Mellingen: Jüngere Partnerinnen und Partner dürfen nicht mehr mitkommen, weitere Anpassungen werden geprüft
Der Seniorenausflug ist beliebt. Die Suche nach Restaurants für rund 200 Personen ist hingegen schwierig. Nun passt Mellingen die Teilnahmeregeln an: ...
Mellingen: Jüngere Partnerinnen und Partner dürfen nicht mehr mitkommen, weitere Anpassungen werden geprüft
Der Seniorenausflug ist beliebt. Die Suche nach Restaurants für rund 200 Personen ist hingegen schwierig. Nun passt Mellingen die Teilnahmeregeln an: Künftig können sich nur noch Einwohnerinnen und Einwohner anmelden, die 70 Jahre und älter sind.
Anpassungen beim jährlichen Seniorenausflug», lautet die Überschrift einer Medienmitteilung der Stadt Mellingen. Gleichzeitig betont die Stadt, dass sie den «Fokus auf eine tragfähige Zukunft dieses Angebots» legen will.
Nachdem im letzten Herbst bereits Oberrohrdorf die Bedingungen für die Teilnahme am Seniorenausflug angepasst hatte, dürfte Mellingens Ankündigung nicht allzu sehr überraschen. Oberrohrdorf hatte die Altersgrenze aus demografischen Gründen nach oben verschoben. 24 Prozent aller Oberrohrdorfer und Oberrohrdorferinnen waren gemäss Statistischem Jahrbuch im Jahr 2024 über 65 Jahre alt – Tendenz steigend. Das veranlasste die Gemeinde zu einer Erhöhung des Mindestalters bei Seniorenanlässen. Statt wie bisher 70 Jahre alt müssen Teilnehmende in Oberrohrdorf seit diesem Jahr 75 Jahre alt sein.
Schwierige Suche nach Restaurants
Auch Mellingen mit 6350 Einwohnerinnen und Einwohnern (Stand 2025) begründet mit der Bevölkerungsentwicklung. Laut Mitteilung erfreue sich der traditionelle Seniorenausflug der Stadt Mellingen im Sommer «seit Jahren grosser Beliebtheit». Das demografische Wachstum stelle die Organisation hingegen zunehmend vor Herausforderungen. Insbesondere die Suche nach geeigneten Restaurants, die Kaffee und Gipfeli oder ein Mittagessen für über 200 Personen anbieten können, gestalte sich immer schwieriger. Viele Betriebe würden nicht mehr über die nötigen räumlichen oder personellen Kapazitäten verfügen, um Gruppen dieser Grösse zu bewirten. Stadtschreiber Gregor Glaus sagt auf Anfrage, die Anzahl möglicher Ausflugsziele sei begrenzt: «Alle wählen die gleichen Orte.»
Dennoch ist es der Stadt ein Anliegen, den Anlass im Jahr 2026 durchzuführen. Heute seien zwar viele 70-Jährige sehr rüstig und auch mobil, bestätigt Glaus. «Trotzdem ist es schön, wenn sie Gelegenheit erhalten, den sozialen Kontakt mit Gleichaltrigen zu pflegen.» Letztes Jahr führte der Mellinger Ausflug durchs Emmental und auf den Thunersee, 2024 waren 160 Seniorinnen und Senioren in Einsiedeln.
«Ausschliesslich 70-Jährige»
Nun hat die Stadt entschieden, die Teilnahmebedingungen restriktiver zu gestalten. Auch Mellingen setzt beim Alter an. Es schliesst aber vor allem jüngere Partnerinnen oder Partner aus, die bisher ebenfalls eingeladen wurden: «Neu sind ausschliesslich Einwohnerinnen und Einwohner ab 70 Jahren teilnahmeberechtigt. Jüngere Ehegatten können nicht mehr berücksichtigt werden. Diese Massnahme soll sicherstellen, dass der Seniorenausflug weiterhin für jene Altersgruppe zugänglich bleibt, für die er ursprünglich geschaffen wurde.»
Die Stadt prüft ferner eine grundsätzliche Neuausrichtung des Angebots, «um langfristig einen attraktiven und organisatorisch realisierbaren Alters-Event anbieten zu können». Laut Mitteilung werden verschiedene Veranstaltungsformen in Betracht gezogen. Wird weiterhin eine Reise angeboten oder ist die Erhöhung der Altersgrenze zielführend? «Spruchreif» sei noch nichts, betont der Stadtschreiber. Allfällige weitere Massnahmen müssten in den zuständigen Gremien zunächst diskutiert und geprüft werden.
Heidi Hess