Spannende Innovation im Detailhandel in Niederrohrdorf

  31.03.2026 Niederrohrdorf

Niederrohrdorf: Der «Chäslade» und die Drogerie Meier spannen wegen des Fachkräftemangels zusammen

Der Käsespezialist berät Kundschaft in der Drogerie Meier bei gesundheitlichen Fragen und der Drogist empfiehlt umgekehrt den «gesündesten» Käse. Dieses Businessmodell ist eine Tatsache und zeugt von Flexibilität und Innovationsgeist.

Der Mangel an qualifiziertem Fachpersonal ist praktisch in jeder Branche spürbar, vor allem auch im Detailhandel. Eine neue Idee, geboren aus dem intensiven Austausch, welchen die Verkaufsgeschäfte in der Gemeinde Niederrohrdorf untereinander pflegen, könnte da für eine Entspannung sorgen. Rolf Gasser, Inhaber des «Chäslade» und Andreas Meier, Besitzer der Drogerie Meier, verstärken ihre Zusammenarbeit in einer Form, wie sie bisher noch nicht zum Tragen gekommen ist, teilten sie diese Tage mit.

Austausch von Fachkräften
«Erfahrungsgemäss schwankt der Kundenverkehr sowohl im Lebensmittelverkauf als auch in der Drogerie im Laufe eines Verkaufstages beträchtlich, was wohl mit dem Einkaufsverhalten der Kundinnen und Kunden zusammenhängt», sagt Andreas Meier. Dies bestätigt auch Rolf Gasser gegenüber dem «Reussbote». In Zeitfenstern mit wenig Kundenkontakt soll nun künftig Verkaufspersonal aus dem «Chäslade» in der Drogerie aushelfen – und umgekehrt. Von Vorteil ist dabei, dass beide Geschäfte im Ortszentrum in unmittelbarer Nähe zueinander liegen. Ein temporärer Aushilfseinsatz könne so kurzfristig erfolgen.

Für beide Geschäfte von Vorteil
Sowohl Meier als auch Gasser sehen im neuen Geschäftsmodell grosse Vorteile. «Zum einen überschneidet sich ja die Kundschaft vom ‹Chäslade› und der Drogerie, der Kunde hat ein bekanntes Gesicht vor sich und fühlt sich nicht fremd im Laden», so Rolf Gasser. Andreas Meier ergänzt, dass auch bezüglich der Kundenbedürfnisse grosse Vorteile im neuen Modell bestehen. «Einer Kundin, die ich aus der Beratung in der Drogerie kenne, kann ich beim Einkauf der Lebensmittel in der Käserei Empfehlungen abgeben, die voll auf ihre gesundheitliche Situation zugeschnitten sind, das ist eine echte Win-win-Situation.»
Besonders gespannt dürfe man auf die Reaktionen der Kundschaft sein. Sie entscheiden, ob sich das neue Modell längerfristig durchsetzen kann und eventuell woanders Schule macht.

Geschäfte appellieren an Toleranz
Vor allem in der Einführungsphase sei mit etwas längeren Bedienungs- und Wartezeiten zu rechnen. Beide Geschäfte hoffen zudem auf ein gewisses Mass an Toleranz und Verständnis seitens der Kundschaft. Vor allem die Beratung im Bereich Medizin erfordert vom – noch branchenfremden Personal – ein hohes Mass an Weiterbildung «on the job». Die Inhaber der Geschäfte bitten und danken für das Verständnis der Kundschaft.

Marc Benedetti


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