben – so, wie ein Schulhaus. Die Reinigung des Abwassers stehe für Lebensqualität, Gewässerschutz, für Hygiene und gut funktionierende Infrastrukturen der Gemeinden. «Kurzum, sie ist ein unverzichtbarer Teil des öffentlichen Auftrags», so Grunder. Zum Abwasserverband gehören die Gemeinden Birrhard, Mägenwil, Mellingen, Niederrohrdorf, Oberrohrdorf, Tägerig und Wohlenschwil.
Ausbau für mindestens 20 Jahre
In Grunders Rede war zu spüren, dass er mit dem Projekt verbunden ist: «Es ist nicht selbstverständlich, dass das 25-Millionen-Projekt unfallfrei und mit nur einem halben Jahr Verzögerung über die Bühne ging. Für mich war das Projekt eine Herzensangelegenheit.» Solche Projekte würden nicht in einem einzigen Moment entstehen – dahinter stehe viel Planung und letztlich die Zustimmung aller Gemeinden. «Ich habe miterlebt, wie aus einer Idee Realität wurde.» Bis Mitte Jahr würden auch die letzten technischen Details zum Abschluss kommen. Grunder sprach die zweistrassige mechanische Vorklärung an. Sie muss noch angeschlossen werden. Damit wird die biologische Reinigungsstufe und die Schutzsiebung zusätzlich entlastet. Dafür wurde bei den Vertragsgemeinden ein Nachtragskredit von 2,5 Millionen Franken eingeholt.
Umbau bei laufendem Betrieb
Die ARA musste bei laufendem Betrieb umgebaut und erneuert werden. Der Spatenstich fand am 5. Mai 2022 statt. Knut Leikam, Gesamtprojektleiter der Afry AG, lobte, dass das Zusammenspiel mit den ARA-Mitarbeitenden stets bestens funktionierte. Er führte kurz aus, was alles um- und neu gebaut wurde. Über 400 Personen seien an diesem Projekt beteiligt gewesen.
Und das Wichtigste, die Anlage verfügt über die doppelte Reinigungskapazität der alten. Sie ist für die nächsten 20 bis 25 Jahre und auf 40 000 Einwohner ausgerichtet. Zurzeit sind etwas über 20 000 Einwohner an die Anlage angeschlossen. Die gute Zusammenarbeit zwischen allen Parteien sei letztlich der Schlüssel für die Erfolgsstory gewesen. «Das Herzstück ist die Membranfilteranlage», so Leikam. Diese befreit das gereinigte Wasser von Schwebeteilen. Saubereres Wasser als der Kanton fordert, fliesst danach in die Reuss.
Das wiederum freute Nachfolgeredner Heiko Loretan, Leiter der kantonalen Umwelt-Abteilung: «Ich wohne in Windisch. Ich werde nach dem Ausbau der ARA mit grosser Freude in der Reuss baden.» Die umgebaute ARA Mellingen gelte als Vorzeigeobjekt beim Kanton. Loretan fügte an: «Das gereinigte Wasser der ARA ist fast sauberer als das Wasser in der Reuss.» Beschäftigen würden in den nächsten Jahren sicherlich Medikamenten-, Stickstoffund Phosphorrückstände. Doch zurzeit sei die Anlage auf dem neuesten Stand. Davon konnten sich die Anwesenden auf den nachfolgenden Rundgängen ein Bild machen. Roger Aerne, Vorstandsmitglied der Abwasserkommission und Gemeindeammann von Wohlenschwil, meinte: «Ich fand die Führung spannend und eindrücklich. Der Tag der offenen Türe wird der Bevölkerung zeigen, was sie für die Steuergelder erhält.»
Debora Gattlen
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