Bundesfeier: Damit das 1.-August-Feuer nicht zur tödlichen Igelfalle wird, gilt es ein paar Tipps zu beachten
Auch wenn die Feuer aufgrund der Trockenheit nicht garantiert sind, sind sie aus den Feierlichkeiten zum Schweizer Nationalfeiertag nicht wegzudenken. Für Igel ...
Bundesfeier: Damit das 1.-August-Feuer nicht zur tödlichen Igelfalle wird, gilt es ein paar Tipps zu beachten
Auch wenn die Feuer aufgrund der Trockenheit nicht garantiert sind, sind sie aus den Feierlichkeiten zum Schweizer Nationalfeiertag nicht wegzudenken. Für Igel und die gesamte Kleintierfauna stellen sie jedoch eine Gefahr dar.
erden die Feuer entfacht, werden sie für die Tiere, die sie als Unterschlupf nutzen, zur tödlichen Falle. «Mit einfachen Massnahmen kann verhindert werden, dass unser gemütliches Beisammensein am Nationalfeiertag für die Tiere in einer Tragödie endet», schreibt Pro Natura in einer Mitteilung. Landauf, landab würden gegen Ende Juli Holzstapel aufgeschichtet, um sie am Nationalfeiertag anzuzünden, sei es durch Privatpersonen oder durch Gemeinden.
Der Igel, das Pro Natura-Tier des Jahres 2026, ebenso wie viele Nagetiere, Reptilien, Amphibien und zahlreiche Insekten, suchen in solchen Holzhaufen gerne Zuflucht. Sie nutzen sie als Versteck, um sich auszuruhen, sich fortzupflanzen und sich vor Beutegreifern zu schützen. In unseren aufgeräumten Landschaften sind solche Verstecke rar geworden. «Wird das Feuer angezündet, sitzen die Tiere im Innern des Holzstapels in der Falle», schreibt Pro Natura. Bei Gefahr, wie etwa durch Flammen, ziehen sich manche Tiere tiefer in ihren Unterschlupf zurück, anstatt zu fliehen. Dieses Verhalten wird verstärkt, wenn sich Menschen in der Nähe aufhalten. Zum Glück gibt es einfache Lösungen, mit denen Menschen und Tiere die Feuer am 1. August geniessen können.
Lösungen schützen Tiere vor Tod
Die Holzstapel sollte man nicht zu früh aufschichten, denn Igel bringen ihre Jungen im Sommer zur Welt und die Igelmütter bauen ihr Nest gerne in solchen Holz- oder Blätterhaufen. Dort bleiben die kleinen Igel dann nach ihrer Geburt drei bis vier Wochen. Deshalb empfiehlt es sich, Holzstapel erst im letzten Moment vorzubereiten, am besten erst am Tag des Abbrennens. Falls der Holzvorrat schon länger gelagert wurde, muss er vor dem Anzünden vorsichtig umgeschichtet werden. Ein fertiger Stapel sollte neu aufgebaut werden, damit die Tiere fliehen können. Bei sehr grossen Holzstapeln, die sich am Tag des Abbrennens nur schwer aufbauen oder umschichten lassen, kann dicht am Boden ein feinmaschiger Zaun zum Schutz angebracht werden. Dafür können zum Beispiel Amphibienschutzzäune genutzt werden.
Gefahr für «Tier des Jahres 2026»
«Der Igel kämpft in unserer Umgebung schon mit vielen anderen vom Menschen verursachten Gefahren. Umso wichtiger ist es, ihn nicht noch zusätzlich durch traditionelles Brauchtum wie die 1.-August-Feuer zu gefährden», erklärt Andreas Boldt, Wildtierbiologe bei Pro Natura. Der Igel leidet unter dem Verschwinden und der Fragmentierung natürlicher Lebensräume als Folge von Urbanisierung und Strassenverkehr, unter der intensiven Pflege von Grünflächen und unserem Streben nach Sauberkeit und Ordnung. Zu schaffen macht ihm auch der Rückgang der Insekten, von denen er sich mehrheitlich ernährt.
Einschränkungen in vielen Kantonen
In diesem Jahr haben viele Kantone aufgrund der Brandgefahr Feuer im Freien eingeschränkt oder verboten, mit Ausnahmen für den 1. August. Nichts hindert jedoch daran, einen Holzstapel anzulegen und ihn stehen zu lassen, anstatt ihn zu verbrennen: Die Igel werden sich darüber freuen, so Pro Natura.
Im Aargau könnte es wegen anhaltender Trockenheit und Hitze am 1. August Verbote geben. Der Kanton beurteilt die Lage wegen der Waldbrandgefahr wöchentlich. Es gibt kein generelles Feuerwerksverbot, aber teilweise schränken Gemeinden die Aktivitäten ein. (red.)