Niederrohrdorf: Zusammenspiel von Feuerwehr und Spezialisten führte zur gelungenen Bergung des umgekippten Mähdreschers in der Holzrüti
Der Lenker des Mähdreschers wurde leicht verletzt. Seinem Bruder, der herbei eilte und bei der Bergung der Maschine half, ...
Niederrohrdorf: Zusammenspiel von Feuerwehr und Spezialisten führte zur gelungenen Bergung des umgekippten Mähdreschers in der Holzrüti
Der Lenker des Mähdreschers wurde leicht verletzt. Seinem Bruder, der herbei eilte und bei der Bergung der Maschine half, fuhr der Schreck in die Knochen. Gefasster äusserte er sich erst gegen Abend.
Keiner der Männer, die am Montagnachmittag in die Holzrüti gerufen wurden, hatte je einen umgestürzten Mähdrescher geborgen. Es brauchte denn auch die Spezialkenntnisse jedes Einzelnen, damit der Abschleppdienst nach über vierstündiger Arbeit den 18-Tonner vorsichtig über die Wiese zur Hauptstrasse manövrieren konnte.
Passiert war der Unfall gegen 14.30 Uhr. Urban Steger geriet bei einem Wendemanöver im Weiler Holzrüti zu nahe an den Strassenrand. Die schwere Landwirtschaftsmaschine kippte in den Hang und überschlug sich einmal vollständig, bis sie stark beschädigt auf einer Seite liegen blieb. Die Frontscheibe der Fahrkabine wurde komplett zertrümmert. Der Lenker erlitt leichte Kopfverletzungen und Schürfwunden am Arm, konnte sich aber aus eigener Kraft befreien und den Hang hinaufklettern. Eine Privatperson fuhr ihn zur Abklärung ins Spital. Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere 100 000 Franken.
«Ich hörte lautes Poltern»
Daniel Steger, der das Unternehmen gemeinsam mit seinem Bruder Urban führt, erklärte: «Ich hörte lautes Poltern.» Dann entdeckte er den havarierten Mähdrescher und seinen Bruder in der Wiese. Bei der Feuerwehr Rohrdorf ging der Alarm laut Kommandant und Einsatzleiter Marc Hägler um 14.44 Uhr ein. Acht Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die grösste Gefahr kam vom 800-Liter-Dieseltank. Wird er halten? Sein Auslaufen musste mittels Ölbindevlies und Auffangwanne verhindert werden. Laut Hägler floss eine minimalste Menge an Öl aus, die aufgefangen wurde. Der Experte des herbeigerufenen Pikett-Schadendienstes der kantonalen Umweltabteilung bestätigt nach Besichtigung: «Es gab keinen Umweltschaden.» Die Feuerwehr habe alles im Griff.
Der Drescher wird hochgezogen
Landwirt Michael Notter fräste gleichzeitig mit einer kleinen Mähmaschine einen Weg frei von der Hauptstrasse zur Unfallstelle: «Zum Glück ist der Boden trocken, sonst wäre eine Zufahrt kaum möglich gewesen.» Der Abschleppdienst des Unternehmens Josef Senn AG war gegen 17 Uhr in der Holzrüti. «Mit Luftkissen und Seilwinde sollte es möglich sein, den Mähdrescher aufzustellen», äusserten sich die Abschlepp-Spezialisten zuversichtlich. Um 17.20 Uhr stand der Drescher wieder auf seinen vier Rädern, deren Pneus allerdings von den Felgen gedrückt waren. Mit vereinten Kräften gelang es den Landwirtschaftsmaschinenmechanikern, die Pneus zu stützen und aufzupumpen. Dann konnte der Mähdrescher um 90 Grad gedreht und die Hinterräder auf den grossen Abschlepper geladen werden. Aufwändige Präzisionsarbeit, bei der das Expertenwissen jedes Einzelnen zum Gelingen beitrug. Nach 20 Uhr war der Mähdrescher bereit zum Abtransport. Mittlerweile hatte Daniel Steger auch erfahren, dass es seinem Bruder so weit gut geht. Eine kleine Erleichterung. «Jetzt bin auch ich gefasster.»
Heidi Hess