Mellingen: Der Informations-Anlass zur Aufwertung von Birrfeld- und Lenzburgerstrasse war gut besucht
Vor der anstehenden «Sommer-Gmeind» stellten der Stadtrat Mellingen und die involvierten Planer die beiden ausgearbeiteten Bauprojekte vor. Das Diskussionsangebot wurde ...
Mellingen: Der Informations-Anlass zur Aufwertung von Birrfeld- und Lenzburgerstrasse war gut besucht
Vor der anstehenden «Sommer-Gmeind» stellten der Stadtrat Mellingen und die involvierten Planer die beiden ausgearbeiteten Bauprojekte vor. Das Diskussionsangebot wurde rege genutzt, im Vordergrund stand dabei die Kritik am aktuellen Lastwagen-Schleichverkehr.
Stadtpräsidentin Györgyi Schaeffer begrüsste rund 100 interessierte Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zum Informationsanlass. Sie verwies gleich zu Beginn auf die wichtige strategische Bedeutung beider Geschäfte an der Gemeindeversammlung von kommender Woche. Nach der Umgestaltung der Hauptgasse in der Altstadt sowie der Sanierung der alten Reussbrücke müssten die Hauptverkehrsachsen erneuert werden. Dabei soll die Birrfeldstrasse den Anfang machen – dies nicht zuletzt deshalb, weil bekanntlich südwestlich der Altstadt eine grosse private Überbauung mit Wohn- und Gewerbeflächen ansteht. Der Stadtrat verbindet mit der Erneuerung von Birrfeld- und Lenzburgerstrasse jedoch weitere zentrale Ziele wie die Reduktion des Durchgangsverkehrs, die Erhöhung der Aufenthaltsqualität, sichere Fussweg- und Radverbindungen sowie die Erneuerung der Werkleitungen. Martin Winkler vom Planungsunternehmen Porta AG stellte die technischen Massnahmen im Projektperimeter vor.
Geplante Aufwertungsmassnahmen
Nebst dem Strassenbelag werden zeitgleich die Leitungen von Trinkwasser, Kanalisation und Strom erneuert. Der Strassenraum soll zugunsten der zu Fuss Gehenden verschmälert, Strassenbeleuchtung und Bushaltestellen modernisiert und das Regenwasser künftig den vorgesehenen Alleebäumen statt der Kläranlage zugeführt werden. Stephan Karlen, Landschaftsarchitekten SKK Wettingen, präsentierte Ansprüche an eine deutlich erhöhte Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum: Einerseits zeigte er anhand der Bevölkerungspyramide auf, wie die Gesellschaft immer älter wird und sich andererseits die europäischen Klimazonen von Süd- nach Nordeuropa verschieben. Um in einem immer heisseren Klima vulnerable Personen möglichst gut zu schützen, sei Beschattung und damit Bäume vordringlich. «Ein grosser Baum sei mit bis zu 300 Liter Wasserabgabe pro Tag in diesem herausfordernden Kontext quasi die eierlegende Wollmilchsau!», meinte er. Für die wasserspeichernden Grünstreifen entlang der beiden Strassen sind aktuell Arten wie Rosskastanien, Linden und Kirschbäume ohne Früchte vorgesehen.
Lebhafte Diskussion
Die planerischen Überlegungen zu den Strassenprojekten wurden grundsätzlich interessiert aufgenommen. Neben einer Reihe von Detailfragen störten sich mehrere Personen an Lastwagen, die heute vom Knoten Birrfeld nicht über die Umfahrung, sondern via Birrfeld-/Lenzburgerstrasse (durch die 30-er Zone!) zum Knoten St. Antoni «schleichen». Der Stadtrat wurde verschiedentlich aufgefordert, den eigenen Spielraum bei der gemeindeeigenen Lenzburgerstrasse umgehend zu nutzen und bezüglich der aktuell noch dem Kanton gehörenden Birrfeldstrasse in Absprache mit «Aarau» raschestmöglich Lösungen zu finden. Wie allgemein erwartet, wurden die Kosten der Verpflichtungskredite zur Aufwertung von Birrfeldstrasse (6,745 Millionen Franken) und Lenzburgerstrasse (3,31 Millionen Franken) zum Schluss doch noch angesprochen: Kann sich Mellingen solche Investitionen leisten? Ja, meinte Stadtpräsidentin Schaeffer, Mellingen habe in den vergangenen zwölf Jahren erfolgreich Investitionen von 55 Millionen Franken gestemmt. Zudem würde die Stadt auch bei diesen beiden Vorhaben die zur Verfügung stehenden Fördermittel von Bund und Kanton konsequent nutzen. (lath)