Seit Mitte November 2025 habe ich zusammen mit meiner Enkeltochter Lia eine neue Sportart entdeckt. Das Chrabbelturnen, für Kinder von 0 bis 4 Jahren. Es findet jeweils zweiwöchentlich am Mittwoch von 15.00 bis 16.30 Uhr in der Halle blau statt, kostet pro Mal einen Fünfliber und ...
Seit Mitte November 2025 habe ich zusammen mit meiner Enkeltochter Lia eine neue Sportart entdeckt. Das Chrabbelturnen, für Kinder von 0 bis 4 Jahren. Es findet jeweils zweiwöchentlich am Mittwoch von 15.00 bis 16.30 Uhr in der Halle blau statt, kostet pro Mal einen Fünfliber und wird von zwei kompetenten Frauen gemanagt.
Anfänglich noch auf allen Vieren – Lia war damals die jüngste Teilnehmerin und ich der Älteste – geht es inzwischen zügig voran. Pro Nachmittag nehmen max. 25 Kinder samt Begleitpersonen teil. Die Nachfrage ist immer grösser als das Angebot. Die Halle verwandelt sich in einen grossen Spielplatz. Lia kann hüpfen, balancieren, klettern, rutschen, staunen, träumen und rennen. Sie spielt auch mit farbigen «Tüchli» und ist ganz in ihrem Element, in ihrer eigenen Welt.
Dabei lernt sie erste soziale Regeln, den Umgang mit anderen Kindern und erlebt Bewegung gemeinsam mit Gleichaltrigen. Gleichzeitig verbessert sie spielerisch ihre Grobmotorik, Koordination und Körperbeherrschung.
Natürlich gibt es auch eine Pause, in der den Kindern durch die Begleitpersonen ein Zvieri kredenzt wird. Für mich ist das jeweils ein besonderes Erlebnis: Ich darf den Fruchtbrei am Boden im Foyer verabreichen. Das eigentliche Problem bei mir zeigt sich beim Aufstehen. Hier merke ich, dass ich nicht mehr 20 bin. Vorsintflutlich erschien ich die ersten Male mit einem Plastiksack mit Maisstängeli, Militärbiscuits und Öpfelschnitzli. Links und rechts von uns sassen Kinder mit farbigen Znüniböxli, was Lia dazu verleitete, aus einem dieser Böxli ein Biscuit zu stibitzen. Opperla, nun war ich als Grossvater gefordert, Leitplanken zu setzen und meine Lehren zu ziehen. Kaum zu Hause angekommen, wies ich meine Frau an, sofort ein solches farbiges Znüniböxli zu besorgen. Dies hat sich inzwischen bestens bewährt.
Als Begleitperson bin ich stets aktiv dabei, was permanente Aufmerksamkeit erfordert. Gleichzeitig stärkt dies Bindung, Vertrauen und gemeinsame Erlebnisse. Zudem entsteht Raum für gemeinsamen Spass und gelegentlich auch für den Austausch mit anderen Eltern. Abends bin ich jeweils komplett «auf der Wegge», noch mehr als Lia.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Zweck des Chrabbelturnens nicht darin liegt, sportliche Leistungen zu erzielen, sondern Kinder ganzheitlich in ihrer körperlichen, sozialen und emotionalen Entwicklung zu unterstützen. Super, dass es so etwas gibt.